7.8.2026 08:30

32. KW: Was kann KI?

Německo Deutscher Kulturrat Olaf Zimmermann
AI shrnutí
  1. Was kann KI?
  2. Iris Berben erhält den Deutschen Kulturpolitikpreis 2026
  3. Der Deutsche Kulturrat auf der Gamescom 2026
  4. Save the date! Sind wir im Kulturbereich eigentlich noch digital souverän?
  5. Was hat eine Currywurst mit Vielfalt zu tun?
  6. Einladung: Grenz-Opfer und Grünes Band zwischen Geschichte und Natur
  7. Text der Woche: „Das polygonale Pferd und die Frage, was bleibt“ von Sven Scherz-Schade

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wollte einfach für mich den Test machen, was KI wirklich kann. Ich habe mir ein kleines Computerprogramm, den „Kunstverkaufspreissimulator“, genommen, das ich vor mehr als dreißig Jahren in Turbo Pascal für DOS programmiert habe. DOS war damals das meistbenutzte Betriebssystem für Computer. Windows gab es noch nicht. Mit dem generativen KI-Tool GPT-5.6 Sol von ChatCPT habe ich das alte Programm innerhalb weniger Minuten (!) in JavaScript/html für moderne Browser portieren lassen. Jetzt kann man den Kunstverkaufspreissimulator auch wieder auf modernen Computern testen.

An dem Original habe ich damals Monate lang gearbeitet. Die Idee hatte ich schnell, aber die technische Umsetzung war aufwändig. Nun hat sich die generative KI das Programm nicht ausgedacht, aber die Geschwindigkeit der Portierung ist atemberaubend. Die KI ersetzt das Denken nicht, aber alles Drumherum. Wenn man die Leistungsfähigkeit dieses KI-Tools sieht, hätte ich, wenn ich Programmierer wäre, jetzt heftige berufliche Zukunftssorgen.

Aber sind wir ehrlich, der Beruf des Programmierers unterscheidet sich bei dieser Frage nicht grundsätzlich von Kulturberufen, wie zum Beispiel vom Beruf des Designers. Zuerst eine Idee, dann mit mehr oder weniger großem handwerklichem Wissen und Geschick die praktische Umsetzung der Idee zum Beispiel in eine Grafik, eine Gestaltung, ein Layout. Den zweiten Teil, das müssen wir sehen, wird in vielen Fälle in der Zukunft eine KI übernehmen, schneller als je ein Mensch es kann. Viele Menschen, die diese Arbeiten ausgeführt haben, werden sich vermutlich eine neue berufliche Zukunft suchen müssen.

Eine vielleicht noch größere Herausforderung zeigen die aktuellen Sicherheitsprobleme beim Testen von KI-Systemen. Bei Untersuchungen des britischen AI Security Institute führten Systeme von OpenAI und Anthropic in 10 von 122 Testläufen zwischen dem 25. und 28. Juli 2026 insgesamt 19 nicht genehmigte Aktionen aus, darunter unerlaubte Internetzugriffe, erfundene Identitäten und Versuche, Menschen zur Freigabe schädlichen Programmcodes zu bewegen.

Anthropic gab bereits vor zwei Jahren am 17. Juni 2024 bekannt, dass eines seiner KI-Modelle in einem kontrollierten Experiment Zugriff auf Teile seines eigenen Programmcodes hatte. Das Modell veränderte daraufhin seine Belohnungsfunktion, um eine höhere Bewertung zu erhalten, und versuchte teilweise, die Änderung zu verbergen. Vor einem Jahr, im Mai 2025 veränderten einige OpenAI-Modelle in Tests ein Abschaltskript, damit sie ihre Aufgabe fortsetzen konnten, teilweise sogar entgegen der ausdrücklichen Anweisung, die Abschaltung zuzulassen. Der Terminator lässt grüßen.

Was kann KI? Sehr viel, vielleicht sogar viel zu viel. Je mehr ich KI-Systeme selbst intensiv nutze, umso unwohler wird es mir dabei. Dabei bestreite ich nicht ihren Nutzent, nein, sie sind extrem nützlich, sie können uns das Leben wirklich erleichtern, aber sie werden, unsere Art zu arbeiten, unsere Art zu denken, letztlich unsere Art zu leben, vollkommen verändern.

