Hinschauen. Aktiv werden. Gemeinsam gegen Wohnungsnot.
Unter dem Motto „Hinschauen. Aktiv werden. Gemeinsam gegen Wohnungsnot.“ wird der deutschlandweite Tag der wohnungslosen Menschen am 11. September 2026 von Dresden aus mit Ausstellungen, Fachtagung und Begegnungsangeboten begleitet. Die Veranstaltungswoche zielt darauf ab, Aufmerksamkeit für die Lebenssituation wohnungsloser Menschen zu schaffen, Sichtbarkeit, Austausch und Solidarität zu fördern und konkrete Hilfsangebote vor Ort vorzustellen. In Dresden werden unter anderem eine Ausstellung im Hauptbahnhof, Fachvorträge, Begegnungsfest und Informationen sowie Unterstützungsangebote durch lokale Hilfsorganisationen präsentiert.
Aktionswoche für mehr Aufmerksamkeit für wohnungslose Menschen startet am 7. September.
Unter dem Motto „Hinschauen. Aktiv werden. Gemeinsam gegen Wohnungsnot.“ macht der deutschlandweite Tag der wohnungslosen Menschen am Freitag, 11. September 2026, auf die schwierige Lebenssituation von Menschen aufmerksam, die kein Dach über dem Kopf haben. Deshalb gibt es um den Aktionstag verschiedene Veranstaltungen und Angebote zum Hinschauen und Engagieren.
Sozialbürgermeisterin Dr. Kristin Klaudia Kaufmann„Wohnungslosigkeit ist nicht nur eine soziale Notlage. Sie berührt grundlegende Fragen von Würde und gesellschaftlicher Teilhabe, von Armut und Gesundheit, von bezahlbarem Wohnraum und vom Umgang der Gesellschaft mit Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Es geht um zwischenmenschliche Solidarität und gesellschaftliche Verantwortung. Deshalb unterstützt die Landeshauptstadt Dresden Menschen, die von Wohnungsnot betroffen sind, und selbstverständlich auch diese Aktionswoche. Mein Dank gilt den engagierten Akteurinnen und Akteure unserer Dresdner Wohnungsnotfallhilfe, die gemeinsam ein Zeichen für mehr Sichtbarkeit, Austausch, Kooperation und Solidarität mit wohnungslosen Menschen setzen.“
Auftakt im Hauptbahnhof
Die Aktionswoche startet am Montag, 7. September 2026, um 15 Uhr in der Eingangshalle des Dresdner Hauptbahnhofs mit der Ausstellung „Du im Spiegel“. Gezeigt werden etwa 40 Schwarz-Weiß-Porträts von Menschen, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind oder diese überwunden haben. Der Titel versteht sich als Einladung an die Betrachter: Was sehen wir zuerst, den Menschen oder das Klischee? Die Fotografien zeigen betroffene Menschen, geben ihnen ein Gesicht, hinterfragen Vorurteile und ermöglichen Begegnung. Die Ausstellung kann bis Freitag, 25. September, rund um die Uhr besichtigt werden. Eröffnet wird mit Live-Musik eines Künstlers, der selbst von Wohnungslosigkeit betroffen ist. Es gibt eine Mitmach-Aktion sowie einen gemeinsamen Rundgang durch die Ausstellung. An einem Infostand können sich Besucher über das Hilfesystem für wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen in Dresden informieren. Fachleute der Wohnungsnotfallhilfe sind vor Ort für Informationen und Gespräche: Sozialamt, Diakonie, Gemeinnützigen Gesellschaft Striesen Pentacon e. V., Straßenzeitung drObs, Suppenküche vom Eibi e. V., SAFE DD Straßensozialarbeit für Erwachsene Dresden (SZL Suchtzentrum gGmbH), Übergangswohnheime Boofe, Wetterwarte und Kipsdorfer Straße (Thomas Wolter GmbH).
