14.9.2026 12:24

Mikroelektronik in Europa stärken: Bayern gestaltet European Chips Act 2.0 aktiv mit

Německo Bayerische Staatsregierung Jürgen Marks
AI shrnutí

MÜNCHEN. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger begrüßt die geplante Neuauflage des European Chips Act (ECA 2.0) und die darin vorgesehenen Verbesserungen für die europäische Halbleiterindustrie. Bayern beteiligt sich aktiv an der laufenden EU-Konsultation und bringt dabei die Interessen des Freistaats als führende europäische Halbleiterregion ein.

Aiwanger: „Der European Chips Act 2.0 geht in die richtige Richtung. Mit der Neuauflage durch die Europäische Kommission erreicht die europäische Halbleiterpolitik ihre nächste Phase. Bayern gestaltet diesen Prozess aktiv mit. Wir dürfen nicht wieder nur reagieren, sondern müssen in Europa selbst Maßstäbe setzen. Denn ohne zuverlässig verfügbare und leistungsfähige Mikroelektronik wird es keine Künstliche Intelligenz, keine Energiewende und keine Mobilitätswende geben – ja, nicht einmal eine elektrische Zahnbürste.“

Viele der Impulse, die Bayern bereits in der ersten Konsultationsrunde eingebracht hat, finden sich im vorliegenden Entwurf wieder. So soll der bislang stark auf sogenannte „First-of-a-Kind“-Projekte und modernste Chiptechnologien ausgerichtete Ansatz geöffnet werden. Auch etablierte Chiptechnologien und größere Strukturbreiten, die insbesondere für die Automobilindustrie von großer Bedeutung sind, sollen stärker berücksichtigt werden können.

Zudem soll die gesamte Wertschöpfungskette – von Materialien und Chipdesign über die Fertigung bis hin zu Backend und Leiterplatten – stärker in den Blick genommen werden. Auch die Regionen sollen eine größere Rolle erhalten, und Genehmigungsverfahren sollen deutlich beschleunigt werden.

Als führende europäische Halbleiterregion und aktives Gründungsmitglied der European Semiconductor Regions Alliance (ESRA) begrüßt Bayern insbesondere die stärkere Einbindung der Regionen. Der Freistaat wird sich für das neu geschaffene „Regions of Excellence“-Label bewerben. Aiwanger: „Dieses Label muss sich an tatsächlicher technologischer Kompetenz orientieren und für die ausgezeichneten Regionen konkrete Vorteile bringen. Ein Etikett allein reicht nicht.“

Kritisch sieht Bayern hingegen die Frage der Finanzierung und des zusätzlichen bürokratischen Aufwands. Die Mitgliedstaaten und Regionen dürfen nicht den Großteil der finanziellen Lasten tragen. Im Mehrjährigen Finanzrahmen der EU müssen deshalb Mittel vorgesehen werden, die der strategischen Bedeutung der Halbleiterindustrie entsprechen. Gleichzeitig müsse verhindert werden, dass Unternehmen durch zusätzliche Berichtspflichten weiter belastet werden.

Aiwanger: „Auch die EU selbst ist gefordert: Wenn es schneller gehen soll, müssen die beihilferechtlichen Prüfverfahren deutlich schlanker und schneller werden. Dafür braucht es im Zweifel auch mehr Personal. Die Welt wartet nicht auf Europa. Der ECA 2.0 muss deshalb schnellstmöglich verabschiedet und umgesetzt werden.“

Der European Chips Act soll durch gezielte Förderung Investitionen in Forschung, Entwicklung und industrielle Fertigung ermöglichen, Innovationen vorantreiben und damit die Resilienz und technologische Souveränität Europas stärken. Das Bayerische Wirtschaftsministerium begleitet die Neuausrichtung des European Chips Act im Rahmen der Bayerischen Halbleiterinitiative aktiv.

Ansprechpartner:

Jürgen Marks

Leiter Pressereferat


https://www.bayern.de/mikroelektronik-in-europa-strken-bayern-gestaltet-european-chips-act-2-0-aktiv-mit

Autor
Kontaktní osoba
Jürgen Marks

Společnost / Organizace
Bayerische Staatsregierung
Sdílet