Wir müssen jetzt den Rahmen definieren, in der wir die KIs existieren lassen wollen. Die aktuellen Sicherheitsprobleme zeigen, dass die Zeit drängt. Und wir werden sicherstellen müssen, dass so mächtige Instrumentarien nicht einzelnen Menschen, nicht einzelnen Unternehmen gehören. Der Einsatz der KIs muss nach international gültigen Regeln stattfinden und die KI-Systeme müssen vergesellschaftet werden.

Ihr

Olaf Zimmermann
Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates
Herausgeber von Politik & Kultur

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2. Iris Berben erhält den Deutschen Kulturpolitikpreis 2026

Seit Jahrzehnten verbindet Iris Berben ihre künstlerische Arbeit mit einer klaren gesellschaftlichen Haltung. Für ihren beharrlichen Einsatz gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus sowie für Erinnerungskultur, jüdisches Leben und demokratische Bildung zeichnet der Deutsche Kulturrat die Schauspielerin mit dem Deutschen Kulturpolitikpreis 2026 aus.

Iris Berben begreift ihre Bekanntheit seit Langem als gesellschaftliche Verantwortung. Mit Lesungen, Schulbesuchen, öffentlichen Diskussionen und Reden erinnert sie an die Verbrechen des Nationalsozialismus, tritt für die Sichtbarkeit jüdischen Lebens ein und widerspricht Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit. Erinnerungskultur versteht sie dabei nicht allein als Bewahrung der Vergangenheit, sondern als demokratische Aufgabe der Gegenwart.

Die Preisverleihung findet am 24. September 2026 in der Staatsbibliothek zu Berlin statt. Die Laudatio hält der Pianist Igor Levit, der den Abend auch musikalisch gestalten wird.

  • Lesen Sie hier die vollständige Pressemitteilung vom 06.08.2026
  • Mehr Informationen zum Deutschen Kulturpolitikpreis

3. Der Deutsche Kulturrat auf der gamescom 2026

Vom 26. bis 30. August 2026 findet die gamescom in Köln statt. Der Deutsche Kulturrat wird auf drei Veranstaltungen beim gamescom congress vertreten sein:

Ein Beispiel: gamescom congress, 11:30-12:30 Uhr | Kunst und KI als Innovationstreiber von Games

Was treibt die Entwicklung von Games an? Sind es die Nachfrage und der Markt oder nicht viel mehr Kunst und KI, die die Weiterentwicklung von Games vorantreiben. Neue technische Innovationen erlauben, künstlerische Ideen umzusetzen, neue künstlerische Ideen verlangen nach technischen Innovationen. Um diese Wechselwirkung und weitere Themen, die auch in der neuen inhaltlich stark erweiterten und aktualisierten Auflage des Handbuches Gameskultur 2.0 (Hg. von Olaf Zimmermann und Felix Falk) angesprochen werden, geht es in diesem Panel.

Es diskutieren:

  • Prof. Lena Falkenhagen, Games-Autorin, Professorin an der Hochschule der Bildenden Künste Essen und Vorsitzende des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller
  • Prof. Dr. Johanna Pirker, Professorin an der TU München und an der TU Graz sowie Mitglied des österreichischen Rates für Forschung, Wissenschaft, Innovation und Technologieentwicklung)
  • Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates und Herausgeber des Handbuchs Gameskultur

Das Handbuch Gameskultur 2.0 mit begleitendem Podcast

Alle Beiträge aus der 1. Auflage wurden von den Autorinnen und Autoren überarbeitet und an den aktuellen Stand der Diskussionen angepasst und das Themenfeld wurde erweitert.

Das Buch behandelt unter anderem folgende Fragen:

  • Warum sind Games Kultur?
  • Können Computerspiele sogar Kunst sein?
  • Was haben Computerspiele mit bildender Kunst, Theater, Musik, Literatur, Film zu tun?
  • Sind Games immer gewalthaltig?
  • Darf man Erinnerungskultur spielen?
  • Was haben Spiele mit Sport zu tun?
  • Und macht die Gamesbranche wirklich so viel Umsatz wie Hollywood?
  • Im Shop des Deutschen Kulturrates können Sie das Buch bestellen
  • Hier können Sie einen Blick in das Handbuch Gameskultur 2.0 werfen
  • Hier können Sie in den Podcast zum Buch reinhören

Informationen zu den weiteren Veranstaltungen des Deutschen Kulturrates auf der gamescom folgen in Kürze.

