Rückkehr mit Spenderknochen
Ricarda Haaser steht vor ihrem zweiten Comeback innerhalb von zehn Monaten. Nach einer schweren Knieverletzung im Februar kämpfte sich die 33-jährige Tirolerin einmal mehr zurück und wird beim Weltcup-Auftakt in Sölden am kommenden Samstag wieder am Start stehen. Möglich gemacht hat die rasche Rückkehr unter anderem ein Spenderknochen.
Hinter Ricarda Haaser liegen zwei schwierige Jahre. Bei der Heim-WM 2025 in Saalbach-Hinterglemm erlitt die Tirolerin einen Kreuzbandriss. Kaum hatte sie sich von dieser Verletzung erholt und in den Weltcup zurückgekämpft, folgte im Februar der nächste schwere Rückschlag. Bei einem Sturz im Super-G von Soldeu zog sich die 33-Jährige eine sogenannte Impressionsfraktur des Schienbeinkopfes zu.
„Den Schienbeinkopf hat es zerbröselt. Es war nicht mehr alles an Ort und Stelle“, schilderte Haaser das Ausmaß der Verletzung. Um die massiven Schäden zu reparieren, griffen die behandelnden Ärzte zu einer besonderen Methode: Ein Spenderknochen wurde eingesetzt, um den beschädigten Bereich wiederherzustellen. „Mit dem Spenderknochen haben die Ärzte das Loch gestopft und die Teile reingebastelt“, erklärte die Tirolerin.
Comeback früher als erwartet
Dass Haaser bereits beim traditionellen Weltcup-Auftakt in Sölden wieder im Starthaus stehen würde, war nach der schweren Verletzung keineswegs absehbar. „Keiner hat damit gerechnet, dass ich jetzt schon wieder fit bin“, sagte die WM-Bronzemedaillengewinnerin von 2023, die damit ihr zweites Comeback innerhalb von zehn Monaten gibt.
Die lange Verletzungspause hat allerdings auch Auswirkungen auf ihre Ausgangsposition. In der Startliste ist Haaser deutlich zurückgefallen, den Riesentorlauf am Rettenbachferner wird sie voraussichtlich mit einer Startnummer jenseits der 40 in Angriff nehmen. Davon lässt sich die erfahrene ÖSV-Athletin aber nicht entmutigen: „Ich habe die Erfahrung, ich kann auch von hinten nach vorne fahren.“