10.9.2026 11:20

Gut vorbereitet ins neue Schuljahr

Rakousko Land Vorarlberg Martina Hämmerle
V Vorarlberg začíná školní rok 2026/27 s více než 56 tisíci žáků a 7 tisíci učiteli; na startu nastupuje 379 nových pedagogů. Hlavními body jsou spolehlivé zajištění výuky, posílení základních dovedností a bezpečné, respektující prostředí ve školách, včetně rozšířených podpůrných programů, jazykové a čtenářské podpory a speciálních fungujících systémů proti šikaně. Důraz je kladen na flexibilní Deutschförderung, projekt Chancenbonus pro vybrané školy a nové postupy v oblasti suspendování, podpory žáků a zapojení rodičů.
AI shrnutí

Über 56.000 Schülerinnen und Schüler starten in Vorarlberg – Personalversorgung, Grundkompetenzen und sichere Schulen im Fokus.

Am Montag (14. September) beginnt für 56.212 Schülerinnen und Schüler und 7.019 Lehrpersonen in Vorarlberg das Schuljahr 2026/27. Für 5.578 Kinder ist es der erste Schultag, gleichzeitig treten 379 Lehrpersonen neu in den Schuldienst an Vorarlbergs Schulen ein. Neben einer verlässlichen Unterrichtsversorgung stehen im neuen Schuljahr insbesondere die Stärkung der Grundkompetenzen, gezielte Förderangebote und ein sicheres, respektvolles Miteinander an den Schulen im Mittelpunkt. „Ein Schulstart ist immer etwas Besonderes: Für viele Kinder und Familien beginnt ein neuer Lebensabschnitt, für unsere Pädagoginnen und Pädagogen ein weiteres Jahr mit einer großen und verantwortungsvollen Aufgabe. Wir wollen dafür bestmögliche Rahmenbedingungen schaffen – mit engagierten Lehrpersonen, gezielter Unterstützung für Schülerinnen und Schüler und Schulen, an denen erfolgreiches Lernen und gutes Miteinander gleichermaßen im Mittelpunkt stehen“, betonen Landesrätin Barbara Schöbi-Fink und Bildungsdirektor Heiko Richter.

379 neue Lehrkräfte starten an Vorarlbergs Schulen

Zu Schulbeginn treten 379 neue Lehrkräfte ihren Dienst an einer Schule in Vorarlberg an, diese verteilen sich wie folgt:

  • 194 Lehramt
  • 71 Quereinstieg
  • 114 Sondervertrag

An den Landesschulen (Pflichtschulen und Berufsschulen) unterrichten 2026/27 insgesamt 5.092 Lehrpersonen. Es treten insgesamt 250 Lehrpersonen ihren Dienst neu an. Offen sind derzeit noch sieben Stellen bzw. knapp vier Vollzeitäquivalente.

An den Bundesschulen (AHS und BMHS) werden zu Schulbeginn insgesamt 1.927 Lehrpersonen im Einsatz sein. Nach derzeitigem Stand werden 129 Lehrpersonen neu in den Schuldienst aufgenommen. Aktuell sind vier Stellen bzw. zwei Vollzeitäquivalente noch nicht besetzt.

Die Stellenbesetzung bleibt trotz einer leichten Entspannung im Primarstufenbereich eine Herausforderung. Grundsätzlich fehlt es in allen Schularten an Lehrpersonen mit abgeschlossenem Lehramtsstudium. In der Sekundarstufe hat sich die Suche nach geeigneten Lehrpersonen zuletzt erschwert: Zwar gab es insgesamt viele Bewerbungen, die vorhandenen Qualifikationen entsprachen jedoch häufig nicht den gesuchten Profilen. Hinzukommt, dass auch nach Schulbeginn bzw. im Laufe des Schuljahres durch Schwangerschaften, krankheitsbedingte Ausfälle oder zurückgezogene Bewerbungen und Stellenzusagen wieder neue Bedarfe entstehen, die dann ausgeschrieben werden. Diese Stunden müssen zumindest vorübergehend durch Lösungen am jeweiligen Schulstandort abgedeckt werden, etwa durch Mehrdienstleistungen, Stundenumschichtungen oder den Einsatz von Studierenden und pensionierten Lehrpersonen.