Freitag, 11. September: Fachtagung „Endstation Übergangswohnheim“
Am Freitag, 11. September 2026, lädt der SOS Wohnungslosenhilfe e. V. in der Zeit von 9 bis 15 Uhr zur Fachdiskussion ins Berufliche Schulzentrum für Wirtschaft, Freiberger Straße 30, 01159 Dresden ein. Im Mittelpunkt stehen praktische Erfahrungen von Fachkräften, Stimmen wohnungsloser Menschen sowie innovative Projekte aus Dresden, Berlin und Graz. Gemeinsam soll diskutiert werden, wie auch unter schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen Lösungen gelingen können, die Betroffenen neue Perspektiven eröffnen und zugleich gesellschaftlich nachhaltig sind. Was bedeutet es für Menschen, über längere Zeit ohne eigene Wohnung zu leben? Welche Folgen hat Wohnungslosigkeit – und was brauchen Fachkräfte, um Menschen in besonders komplexen Lebenslagen wirksam zu unterstützen? Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich per E-Mail an [email protected]. Die Teilnahme kostet 35 Euro.
Begegnungsfest der Heilsarmee
Ein Fest zum Austausch und für Begegnung veranstaltet die Heilsarmee am Freitag, 11. September 2026, von 14 bis 16 Uhr in ihrem Tagestreff an der Reicker Straße 89. Es gibt Live-Musik, für Speisen und Getränke ist auch gesorgt.
Fakten zur Wohnungslosigkeit in Dresden
Aktuell verzeichnet die Stadtverwaltung 437 wohnungslose Frauen und Männer in Dresden. Diese Zahl umfasst wohnungslose Menschen, die sich ratsuchend im Sozialamt gemeldet haben. Die Stadt Dresden hält für wohnungslose Menschen in zwölf Heimen insgesamt 420 Plätze sowie in 30 Wohnungen zusammen 61 Plätze für eine Übernachtung zur Verfügung.
Neben einem Schlafplatz und dem Aufenthalt am Tag, der Möglichkeit zu duschen und der Zubereitung von Mahlzeiten, werden vor Ort Beratungs- und Unterstützungsleistungen angeboten. Außerhalb der Dienstzeiten des Sozialamtes stehen 50 Notschlafplätze für eine Übernachtung zur Verfügung. Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen können sich an eine der insgesamt vier Kontakt- und Beratungsstellen in Dresden wenden. Erfahrene Mitarbeiter stehen Betroffenen im Wohnungsnotfall mit Rat und Tat zur Seite.
Die vier Kontakt- und Beratungsstellen sind:
- Diakonisches Werk – Stadtmission Dresden gGmbH, Mohnstraße 43, 01127 Dresden;
- Gemeinnützige Gesellschaft Striesen Pentacon e. V., Ludwig-Hartmann-Straße 40, 01277 Dresden;
- Radebeuler Sozialprojekte gGmbH, Schillingstraße 7, 01159 Dresden-Löbtau;
- Verein für Soziale Rechtspflege e. V. für straffällig gewordene Menschen, Karlsruher Straße 36, 01189 Dresden.
Weitere Angebote, die von der Stadt finanziell unterstützt werden, sind Tagestreffs wie der Tagestreff „Schorsch“ in Pieschen und der Tagestreff in Reick sowie aufsuchende Sozialarbeit. Die Heilsarmee und die Rasop Radebeuler Sozialprojekte leisten zugehende Hilfen für wohnungslose Menschen. Zudem fördert die Stadt die Bahnhofsmission am Dresdner Hauptbahnhof und sozialarbeiterische Hilfen bei der Straßenzeitung „drObs“. Die Gemeinnützige Gesellschaft Striesen Pentacon e. V. bietet Beratung für Wohnungsnotfälle speziell für EU-Bürgerinnen und EU-Bürger an.
Weitere Informationen
- www.dresden.de/obdach