Der Winter naht – die Halle ruft!
Eine Expertengruppe aus ÖFB, Landesverbänden sowie Futsal-, Nachwuchs- und Schiedsrichterexpert:innen hat neue Nachwuchs-Futsalbestimmungen für den österreichischen Hallenfußball ausgearbeitet. Die entwicklungsfördernden, kindgerechten Formate orientieren sich an internationalen Standards und empfehlen unter anderem einen sprungreduzierten Futsalball, das Spielen auf Linien statt Banden sowie mehrere Spielfelder, damit mehr Kinder gleichzeitig spielen können. Bis zur U8 ist ein 3-gegen-3 auf vier Tore vorgesehen; ab der U9 soll auf Linien gespielt werden, idealerweise im 3+1. Der ÖFB ruft Vereine dazu auf, die neuen Regeln und Empfehlungen im Wintertraining und bei Turnieren umzusetzen.
Eine Expertengruppe hat neue Nachwuchs-Futsalbestimmungen ausgearbeitet
Mit dem Empfehlungsschreiben "Von der Halle ins Happel" legten wir im letzten Jahr den Grundstein für eine entwicklungsfördernde Hallenfußballzeit bei euch im Verein.
Hier findet ihr die bisherigen Empfehlungen:
ÖFB-Empfehlungsschreiben "Von der Halle ins Happel"
Aufgrund der vielen positiven Rückmeldungen und des Wunsches nach klaren, kindgerechten und innovativen Hallenfußballregeln gehen wir in diesem Winter den nächsten großen Schritt.
Eine Expertengruppe aus Vertreter:innen des ÖFB, der Landesverbände sowie Futsal-Expert:innen, Nachwuchstrainer:innen und Schiedsrichter:innen hat die neuen Nachwuchs-Futsalbestimmungen ausgearbeitet.
Diese neuen Hallenspielformate sind entwicklungsfördernd, kindgerecht und orientieren sich an internationalen Standards.
Welche Empfehlungen bringen den größten Mehrwert?
1. Der Futsalball
Der Futsalball weist ein sprungreduziertes Verhalten auf, das dem Verhalten eines Fußballs auf Rasen ähnelt. Dadurch wird eine schnellere, einfachere und kontrolliertere Ballbehandlung ermöglicht. Der Kopf kann länger und öfter in der Höhe sein, das wiederum fördert die Ballbeherrschung und die Spielintelligenz.
Zusätzlich zeigen Unfallstatistiken, dass es beim Spielen mit einem Futsalball in der Halle zu weniger Kopftreffern und Verletzungen kommt als beim Spielen mit einem herkömmlichen Fußball.
2. Linien statt Banden
Bis zur U8 soll im 3-gegen-3 auf vier Tore gespielt werden. Diese Voraussetzungen sind auf den ersten Blick nicht in jeder Halle gegeben. Sie lassen sich jedoch schaffen.
Mithilfe mobiler Bandenlösungen, Langbänken und Linien können schnell mehrere Spielfelder in einer Halle entstehen.
Ab der U9 soll ausschließlich auf Linien gespielt werden – idealerweise im 3 + 1 auf mindestens zwei Spielfeldern.
Das Spielen auf Linien fördert die Entwicklung von Spielintelligenz, Ballkontrolle und Freilaufverhalten.
Die Bande kaschiert hingegen häufig eine mangelnde Ballbeherrschung und kann die Entwicklung der Spielintelligenz einschränken. Kinder ohne Ball müssen sich weniger freilaufen, während Kinder mit Ball seltener erkennen müssen, ob ein Mitspieler frei ist.
Die Bande kann somit die Entwicklung von Technik und Spielintelligenz verzögern.
Auch Unfallstatistiken zeigen, dass es beim Spielen mit Banden häufiger zu Verletzungen kommt als beim Futsal, bei dem auf Linien gespielt wird.
3. Torspieler und Tore
Durch den engen Raum und die Begrenzung des Spielfeldes mit Linien muss der Torspieler häufiger in das Spiel eingebunden werden und bessere spielerische Lösungen finden.
Der Ball kann nicht einfach nach vorne geschossen werden, da er sonst ins Aus gehen würde.
Die Feldspieler müssen sich daher besser freilaufen und den Torspieler unterstützen, um gemeinsam eine spielerische Lösung zu finden.
Durch die Torgröße – Handballtore – werden die Bedingungen für Torspieler fairer. Gleichzeitig lernen die Angreifer, genauer zu zielen, platzierter abzuschließen und weitere Spieler in die Abschlusszone zu bringen.
4. Kinder-Ball-Verhältnis
Durch die Nutzung mehrerer Spielfelder bis zur U11 werden die Hallen effizienter genutzt und mehr Kinder können gleichzeitig spielen.
Die langen Wartezeiten zwischen den Spielen werden reduziert. Gleichzeitig kann auf den Tribünen eine ruhigere Atmosphäre entstehen, da sich die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf mehrere gleichzeitig stattfindenden Spiele verteilt.
Gemeinsam die Zukunft des österreichischen Fußballs gestalten
Jede Veränderung braucht Zeit. Doch Expert:innen aus unterschiedlichen Bereichen sind sich einig: Wenn wir den langen österreichischen Winter im Training und im Spiel im Sinne der neuen Nachwuchs-Futsalbestimmungen nutzen, können wir alle davon profitieren.
Der Schlüssel dazu seid ihr!
Die vielen Vereine, Funktionär:innen, Trainer und Trainerinnen, die tagtäglich mit großem Engagement für die Entwicklung unserer Kinder und Jugendlichen arbeiten und auch im Winter viele Hallentrainings und Turniere organisieren.
Durch eure Offenheit gegenüber dem Thema Futsal können wir gemeinsam eine wichtige Basis für eine erfolgreiche Zukunft des österreichischen Fußballs schaffen.
Hier findet ihr die neuen Vorschriften und Empfehlungen für Futsal im Nachwuchs:
ÖFB – Vorschriften und Empfehlungen für Futsal im Nachwuchs
Hier findet ihr einen Bericht inklusive Video zu einem Pilotturnier im neuen Format:
Verkleinerte Spielform: Hallenturnier der LAZ-NÖ-Kids sorgt für Begeisterung
Bei Fragen oder Unsicherheiten könnt ihr euch gerne direkt an Konstantin Breuer und Patrik Barbic wenden.
https://www.oefb.at/oefb/News/TF-Futsal-16102026