Bericht aus der Kabinettssitzung vom 8. September 2026
Der Bericht aus der Kabinettssitzung vom 8. September 2026 behandelt den aktuellen Stand der Olympiabewerbung Münchens, deren Bedeutung für Bayern und Deutschland sowie den breiten gesellschaftlichen Nutzen. Zudem wird die Förderung des Internationalen Deutschen Turnfestes 2029 in München mit European Gymnastics Games 2029 beschrieben, einschließlich einer gemeinsamen Kostenbeteiligung von Bund und Land. Weiterhin werden geplante internationale Großveranstaltungen in Bayern und die langfristigen Schwerpunkte der Sportförderung erläutert, insbesondere die Stärkung von Breiten- und Nachwuchsleistungssport, der Ausbau von Vereinstätten sowie die Rolle des organisierten Sports für Gesellschaft und Wirtschaft.
1. Olympiabewerbung der Landeshauptstadt München – Aktueller Stand.
2. Förderung des Internationalen Deutschen Turnfestes 2029 in München mit integrierten Europameisterschaften in Turnsportarten („European Gymnastics Games 2029“)
3. Internationale Sportgroßereignisse in Bayern
4. Sportförderung in Bayern – Ausblick und Schwerpunkte
1. Olympiabewerbung der Landeshauptstadt München – Aktueller Stand
Der Auswahlprozess für den deutschen Olympiabewerbungsstandort geht in die entscheidende Phase. Am 26. September 2026 entscheidet die außerordentliche Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Baden-Baden über den nationalen Bewerbungsstandort.
Für die Bayerische Staatsregierung ist die Bewerbung der Landeshauptstadt München um die Olympischen und Paralympischen Spiele weit mehr als ein sportliches Großprojekt. Sie ist eine einmalige Chance – für das Sportland Bayern, für Deutschland, für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, für die internationale Wahrnehmung und für die positive Weiterentwicklung unseres Landes.
Wir wollen Olympia! Olympische und Paralympische Spiele begeistern Menschen, verbinden Generationen und können nachhaltige Impulse setzen – für Wirtschaft und Tourismus, für Technologie, für Innovation und Forschung, für moderne Infrastruktur, für Ehrenamt, für den Breiten- und Leistungssport sowie für Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe.
Dass die Bewerbung in Bayern über Ressort- und Fraktionsgrenzen hinweg breite Unterstützung findet, ist ein wichtiges Signal. Es verdeutlicht den gemeinsamen Willen, Bayern und Deutschland weiter zu stärken – insbesondere für die nachfolgenden Generationen.
Bayern verfügt über hervorragende sportpolitische Rahmenbedingungen. Mit dem Bayerischen Sportgesetz wurde frühzeitig ein klares Bekenntnis für den Sport als gesamtgesellschaftliche Aufgabe abgegeben. Die normierte Zielsetzung des Freistaats Bayern für eine sporttreibende, aktive, gesunde und leistungsfreudige Bevölkerung ist bundesweit einzigartig und ein Alleinstellungsmerkmal für die laufende Olympiabewerbung Münchens.
Dazu kommt der breite Rückhalt in der Bevölkerung. Beim Bürgerentscheid im Oktober 2025 haben sich 66,4 Prozent der Münchnerinnen und Münchner für Olympia ausgesprochen – und das bei einer Rekord-Wahlbeteiligung von 42 Prozent. Damit wurde weltweit das erste Mal ein derartiges Ergebnis erzielt, das auch für das Internationale Olympische Komitee (IOC) in Lausanne historische Bedeutung hat.
Das vom IOC und DOSB erwünschte kompakte „One-Village-Konzept“ wird durch das vorhandene, lebendig gehaltene olympische Erbe Münchens und Bayerns von 1972 bestens umgesetzt. Das Münchner Konzept steht für kurze Wege, kurze Reisezeiten und setzt die Athletinnen und Athleten in den Mittelpunkt. Rund 90 Prozent der Wettkampfstätten liegen in einem Radius von weniger als 30 Kilometern. Erstmals sollen zudem auch die Fußballteams im Olympischen Dorf integriert werden. Alle Athletinnen und Athleten dürfen zudem über die gesamte Dauer der Spiele im Dorf bleiben und müssen nicht nach dem unmittelbaren Wettkampfende die Koffer packen und abreisen.
Der weltberühmte Olympiapark bildet das Herzstück des kompakten Bewerbungskonzepts und steht sinnbildlich für das olympische Erbe von 1972 und gelebte Nachhaltigkeit. München kann damit auf weitgehend vorhandene Olympiasportstätten zurückgreifen, die seit über 50 Jahren noch immer im Sport- und Wettkampfbetrieb sind. Sie müssen nicht neu gebaut, sondern nur modernisiert und barrierefrei gestaltet werden. Erfordernisse, die auch ohne die Spiele anstünden und ein nachhaltiger Gewinn für den Breiten- und Spitzensport gleichermaßen sind.
Der Freistaat Bayern und München verfügen über eine große anerkannte internationale Strahl- und Durchsetzungskraft, sind Garant für höchste Sicherheit, Wirtschaftskraft, Kompetenz und Standortstärke. Darauf wird es am Ende beim internationalen Wettbewerb um Olympische und Paralympische Spiele beim IOC ankommen, um die Spiele zu erhalten und ausrichten zu dürfen. Nur eine erfolgreiche Bewerbung bietet für alle Beteiligten die Möglichkeit, die Bedeutung des Sports für Gesellschaft, Ehrenamt und Standortentwicklung langfristig in einzigartiger Weise zu stärken: Für München. Für Bayern. Für Deutschland.
