Pajari schreibt Geschichte mit historischem Hattrick für Toyota
Sami Pajari und Beifahrer Marko Salminen schrieben Geschichte, indem sie als erstes Fahrerduo in der FIA WRC drei Starts in Folge gewinnen konnten – darunter den Sieg bei der Rallye Paraguay mit einer fehlerfreien Vorstellung trotz extremer Bedingungen. Pajari startete zunächst wenig optimistisch, übernahm danach die Führung und entschied die Wertungen am Samstag mit einem Vorsprung von 25,8 Sekunden für sich. In der Herstellerwertung vergrößerte Toyota Gazoo Racing den Vorsprung, während weitere Top-Platzierungen für Evans, Solberg, Ogier und Katsuta das Rennwochenende abrundeten.
Dritter Sieg in Folge für den finnischen Shootingstar.
Köln. Sami Pajari und sein Beifahrer Marko Salminen haben Motorsportgeschichte geschrieben: Als erstes Fahrerduo überhaupt in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) konnten sie ihre ersten drei Rallye-Starts allesamt gewinnen.
Nachdem die jüngsten Erfolge auf den schnellen Schotterpisten in Estland und Finnland vor allem das Tempo des Finnen unterstrichen hatten, beruhte Pajaris Triumph in Südamerika vor allem auf einer fehlerfreien Vorstellung bei der anspruchsvollen zweiten Austragung der Rallye Paraguay im WRC-Kalender.
Zahlreiche Bodenwellen, Senken und scharfkantige, unter der lehmartigen Oberfläche verborgene Steine stellten gemeinsam mit hohen Temperaturen Mensch und Material auf eine harte Probe. Zudem sorgte die ständige Gefahr heftiger Regenfälle für zusätzliche Herausforderungen. Die GR YARIS Rally1 Fahrzeuge wurden während der Rallye sogar mit Schnorchelsystemen ausgerüstet, die sonst nur bei der Safari Rallye Kenia zum Einsatz kommen.
Pajari lag am Freitagmorgen nach der ersten Wertungsprüfung zunächst nur auf Rang sieben, nachdem ein Wasserleck aufgetreten war. Nachdem das Problem bis zum Mittagsservice kontrolliert und anschließend vollständig behoben werden konnte, übernahm er die Führung, während zahlreiche Konkurrenten größere Rückschläge hinnehmen mussten. Am Samstag baute er seinen Vorsprung schrittweise auf 24,1 Sekunden aus und sicherte sich schließlich mit 25,8 Sekunden Vorsprung den Gesamtsieg.
Auch Elfyn Evans und sein Beifahrer Scott Martin absolvierten eine gewohnt kontrollierte Rallye und belegten Rang vier. Damit verteidigten sie ihre Führung in der Fahrerwertung. Evans hatte nach dem turbulenten Auftakt am Freitag zwischenzeitlich ebenfalls in Führung gelegen, verlor durch einen Reifenschaden jedoch rund eine Minute. Am Ende fehlten lediglich 5,1 Sekunden auf einen Podiumsplatz. Zusätzliche wichtige Punkte sammelte er mit Rang vier in der Power Stage sowie Rang fünf in der Super Sunday-Wertung. Drei Rallyes vor Saisonende beträgt sein Vorsprung auf Pajari nun 20 Punkte.
Oliver Solberg führte die Rallye zunächst an, verlor jedoch in der dritten Wertungsprüfung durch einen Motorabsteller und einen Reifenwechsel rund vier Minuten. Gemeinsam mit Beifahrer Elliott Edmondson kämpfte er sich zurück und beendete die Rallye auf Rang fünf. Darüber hinaus gewann er die Power Stage und erzielte gemeinsam mit Teamkollege Sébastien Ogier die Bestzeit in der Super Sunday-Wertung.
Ogier und sein Beifahrer Vincent Landais waren nach einem Ausfall infolge eines Fahrwerksschadens am Freitag unter Wiederantrittsregelung zurückgekehrt. Sie belegten Rang zwei in der Power Stage und sicherten sich die maximale Ausbeute von fünf Punkten in der Super Sunday-Wertung dank ihres Erfolgs in der ersten Wertungsprüfung des Tages.
Mit diesen Ergebnissen beträgt der Vorsprung von TGR-WRT in der Herstellerwertung nun 173 Punkte bei noch 180 zu vergebenden Punkten.
Auch Takamoto Katsuta setzte seine Rallye nach einem Ausfall zunächst unter Wiederantrittsregelung fort. Nach einem Hochgeschwindigkeitsunfall in der vorletzten Wertungsprüfung musste er die Rallye jedoch endgültig beenden. Katsuta und sein Beifahrer Aaron Johnston wurden vorsorglich zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht und konnten dieses noch am selben Tag wieder verlassen.
In der WRC2-Kategorie feierte der GR YARIS Rally2 einen historischen Dreifachsieg. Der Paraguayer Diego Domínguez sicherte sich gemeinsam mit Beifahrer Rogelio Peñate und dem MSi Racing Team seinen ersten WRC2-Sieg auf heimischem Boden. Gus Greensmith und Jonas Andersson belegten im RaceSeven-Einsatzfahrzeug Rang zwei, während Alejandro Galanti und Marcelo Toyotoshi für TOYOTA GAZOO Racing Paraguay das Podium als Dritte komplettierten.
Yuki Yamamoto aus dem TGR WRC Challenge Program absolvierte seine erste Rallye auf südamerikanischem Boden. Nach technischen Problemen und einem Ausfall am Freitag kehrte er unter Wiederantrittsregelung zurück und sammelte wichtige Kilometer unter anspruchsvollen Bedingungen.
Akio Toyoda (TGR-WRT Chairman)
„Allen Mitgliedern unseres Teams, die an der Rallye Paraguay teilgenommen haben, sowie allen Beteiligten, die mit großem Einsatz die Durchführung dieser Veranstaltung ermöglicht haben, möchte ich meinen Dank und meine Glückwünsche aussprechen. Ihr habt eine äußerst anspruchsvolle Rallyewoche erfolgreich gemeistert.
Ich habe die Bilder des Serviceparks gesehen, nachdem starke Winde dort ihre Spuren hinterlassen hatten. Schon unter normalen Bedingungen zählt die Rallye Paraguay zu den schwierigsten Veranstaltungen im Kalender. Deshalb bin ich sehr erleichtert, dass die Rallye sicher abgeschlossen werden konnte. Vielen Dank für euren großartigen Einsatz.
Mitten in diesen schwierigen Bedingungen haben Sami und Marko einen fantastischen Sieg eingefahren. Drei Erfolge in Folge nach Estland und Finnland. Herzlichen Glückwunsch, Sami und Marko!
Die Art und Weise, wie ihr beide euch immer wieder zurückgekämpft habt, macht den Kampf um den Titel noch spannender. Sami und Marko sowie Elfyn und Scott: Es stehen noch drei Rallyes aus. Kämpft weiter, genießt den Wettbewerb und gebt alles für die Meisterschaft. Ich werde euch allen die Daumen drücken.“