Dass die Unterrichtsversorgung zum Schulbeginn dennoch weitgehend sichergestellt werden kann, ist das Ergebnis intensiver Rekrutierungsarbeit der Bildungsdirektion und der Schulen. Bei der Gewinnung von Lehrpersonen wird auf mehreren Ebenen angesetzt: durch aktive Personalgewinnung, Unterstützung beim Berufseinstieg, die Öffnung für qualifizierte Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger sowie Maßnahmen wie die Landeswerbekampagne „bildung bringt’s“, das Welcome Center für potenzielle Neulehrkräfte und das Nachwuchsförderprogramm „Students Teach Students“.

Grundkompetenzen gezielt stärken

Die Stärkung grundlegender Kompetenzen zählt im Schuljahr 2026/27 zu den zentralen pädagogischen Schwerpunkten der Bildungsdirektion. Ausgangspunkt dafür sind v.a. die im März präsentierten Ergebnisse der individuellen Kompetenzmessung PLUS (iKMPLUS) in der Primarstufe.

Gemeinsam mit den Schulleitungen wurden die Ergebnisse analysiert und daraus Maßnahmen abgeleitet. Die Schulaufsicht unterstützt die Schulen dabei, ihre Standortergebnisse auszuwerten und daraus konkrete Schwerpunkte für die Unterrichtsentwicklung zu erarbeiten. Auch in der Aus-, Fort- und Weiterbildung an der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg, bei Schulleitungstagungen und pädagogischen Tagen der Kollegien sowie im direkten Austausch mit Schulen werden die Ergebnisse und mögliche Maßnahmen regelmäßig thematisiert. Bewährte Praxisbeispiele sollen gesammelt und stärker zwischen den Schulen ausgetauscht werden.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Sprach- und Leseförderung als Grundlage für erfolgreiches Lernen in allen Fächern. Bestehende Initiativen wie das Bildungsnetzwerk „Literatur und Lesen“, die Angebote des Sprache.Lesen.Teams, das Lesegütesiegel, Lesepatenschaften und weitere Leseprojekte sollen weiter ausgebaut werden. Ziel ist eine durchgängige Leseförderung über mehrere Schulstufen hinweg.

Im Herbst werden die ersten iKMPLUS-Ergebnisse für die Sekundarstufe I erwartet. Ebenfalls im Herbst plant das Bildungsministerium die erstmalige Veröffentlichung grundlegender standortbezogener Schuldaten aller Volksschulen, die auch die Schulmittelwerte bei iKMPLUS enthalten werden. 2027 ist die Veröffentlichung der standortbezogenen Daten für die Sekundarstufe I und in weiterer Folge für die Sekundarstufe II vorgesehen.

Mehr Flexibilität bei der Deutschförderung

Im kommenden Schuljahr wird es voraussichtlich 51 Deutschförderklassen an jenen Pflichtschulen in Vorarlberg geben, die mindestens acht außerordentliche Schülerinnen und Schüler mit intensivem Deutschförderbedarf haben. Neu ist, dass diese Schulen statt einer eigenen Deutschförderklasse auch ein schulautonomes Förderkonzept umsetzen können, bei dem die Deutschförderung stärker in der Stammklasse erfolgt. 39 Schulen haben sich für ein autonomes Fördermodell entschieden.

Chancenbonus für elf Vorarlberger Schulen

Das Chancenbonus-Programm des Bildungsministeriums greift zentrale Erfahrungen aus dem Vorarlberger Projekt „Schulen mit besonderen Herausforderungen“ auf, das Land und Bildungsdirektion seit 2018/19 umgesetzt haben. Mit dem Chancenbonus werden bundesweit 400 Schulen mit besonders herausfordernden sozioökonomischen Rahmenbedingungen durch zusätzliche personelle Ressourcen unterstützt. In Vorarlberg wurden elf Volks- und Mittelschulen ausgewählt. Ihnen stehen insgesamt 17 Vollzeitäquivalente ergänzend zur regulären Personalausstattung zur Verfügung. Je nach Bedarf können die Schulen zusätzliches Lehrpersonal sowie Fachkräfte aus den Bereichen Schulsozialarbeit, Schulpsychologie oder Sozialpädagogik flexibel für Unterstützungsangebote einsetzen. Ziel ist es, die Schulen entsprechend ihren konkreten Herausforderungen gezielt zu stärken und damit Lernmotivation, Wohlbefinden und Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler zu verbessern.