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2. Förderung des Internationalen Deutschen Turnfestes 2029 in München mit integrierten Europameisterschaften in Turnsportarten („European Gymnastics Games 2029“)
Der Ministerrat begrüßt die Austragung des Internationalen Deutschen Turnfestes (IDTF) 2029 in München und unterstützt zugleich die Bewerbung des Deutschen Turner-Bundes um die European Gymnastics Games, die parallel dazu stattfinden sollen. Für beide Veranstaltungen stellt die Staatsregierung eine substanzielle Beteiligung an den Durchführungskosten in Aussicht, sofern sich Bund und Landeshauptstadt München in gleicher Höhe beteiligen.
Das IDTF findet alle vier Jahre statt und gilt als weltweit größte Veranstaltung, die Breiten- und Leistungssport unter einem Dach vereint. Für das fünftägige Sportfest werden in München wie zuletzt 1998 bis zu 100.000 aktive Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie zuletzt 2017 in Berlin insgesamt über 800.000 Besucherinnen und Besucher erwartet. Traditionell finden begleitend zum IDTF auch kulturelle und leistungssportliche Veranstaltungen statt
Der Deutsche Turner-Bund plant, sich gemeinsam mit dem Nachbarland Italien beim Europäischen Turnverband um die Ausrichtung der European Gymnastics Games zu bewerben. Diese stellen ein neues Format dar, bei dem Europameisterschaften in vier olympischen und vier nichtolympischen Turnsportarten in einem Multi-Sportevent zusammengeführt werden. Durch die Kooperation des Deutschen Turner-Bunds mit dem italienischen Verband soll nicht nur die finanzielle und organisatorische Belastung geteilt werden, sondern insbesondere auch die deutsch-italienische Freundschaft im sportlichen und kulturellen Bereich gestärkt werden.
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3. Internationale Sportgroßereignisse in Bayern
Die Menschen in Bayern sind sportbegeistert und lieben Sportveranstaltungen. Sie bringen die Menschen fried- und freudvoll zusammen, motivieren zum Sporttreiben, stärken die Gemeinschaft und das Wir-Gefühl. Sie können – wie beispielsweise die European Championships 2022 – eine regelrechte Begeisterung im Land auslösen.
Sportminister Joachim Herrmann hat dem Ministerrat heute über aktuell bekannte Planungen für die Durchführung internationaler Sportgroßereignisse in Bayern in den kommenden Jahren berichtet. Dabei wurde nochmals unterstrichen, dass Bayern ein hochattraktiver Standort für die Durchführung von Sportgroßveranstaltungen ist und die Staatsregierung auch in den nächsten Jahren zusätzlich zu den Olympischen und Paralympischen Spielen möglichst viele Sportgroßveranstaltungen wie Welt- und Europameisterschaften in den Freistaat holen möchte.
In den kommenden Jahren stehen im Sommer- und Wintersport insbesondere folgende Sportgroßveranstaltungen mit Austragungsorten in Bayern in Aussicht:
Mit der Unterstützung der Sportgroßereignisse setzt die Staatsregierung weiterhin wichtige positive Impulse für den Sport, die Wirtschaft und die gesamte Gesellschaft. Zudem tragen die Veranstaltungen zur Stärkung des eigenen Images in der Welt bei und entfalten eine Vorbild- und Anreizwirkung für Jung und Alt. Der Freistaat Bayern stellt hierfür jährlich erhebliche Mittel und Sicherheitsdienstleistungen bereit.
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4. Sportförderung in Bayern – Ausblick und Schwerpunkte
Die staatliche Sportförderung auf Grundlage der bayerischen Sportförderrichtlinien gewährt Sportverbänden und -vereinen größtmögliche Gestaltungsfreiräume, damit der organisierte Sport seine Aufgaben eigenständig, verantwortungsbewusst und im Interesse des Gemeinwohls wahrnehmen kann. Der Freistaat Bayern unterstützt seine Sportvereine und -verbände seit Jahren kraftvoll mit einer verlässlichen, stetig angewachsenen und sehr leistungsfähigen Sportförderung.
Die Mittel für den Breiten- und Nachwuchsleistungssport befinden sich aktuell auf einem Rekord-Niveau in Bayern. Während im Jahr 2018 noch 56,8 Millionen Euro zur Verfügung standen, liegt der Gesamtansatz inzwischen dauerhaft bei mehr als 100 Millionen Euro jährlich.
Die Zahl der Vereinsmitglieder und der eingesetzten Trainer- und Übungsleiterlizenzen steigt weiter. Damit erreicht die Zahl der Fördereinheiten im Rahmen der staatlichen Vereinspauschale einen neuen Höchststand. Gegenüber dem Vorjahr kommen rund zwei Millionen zusätzliche Fördereinheiten hinzu. Diese positiven Entwicklungen verdeutlichen einmal mehr, dass die Vereinspauschale ein großartiges und unbürokratisches Erfolgsmodell ist. Die Bayerische Staatsregierung bekennt sich zur Bedeutung dieses in der Breite Bayerns besonders wirksamen Bausteins der Sportförderung.
Der Fokus der staatlichen Sportförderung gilt darüber hinaus dem vereinseigenen Sportstättenbau und dem Sportbetrieb der Sportfachverbände und verdeutlicht die herausragende gesellschaftliche Rolle des organisierten Sports in Bayern.
Gerade auch mit Blick auf Olympia und Paralympics will die Bayerische Staatsregierung den organisierten Sport weiterhin kraftvoll unterstützen und das erreichte Rekordniveau der staatlichen Sportförderung in Bayern konsequent fortschreiben.
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