21.8.2026 11:46

Rettet die Danuvina alacris!

Německo Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Boris Dreyer
FAU-Althistoriker Prof. Dr. Boris Dreyer organisiert gemeinsam mit der kroatischen Armee und Freiwilligen die Rettung der querliegenden, gefährdeten Danuvina alacris, einem Holznachbau eines römischen Patrouillenboots. Das 18 Meter lange Boot lag verwaist am Ufer der Drau in Kroatien und drohte durch Risse im Holz sowie durch Verwerfungen am Kiel zu versinken; nach einer planvollen Sicherung, Wassernachsprühen und Bodenarbeiten soll es zunächst nach Osijek gebracht und dort wieder instand gesetzt werden. Ziel ist, das EU-Projekt Living Danube Limes fortzuführen und die Danuvina alacris anschließend zurück an den Altmühlsee zu überführen.
AI shrnutí

FAU-Römerboot läuft in Kroatien auf Grund und muss in gemeinschaftlicher Anstrengung gerettet werden.

Die Sonne brennt auf sie herab. Niemand weiß, wie lange sie schon verwaist am Strand der Drau in Ostkroatien liegt. Bug und Mittschiff liegen hügelabwärts, das Heck hängt in der Luft. Der Kiel beginnt sich aufgrund ihres eignen Gewichts zu biegen. Die Danuvina alacris, der zweite Nachbau eines römischen Patrouillenboots der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), droht verloren zu gehen. Aber Rettung naht: FAU-Althistoriker Prof. Dr. Boris Dreyer hat sich nun mithilfe der kroatischen Armee sowie Freiwilligen daran gemacht, das von ihm gebaute EU-Projekt zu bergen und zurück an den Schlungenhof am Altmühlsee zu holen. Dort soll die Danuvina alacris nach Möglichkeit wieder in Stand gesetzt werden.

Schnelle Hilfe in Kroatien

Gebaut von 2020 bis 2022 im Rahmen des EU-Interreg-Projektes „Living Danube Limes“, war das Römerboot nach einer Überholung im letzten Winter ab Mitte April diesen Jahres nach Osijek in Kroatien übergeben worden. So wie seit 2024 schon an andere Staaten entlang der Donau: Österreich, Tschechien, Slowakei und Ungarn; eigentlich Routine. Dann wurde Boris Dreyer von einem Hafenarbeiter aus Osijek ein Foto zugespielt, das ihn in Alarmbereitschaft versetzt: Es zeigt die Danuvina in desolatem Zustand, verwaist am Ufer der Drau, einem Nebenfluss der Donau, liegend.

„Anfangs war ich erschüttert“, berichtet der FAU-Professor. „Ich konnte es kaum glauben, als ich aus dritter Hand das Foto zugespielt bekam.“ Dreyer kontaktierte dann am 4.8. die deutsche Botschaft in Zagreb. Der deutsche Militärattaché für Kroatien und Montenegro, Oberstleutnant Burkhard Weber, ermöglichte umgehend Kontakt zur kroatischen Armee, welche Hilfe in Aussicht stellte. Am 6.8. machte sich Boris Dreyer auf nach Kroatien, am 10.8. sagte das kroatische Verteidigungsministerium dann die Unterstützung der kroatischen Armee zu. „Das war alles ein sehr unbürokratischer Vorgang“, sagt Boris Dreyer. „Ich bin sehr froh und dankbar, dass Oberstleutnant Weber uns so schnell Hilfe hat zukommen lassen und Verteidigungsminister Ivan Anušić uns die Unterstützung der kroatischen Armee zugesagt hat, um das drohende Unglück in einer gemeinsamen deutsch-kroatischen Anstrengung von dem EU-Projekt abzuwenden.“

Gefahr für den hölzernen Nachbau

Vor Ort angekommen, zeigte sich Boris Dreyer aber das ganze Ausmaß der Havarie: Aufgrund von Vernachlässigung und Niedrigwasser ist der 18 Meter lange und 5 Tonnen schwere Nachbau am Ufer der Drau auf Grund gelaufen und liegt seit einiger Zeit dort. Unter ihrem Eigengewicht beginnt sich der Kiel zu verbiegen. Das Holz, aus dem sie gebaut ist, ist mittlerweile trocken, hat sich zusammengezogen und bekommt Risse; dies kann das Ende für ein Holzboot bedeuten. Zwischen den Planken öffnen sich Lücken, der Farbauftrag beginnt abzublättern. Im Inneren sieht es nicht besser aus. Auch hier ist zu sehen, dass sich seit einiger Zeit niemand um sie gekümmert hat.

Dreyer und seine „Ersthelfer“ begannen ab dem 7.8. die Danuvina zu sichern, stützten zuerst das Heck, um den Kiel zu stabilisieren, und deckten das der brennenden Sonne ausgesetzte Boot mit einer Plane ab. Doch hier war bereits klar, dass das Boot nicht ohne großen Aufwand geborgen werden kann. „Um die Danuvina alacris weiter zu sichern, brauchten wir zuerst einen Zugang an das Ufer“, erklärt Boris Dreyer. Diesen legten kroatische Pioniere mit einem Bagger an. Außerdem musste das Boot auch noch seitlich gestützt sowie aufgrund der Hitze zweimal täglich gewässert werden, damit das Holz wieder aufquillt. Zusätzlich fertigten die kroatischen Pioniere noch Gleitblöcke, die unter dem Kiel des Bootes verlegt wurden, um das Boot wieder zu Wasser zu lassen. Vom Fortgang der Arbeiten machten sich am 19.8. vor Ort auch der kroatische Verteidigungsminister Anušić und der stellvertretende Kommandierende der kroatischen Landstreitkräfte, Brigadegeneral Valentin Skroza.


https://www.fau.de/2026/08/news/universitaet/roemerboot/rettet-die-danuvina-alacris

Autor
Kontaktní osoba
Boris Dreyer
[email protected]
+49 91318525768
Společnost / Organizace
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Sdílet
Galerie