Sicheres und respektvolles Miteinander an Schulen

Ein sicheres und respektvolles Schulklima ist eine wesentliche Voraussetzung für erfolgreiches Lernen. Prävention, frühzeitiges Erkennen von Konflikten und professionelle Unterstützung bei Mobbingfällen bleiben deshalb wichtige Aufgaben im neuen Schuljahr. Schulen können dabei auf ein breites Netzwerk an Unterstützungssystemen zurückgreifen, die sich im steten Ausbau befinden.

  • Schulsozialarbeit: Mit Schulbeginn haben alle Pflichtschulen entweder ein stationäres Angebot direkt am Schulstandort oder Zugang zu mobiler Schulsozialarbeit aus einem regionalen Pool. Insgesamt stehen dafür 39 Vollzeitäquivalente zur Verfügung. An den Bundesschulen sind vier Vollzeitstellen für Schulsozialarbeit eingerichtet.
  • Schulpsychologie: Auch dieses Unterstützungsangebot wird seitens des Bundes weiter ausgebaut (20 Vollzeitäquivalente). Die Ausschreibungen laufen derzeit noch.
  • Koordinationsstelle Mobbing (KoMo): Die vom Land finanzierte KoMo in der Bildungsdirektion steht Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrpersonen und Schulleitungen aller Schulen beratend zur Verfügung. Aufgrund der gestiegenen Nachfrage wurde sie im Mai auf 1,5 Vollzeitäquivalente aufgestockt.
  • Information und Fortbildung: Schulen erhalten laufend Informations- und Fortbildungsangebote, um Mobbingsituationen frühzeitig zu erkennen und professionell darauf reagieren zu können. Die bestehenden Abläufe für Prävention und Intervention werden regelmäßig bei Schulleitungstagungen vermittelt und weiterentwickelt.
  • Außerschulischer Bereich: Für Mobbingfälle außerhalb der Schule hat das Land ein Unterstützungsangebot bei der Kinder- und Jugendanwaltschaft aufgebaut. Zwischen den zuständigen Stellen besteht eine enge Zusammenarbeit.

Suspendierungsbegleitung wird verpflichtend

Im vergangenen Schuljahr wurden in Vorarlberg insgesamt 167 Suspendierungen ausgesprochen, im Vorjahr waren es 114. Die Gründe für Suspendierungen sind vielfältig (z.B. körperliche Übergriffe gegenüber Mitschülerinnen und Mitschülern oder Lehrpersonen, gefährliche Drohungen, vorsätzliche Sachbeschädigung oder Diebstahl). Gleichzeitig zeigt sich, dass Schulen das gesetzliche Instrument bei entsprechenden Gefährdungslagen konsequent einsetzen.

Eine Suspendierung kommt in Betracht, wenn aufgrund des Verhaltens einer Schülerin oder eines Schülers eine entsprechende Gefährdungslage besteht. Aufgrund der Erweiterung der gesetzlichen Suspendierungsgründe um beharrliche Belästigung oder Herabwürdigung ist im kommenden Schuljahr mit einer höheren Zahl an Suspendierungen zu rechnen.

Ab dem Schuljahr 2026/27 gibt es für Schülerinnen und Schüler, die länger als drei Tage suspendiert werden, eine verpflichtende Suspendierungsbegleitung – bisher war diese nur auf freiwilliger Basis möglich. Ein individueller Förderplan umfasst acht Stunden pro Woche: vier Stunden psychosoziale Begleitung durch die Zick Zack Schulsozialarbeit bei AQUA Mühle zur Vorbereitung der Rückkehr in die Schule und vier Stunden Lernbegleitung durch Lehrpersonen an der Stammschule. Bei entsprechender Gefährdungslage kann die Begleitung online erfolgen. Auch die Eltern werden verbindlich einbezogen, etwa durch verpflichtende Gespräche und die Unterstützung bei der Umsetzung des Förderplans. Für die Schulen wurde eine Handreichung erstellt, die ihnen die Reflexion, Entscheidung und Dokumentation erleichtern soll.

Ziel der Suspendierungsbegleitung ist es, gefährdendes Verhalten aufzuarbeiten, die Rückkehr in den Unterricht vorzubereiten und weiteren Suspendierungen vorzubeugen.