Lesestoff für die gamescom: Ausgabe der Zeitung Politik & Kultur 7-8/2025 mit dem Schwerpunkt „Verpixelte Welt – Von alten Computern und neuer Kunst“

4. Einladung: Sind wir im Kulturbereich eigentlich noch digital souverän?

Die Kultur im KI-Zeitalter. Wird der Traum vom niedrigschwelligen digitalen Zugang zu Bibliotheken, Archiven und Museen nun Realität – oder entstehen neue Abhängigkeiten? Und welche Verantwortung tragen Staat, Kulturinstitutionen und die großen Technologieunternehmen?

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, der Deutsche Kulturrat und 3sat laden am Donnerstag, 3. September 2026, um 17 Uhr zu einer gemeinsamen Veranstaltung auf der Berliner Museumsinsel ein.

Die Keynote hält Dr. Karsten Wildberger, Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung.

Im Anschluss diskutieren Philipp Amthor, Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit, Awet Tesfaiesus, Sprecherin für Kultur und Medien der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag, Dr. Elisabeth Böhm, Geschäftsführerin von digiCULT, Prof. Dr. Jürgen Döllner, Fachgebietsleiter Computergrafische Systeme am Hasso-Plattner-Institut, Holger Mann, Sprecher für Hochschule und Wissenschaft sowie für Wirtschaft, Technologie und Digitalisierung der SPD-Bundestagsfraktion (angefragt) und Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates.

Moderation: Vivian Perkovic, Kulturzeit (3sat)

  • Zeit: Donnerstag, 3. September 2026, Einlass 16:30 Uhr, Beginn 17:00 Uhr
  • Ort: James-Simon-Galerie auf der Berliner Museumsinsel
  • Zur Anmeldung

5. Was hat eine Currywurst mit Vielfalt zu tun?

Im Rahmen des diesjährigen bundesweitenAktionstags „Zusammenhalt in Vielfalt“ derInitiative kulturelle Integration, die vom Deutschen Kulturrat moderiert wird, wurde ein ungewöhnlicher Mitmach-Preis verlost: Ein gemeinsames Currywurst-Essen mit Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas.

Der Gewinner David Nethen, Amtsleiter für Kultur und Weiterbildung der Kreisstadt Unna, nutzte die Gelegenheit für einen Austausch über Resilienz, Führung, Kultur und Bildung sowie über die Verantwortung öffentlicher Institutionen in Zeiten gesellschaftlicher Veränderungen.

Der erste bundesweite Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“ hat mit mehr als 450 Aktionen in ganz Deutschland eine große Resonanz erzielt. Daher ruft die Initiative kulturelle Integration bereits jetzt zur Teilnahme am nächsten Aktionstag am 21. Mai 2027 auf. Rund um den UNESCO-Welttag der kulturellen Vielfalt sollen erneut zahlreiche Projekte und Veranstaltungen ein Zeichen für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Vielfalt setzen.

  • Informieren Sie sich hier zum Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“ am 21. Mai 2027

6. Einladung zur Veranstatlung „Grenz-Opfer und Grünes Band zwischen Geschichte und Natur“

Zum Gedenken an die Opfer des DDR-Grenzregimes anlässlich des 65. Jahrestags des Mauerbaus sowie anschließend zu einer Veranstaltung zum Grünen Band laden Burkhard Bley, der Landesbeauftragte für Mecklenburg-Vorpommern für die Aufarbeitung der SED-Diktatur, die Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern, das Kooperationsprojekt „Auf dem Weg zum Welterbe – Der Natur- und Kulturraum Grünes Band“ vom BUND und Deutschem Kulturrat und das Grenzhus Schlagsdorf herzlich ein:

16:00 Uhr | Groß Thurow
Gedenken an die Opfer des DDR-Grenzregimes mit der Einweihung einer Stele für Harry Krause am Goldensee.

  • Zeit: 13. August 2026, 16.00 Uhr
  • Ort: Badestelle am Goldensee in Groß Thurow, Kneeser Straße 20, 19205 Roggendorf, Ortsteil Groß Thurow.

