3.9.2026 13:09

ERC Starting Grants: Millionenförderung für zwei Kölner Forschende

Německo Universität zu Köln Jan Voelkel
Dvě univerzitní vědkyně z Kölnu získaly ERC Starting Grants: Ninon Dubourg v oblasti středověké historie a Philipp Schommers v medicíně získají granty až do výše 1,5 milionu EUR na pět let, což potvrzuje širokou výjimečnost výzkumu na Univerzitě v Köln. Projekt OPTIMsAB se zaměřuje na zlepšení imunoterapie lymfomů prostřednictvím multizaměřených protilápek a překonání rezistence, zatímco projekt DISMAT zkoumá materiální kulturu mobility v středověké severní Francii a zkoumá, jak mobilita a pomůcky ovlivňovaly každodenní život lidí s různými druhy postižení. Celkově tato ocenění ukazují rozmanitost výzkumu na univerzitě a význam evropského financování pro raně kariérní vědecké talenty.
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Wissenschaftler*innen der Universität zu Köln aus der Medizin und der Mittelalterforschung haben eine der begehrtesten europäischen Förderungen für Forschende in einer frühen Karrierephase eingeworben. Insgesamt bis zu drei Millionen Euro über fünf Jahre.

Die Historikerin Dr. Ninon Dubourg und der Mediziner Professor Dr. Dr. Philipp Schommers sind vom Europäischen Forschungsrat (ERC) mit je einem Starting Grant ausgezeichnet worden. Exzellente Wissenschaftler*innen in einer frühen Karrierephase werden mit dem Starting Grant für die Dauer von fünf Jahren mit jeweils bis zu 1,5 Millionen Euro gefördert. „Die beiden ERC Starting Grants unterstreichen die Bandbreite exzellenter der Forschung an der Universität zu Köln. Sie ermöglichen neue Erkenntnisse über die mittelalterliche Geschichte ebenso wie über die Mechanismen, mit denen Lymphomzellen therapiert werden können. Zu dieser besonderen Anerkennung des Europäischen Forschungsrats gratuliere ich unseren beiden Forschenden herzlich“, sagt Professor Dr. Joybrato Mukherjee, Rektor der Universität zu Köln.

Die Forschenden im Projekt „Mapping Immune Escape in Lymphoma and Overcoming It with Novel Optimized Multispecific Antibodies“ (OPTIMsAB) verfolgen das Ziel, die Behandlung von Lymphomen entscheidend zu verbessern. Unter der Leitung von Else Kröner Clinician Scientist Professor Dr. Dr. Philipp Schommers (Medizinische Fakultät, Klinik I für Innere Medizin, Universitätsklinikum Köln) wird das Team innovative immuntherapeutische Ansätze erforschen, um die Wirksamkeit von Antikörpertherapien zu steigern.

Bispezifische Antikörper (BiAbs) sind im Labor hergestellte Proteine, die gleichzeitig zwei verschiedene Bindungsstellen besitzen. Sie haben bereits die Behandlung von Lymphomen revolutioniert, jedoch entwickeln viele Patient*innen Resistenzen. Das OPTIMsAB-Projekt zielt darauf ab, diese Resistenzmechanismen zu verstehen und neue, multispezifische Antikörper (msAbs) zu entwickeln, die mehrere Ziele gleichzeitig angreifen und zusätzliche Immunzellen aktivieren können. Durch die Kombination von molekularen Analysen und innovativen Experimenten werden die Wissenschaftler*innen die Oberflächenmerkmale von Lymphomzellen kartieren und gezielt msAbs entwickeln, die diese Resistenzen überwinden.

„Die Förderung ermöglicht es uns, die Lymphomtherapie zu verbessern, indem wir neue, hochwirksame und sichere Antikörper entwickeln“, sagt Professor Dr. Dr. Philipp Schommers. Das Projekt verspreche nicht nur konkrete neue Therapieoptionen, sondern könne auch das grundlegende Verständnis von Immunresistenzen bei Lymphomen voranbringen.

Das Forschungsprojekt „DISability and MATerial Culture in the Middle Ages. Uncovering the Traces of Mobility Aids in Northern France (11th–16th c.)“ (DISMAT) unter der Leitung von Dr. Ninon Dubourg (Mittelalterliche Geschichte, Philosophische Fakultät) untersucht mit dem Gebrauch von Mobilitätshilfen wie Krücken, Gehstöcken und anderen Hilfsmitteln eine bislang wenig beachtete Seite mittelalterlicher Lebenswelten. Viele dieser alltäglichen Objekte sind heute verloren, andere wurden in Sammlungen bislang möglicherweise nicht als Mobilitätshilfen erkannt. Schriftliche Quellen, Bilder, archäologische Funde und menschliche Überreste zeigen jedoch, dass solche Hilfsmittel zum mittelalterlichen Alltag gehörten.

DISMAT erforscht die materielle Geschichte von Behinderungen in Nordfrankreich vom 11. bis zum 16. Jahrhundert. Die Forschenden untersuchen, wie Mobilitätshilfen hergestellt, verwendet, angepasst und wahrgenommen wurden und welchen Einfluss sie auf die Bewegungsmöglichkeiten und den Alltag ihrer Nutzer*innen hatten.

„Das Fehlen oder die schwierige Identifizierung materieller Zeugnisse ist für uns kein Hindernis, sondern Ausgangspunkt der Forschung“, sagt Dr. Dubourg. „Indem wir unterschiedliche Spuren zusammenführen, können wir untersuchen, wie Menschen mit eingeschränkter Mobilität ihren Alltag gestalteten und sich durch ihre Umwelt bewegten.“

Dafür verbindet DISMAT Ansätze aus Geschichtswissenschaft, Archäologie, Disability Studies, Kunstgeschichte und Bioarchäologie. Texte und Bilder werden mit materiellen Befunden und Befunden von Knochenresten zusammengeführt, bestehende Museumssammlungen neu untersucht und mögliche Mobilitätshilfen neu interpretiert. Experimentelle Rekonstruktionen helfen darüber hinaus zu verstehen, wie solche Objekte hergestellt wurden, wie sie funktionierten und welche körperlichen Erfahrungen mit ihrer Nutzung verbunden waren.

Auf diese Weise macht DISMAT einen Teil mittelalterlicher Lebenswelten sichtbar, der in der historischen Forschung lange schwer greifbar geblieben ist. Mobilitätshilfen erscheinen dabei nicht allein als praktische Gegenstände, sondern als Teil der materiellen, sozialen und kulturellen Erfahrung von Behinderung. Das Projekt eröffnet damit neue Perspektiven darauf, wie Menschen mit unterschiedlichen Körpern im Mittelalter lebten, sich bewegten und ihre Umwelt nutzten.

Presse und Kommunikation:
Jan Voelkel
+49 221 470 2356
j.voelkel(at)verw.uni-koeln(dot)de

Weitere Informationen:
https://erc.europa.eu/news-events/news/erc-2026-starting-grants-results

https://uni-koeln.de/universitaet/aktuell/meldungen/meldungen-detail/erc-starting-grants-millionenfoerderung-fuer-zwei-koelner-forschende

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