Kopftuchverbot für Schülerinnen unter 14 Jahren

Mit Schulstart tritt das neue Kopftuchverbot an allen Schulen in Österreich für Schülerinnen unter 14 Jahren in Kraft. Es gilt für jede Kopfbedeckung, die „das Haupt nach islamischen Traditionen verhüllt“. Ausnahmen gibt es bei Unterricht außerhalb des Schulgebäudes sowie bei Schulveranstaltungen und schulbezogenen Veranstaltungen außerhalb der Schule.

Die Schulen wurden bereits im Frühjahr informiert und bei der Eröffnungskonferenz nochmals auf die praktische Umsetzung vorbereitet. Für Verstöße sind abgestufte Handlungsabläufe vorgesehen: Zunächst wird die Schülerin von der Lehrperson zum Abnehmen des Kopftuchs aufgefordert. Erfolgt dies nicht, führt die Schulleitung ein Gespräch mit der Schülerin und ihren Eltern. Bei weiteren Verstößen wird die Bildungsdirektion eingebunden, die zu einem weiteren Gespräch einlädt. In letzter Konsequenz kann ein Verwaltungsstrafverfahren folgen.

Zur Zahl der Schülerinnen in Vorarlberg, die von der neuen Regelung betroffen sein könnten, liegen keine belastbaren Daten vor.

Weitere Themen im Überblick

  • Sommerschule: Morgen endet die Sommerschule an 72 Standorten in Vorarlberg. Über 3.000 Schülerinnen und Schüler nehmen daran teil und werden von rund 200 Lehrpersonen sowie 54 Studierenden auf den Schulbeginn vorbereitet. Im Zentrum stehen die Wiederholung und Vertiefung von Lerninhalten, die Vorbereitung auf das neue Schuljahr und – insbesondere für außerordentliche Schülerinnen und Schüler – die zusätzliche Deutschförderung.
  • Ganztägige Schulformen: An 169 Pflichtschulen wird es laut Bedarfsmeldung für über 14.100 Schülerinnen und Schüler ein ganztägiges Betreuungsangebot geben. An zehn Standorten werden insgesamt 42 verschränkte Ganztagesklassen geführt.
  • Semesterferien: Die Semesterferien finden in Vorarlberg im Schuljahr 2026/27 eine Woche später als gewohnt statt, und zwar von 15. bis 21. Februar 2027. Grund ist die Überschneidung der regulären Ferienwoche mit dem Faschingsdienstag am 9. Februar 2027.
  • Maturastart: Am 5. Mai 2027 startet für rund 1.720 Maturantinnen und Maturanten an AHS und BHS die schriftliche Zentralmatura mit dem Fach Deutsch.

Schülerinnen und Schüler in Vorarlberg im Schuljahr 2026/27

Insgesamt werden im Schuljahr 2026/27 über 56.000 Schülerinnen und Schüler an Vorarlbergs Schulen unterrichtet. Im Pflicht- und Berufsschulbereich steigt die Zahl gegenüber dem Vorjahr um 258 Schülerinnen und Schüler bzw. 0,7 Prozent. Bei AHS und BMHS ergibt sich derzeit ein Plus von insgesamt 223 Schülerinnen und Schülern bzw. 0,9 Prozent.

Schultyp

2025/26

2026/27

Planungszahlen

Veränderung

absolut

Prozent

Volksschulen

19.043

18.963

-80

-0,4

- Erstklässler

5.757

5.578

-179

-3,1

Mittelschulen

12.819

12.992

+173

+1,3

Sonderschulen

647

682

+35

+5,4

Polytechnische Schulen

1.044

1.065

+21

+2,0

Berufsschulen

5.900

6.009

+109

+1,8

Pflicht-/Berufsschulen gesamt

39.453

39.711

+258

+0,7

AHS

7.759

7.865

+106

+1,4

BMHS

8.519

8.636

+117

+1,4

- kaufmännische Schulen

2.862

2.802

-60

-2,1

- technische Schulen

2.605

2.591

-14

-0,5

- humanberufliche Schulen

3.052

3.243

+191

+6,3

mittlere/höhere Schulen gesamt

16.278

16.501

+223

+1,4

GESAMT

55.731

56.212

+481

+0,9


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