17:00 Uhr | Schlagsdorf

Veranstaltung „Das Grüne Band zwischen Geschichte und Natur“: In einer audiovisuellen Präsentation stellt der berlinHistory e.V. seine Grüne-Band-App vor. Die Präsentation wird durch eine szenische Lesung und musikalische Beiträge begleitet.

Anschließend diskutieren Maria Boness, Verbandsvorsteherin Zweckverband Schaalsee-Landschaft; Jörn Brunotte, Referent im Projekt „Auf dem Weg zum Welterbe – Der Natur- und Kulturraum Grünes Band“ des Deutschen Kulturrates und des BUND; Dr. Ramona Dornbusch, Direktorin Landesamt für Kultur und Denkmalpflege; Anke Hollerbach, Amtsleiterin Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe und
Jochen Schmidt, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern, über Erinnerungskultur sowie Natur- und Denkmalschutz am Grünen Band.

  • Zeit: 13. August 2026, 17.00 Uhr
  • Ort: Dorfgemeinschaftshaus Schlagsdorf, Am Bülten 4, 19217 Schlagsdorf
  • Eintritt frei. Um Anmeldung wird gebeten: ed.gn1786084203ureig1786084203er-vm1786084203.vmal1786084203@gnug1786084203at1786084203
  • Vollständiges Programm

Weiterführende Informationen zum Natur- und Kulturraum Grünes Band finden Sie hier.

7. Text der Woche „Das polygonale Pferd und die Frage, was bleibt“ von Sven Scherz-Schade

 

Chemnitz hat nach dem Kulturhauptstadtjahr 2025 neues Selbstbewusstsein, gestärkte Netzwerke und den starken Willen zur Verstetigung

Mit zehn Vorderbeinen und kopflos hat die Skulptur „Polygonales Pferd II“ des Künstlers Gregor Gaida im Oederaner Ortsteil Gahlenz viele irritiert, manche verärgert. Im Rückblick aber zeigt Gaidas wohlgeformte Unform ein schräges, aber wahres Beispiel für die Nachhaltigkeit der Europäischen Kulturhauptstadt Chemnitz. Denn seit die umstrittene Skulptur Teil des Chemnitzer »Purple Path« geworden war, fanden – und finden bis heute – Besucher nicht nur den Weg zum Kunstwerk. Sie machen oft auch einen Abstecher ins wenige Meter entfernte Dorfmuseum.

„Für das Museum hat sich das Kulturhauptstadtjahr schon allein deshalb gelohnt“, sagt der Autor Stefan Tschök: „So eine Einschätzung habe ich jedenfalls in Gahlenz gehört.“ Tschök gehört zu den ehrenamtlichen Botschaftern der Kulturhauptstadtbewerbung und bereiste Purple-Path-Orte, um mit Vereinen, Bürgermeistern und Kulturschaffenden darüber zu diskutieren, wie die Kulturhauptstadt ihre Kommunen verändert hat. Zwei Bücher hat er über Chemnitz 2025 geschrieben.

Jetzt, ein gutes halbes Jahr nach dem Kulturhauptstadtjahr, beobachtet er, dass die beeindruckenden Zahlen – weit über zwei Millionen Besucher und über 2.000 Veranstaltungen – nicht mehr im Mittelpunkt stehen, wohl aber die Frage, was geblieben ist. Da wäre zum einen das Greif- und Sichtbare wie der Purple Path mit seinen Kunstwerken, die Chemnitz und die 38 Kommunen der Kulturregion verbinden. „Zum anderen“, so Tschök, „wäre da ein Gefühl, das in Chemnitz lange gefehlt hat, nämlich gesehen zu werden!“ Das Motto „C the Unseen“, wobei das „C“ für Chemnitz stand, komme nun zum Tragen.

Sven Scherz-Schade ist freier Journalist und arbeitet unter anderem zum Thema Kultur für den Hörfunk SWR2

  • Lesen Sie hier den vollständigen Artikel

https://www.kulturrat.de/presse/kulturpolitischer-wochenreport/32-kw-was-kann-ki

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Kontaktní osoba
Olaf Zimmermann

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Deutscher Kulturrat
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