20.10.2026 13:51

Geowissenschaftliches Erbe von globaler Bedeutung

Německo TU Berlin Autor neuveden
Geowissenschaftliches Erbe von globaler Bedeutung – Die Mineralogischen Sammlungen der TU Berlin wurden in die internationale Liste der IUGS Geo-Collections aufgenommen, eine Auszeichnung für geologische Sammlungen von globaler Relevanz. Die Bestände umfassen rund 200.000 Objekte aus mehreren Teilbeständen, reichen bis zur Gründung der Bergakademie 1770 zurück und spielen eine zentrale Rolle in Forschung, Lehre und Vermittlung, auch in öffentlichen Ausstellungen und Kunstprojekten. Eine neue Ausstellung im geplanten Gebäude TULIUM soll die Bedeutung von Mineralen für Gesellschaft, Geschichte und Zukunft noch stärker sichtbar machen.
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Die International Union of Geological Sciences (IUGS) nimmt die Mineralogischen Sammlungen der TU Berlin in die internationale Liste der IUGS Geo-Collections auf. Die Auszeichnung würdigt ihre wissenschaftliche, historische und pädagogische Bedeutung.

Die Mineralogischen Sammlungen der Technischen Universität Berlin sind in die internationale Liste der IUGS Geo-Collections aufgenommen worden. Mit dieser Auszeichnung würdigt die International Union of Geological Sciences (IUGS) geologische Sammlungen von globaler Bedeutung. Bisher wurden von der IUGS insgesamt 32 entsprechende Titel an internationale geowissenschaftliche Sammlungen vergeben. Mit rund 200.000 Objekten zählen die am Institut für Angewandte Geowissenschaften an der Fakultät VI Planen Bauen Umwelt angesiedelten Bestände zu den ältesten und größten Mineraliensammlungen Deutschlands. Sie blicken auf mehr als 250 Jahre Wissenschaftsgeschichte zurück und sind bis heute eng in Forschung, Lehre und die Vermittlung geowissenschaftlichen Wissens eingebunden.

„Es handelt sich bei der Auszeichnung um eine der höchsten internationalen Ehrungen des institutionellen und geologischen Welterbes. Entsprechende Würdigungen sind von globaler Bedeutung und gelten als ein ‚geowissenschaftliches Äquivalent‘ zum UNESCO-Welterbestatus. Diese Auszeichnung spiegelt die historische und wissenschaftliche Relevanz unserer Sammlung auf globaler Ebene wieder“, betont Dr. Robert Johannes Giebel, Leiter der Mineralogischen Sammlungen.

Bedeutende Zeugnisse der Mineralogie

Die Bestände umfassen mehrere spezialisierte Sammlungen: eine systematische Mineralsammlung mit rund 95.000 Objekten, ein mineralogisches Archiv mit etwa 80.000 Objekten für Forschungszwecke, eine Vorlesungs- und Übungssammlung mit rund 5.000 Objekten, eine Kristallmodellsammlung mit etwa 3.500 Modellen sowie eine Gesteins- und Erzsammlung und eine paläontologische Sammlung. Ihre Ursprünge reichen bis zur Gründung der Bergakademie Berlin im Jahr 1770 zurück, einer Vorgängerinstitution der TU Berlin. Die Sammlungen dokumentieren die Vielfalt von Mineralen und Gesteinen und bilden eine bedeutende Grundlage für die wissenschaftliche Arbeit, die studentische Ausbildung und die Vermittlung geowissenschaftlicher Themen an die Öffentlichkeit. In der öffentlichen Ausstellung sind rund 2.000 ausgewählte Mineralien und Gesteine zu sehen. 

Zu den besonderen Exponaten gehört der mit 550 Kilogramm größte in Deutschland ausgestellte Eisenmeteorit aus Gibeon in Namibia. Darüber hinaus gibt es außergewöhnliche Mineralien von Fundorten, die heute nicht mehr zugänglich sind. Neben den einzigartigen Mineralbeständen der Mineralogischen Sammlungen, besitzen die Sammlungen auch eine besondere Bedeutung als Ort der Entwicklung der modernen Mineralsystematik. In den 50er bis 70er Jahren präzisierten Prof. Dr. Hugo Strunz und Prof. Dr. Christel Tennyson hier die bis heute international anerkannte Mineral Systematik nach Strunz. Der Großteil mineralogischer Sammlungen an Naturkundlichen Museen nutzt diese Systematik weltweit für ihre Ausstellungen, während in der Wissenschaft eine entsprechende Klassifikation nach Strunz generell vorausgesetzt wird.

Die mineralogischen Sammlungen sind fest in Forschung und Lehre der TU Berlin z.B. im BSc & MSc Studiengang Geotechnologie eingebunden. Studierende nutzen die Bestände im Rahmen ihrer Ausbildung; zugleich besuchen nationale und internationale Studierendengruppen sowie Schulklassen und interessierte Gäste die Schausammlung. Workshops zu verschiedenen mineralogischen Themen ermöglichen es, geowissenschaftliche Zusammenhänge anschaulich zu vermitteln. Ebenso sind die Sammlungen eine beliebte Anlaufstelle und Inspirationsquelle für eine Vielzahl von Kunstprojekten, beispielsweise Pulling Blood from a Stone. 

Neue Ausstellung soll Bedeutung von Mineralen für die Gesellschaft vermitteln

Die TU Berlin eröffnet der Mineralogischen Sammlungen derzeit ein zusätzliches Ausstellungsgebäude. Sie werden das Herzstück des sich zur Zeit im Bau befindlichen Transfer- und Ausstellungsgebäudes TULIUM, das auf dem TU-Campus Charlottenburg entsteht und dessen Eröffnung für den Herbst 2027 geplant ist. Eine moderne Ausstellung soll dort die Herkunft, Verwendung und Bedeutung von Mineralen für die vergangene, gegenwärtige und zukünftige Gesellschaft beleuchten. Damit soll die wissenschaftliche Bedeutung der Bestände noch stärker mit gesellschaftlichen Fragen verknüpft und einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden. 

Weiterführende Informationen: Mineralogische Sammlungen der TU Berlin

https://www.tu.berlin/news/detail/geowissenschaftliches-erbe-von-globaler-bedeutung

Autor
Společnost / Organizace
TU Berlin
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