Pajari feiert ersten WRC-Sieg
Toyota erzielt Doppelsieg bei der Rallye Estland.
Köln. Der aufstrebende Rallye-Star Sami Pajari und sein Beifahrer Marko Salminen haben bei der Rallye Estland ihren ersten Sieg in der FIA-Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) eingefahren und damit einen Doppelsieg für das Toyota Gazoo Racing World Rally Team (TGR-WRT) perfekt gemacht.
Exakt zwei Jahre nach seinem Debüt im GR Yaris Rally1 krönt Pajari mit diesem Durchbruch eine starke Saison. Bereits zuvor hatte er in den ersten acht Rallyes des Jahres fünf Podestplätze erzielt.
Mit diesem Erfolg haben nun alle fünf aktuellen Rally1-Piloten des Teams im Jahr 2026 mindestens einen WRC-Sieg gefeiert. Pajari reiht sich damit neben seinen TGR-WRT-Teamkollegen Kalle Rovanperä (erster WRC-Sieg 2021) und Oliver Solberg (2025) als weiterer Fahrer ein, der in Estland seinen ersten WRC-Erfolg erzielen konnte.
Der 24-jährige Finne fühlte sich auf den schnellen Schotterprüfungen von Beginn an wohl und beeindruckte mit einer ruhigen, kontrollierten und gleichzeitig extrem schnellen Fahrweise. Am Freitag gewann er alle sieben Wertungsprüfungen. Als sein engster Verfolger Solberg diese Serie am Samstagmorgen beendete, reagierte Pajari umgehend und baute seinen Vorsprung vor dem Schlusstag auf 25 Sekunden aus. Obwohl Regen am Finaltag für zusätzliche Spannung sorgte, ließ sich Pajari nicht aus der Ruhe bringen und sicherte sich letztlich den Sieg mit einem Vorsprung von 19,5 Sekunden.
Auch der ebenfalls 24-jährige Oliver Solberg, Nachfolger Pajaris als WRC2-Champion, zeigte gemeinsam mit Beifahrer Elliott Edmondson eine starke und clevere Performance. Mit Platz zwei kehrte er aufs Podium zurück und sicherte sich zudem die maximale Anzahl an Bonuspunkten am Sonntag durch Bestzeiten in der Super Sunday Wertung sowie auf der Power Stage.
Sébastien Ogier belegte bei seinem ersten Start in Estland seit 2021 gemeinsam mit Beifahrer Vincent Landais den fünften Gesamtrang und sammelte damit wichtige Punkte für die Meisterschaft.
Als Führender der Gesamtwertung hatte Elfyn Evans einen schwierigen Einstieg in die Rallye, da er bei besonders trockenen und lockeren Bedingungen als erster Fahrer auf die Strecke musste. Gemeinsam mit Beifahrer Scott Martin nutzte er seine etwas günstigere Startposition am Samstag, um sich vom neunten auf den sechsten Platz vorzuarbeiten. Zudem wurde er Zweiter in der Super Sunday Wertung und Dritter auf der Power Stage, wodurch er seine Führung in der Fahrerwertung auf 25 Punkte ausbauen konnte.
Takamoto Katsuta lag am Freitag zeitweise auf Rang sechs, ehe ihn ein Reifenschaden zum Anhalten zwang. Nach dem Neustart am Samstag mussten er und Aaron Johnston den Rest des Wochenendes als erste Fahrer die Strecke eröffnen. Mit einem Punktgewinn auf der Power Stage verteidigten sie dennoch Rang zwei in der Meisterschaft.
In der Fahrerwertung liegt Pajari nun auf Platz drei, vor Ogier auf Rang vier und Solberg auf Rang fünf. Die fünf TGR-WRT-Piloten werden bei noch fünf ausstehenden Rallyes von lediglich 47 Punkten getrennt.
Obwohl Pajari unter dem separaten Banner von TGR-WRT2 punktet, konnte TGR-WRT seine Führung in der Herstellerwertung auf 156 Punkte ausbauen.
Auch in der WRC2-Kategorie überzeugten die Teams mit dem GR Yaris Rally2. In einem eng umkämpften Wettbewerb belegten Teemu Suninen/Janni Hussi den zweiten Platz, während Roope Korhonen/Anssi Viinikka Rang drei erreichten. Beide Crews lagen dabei weniger als zehn Sekunden hinter den Siegern zurück.
Akio Toyoda (Vorsitzender TGR-WRT):
„Herzlichen Glückwunsch an Sami und Marko zu eurem ersten WRC Sieg! Nach eurem Ausfall bei der Saisoneröffnung, der Rallye Monte-Carlo, habe ich gehört, dass du zum Team gesagt hast: ‚Ich möchte mehr testen, selbst wenn es in einem Rally2-Auto ist.‘ Es freut mich sehr, dass deine Entschlossenheit, deine positive Einstellung und deine Bereitschaft, aktiv zu handeln, nun endlich mit einem Sieg belohnt wurden.
Auch Sami und Oliver, beide im gleichen Alter, gemeinsam auf den obersten beiden Stufen des Podiums zu sehen, war ein wunderbarer Anblick, der uns einen Blick in die Zukunft ermöglicht hat. Es ist immer schön, wenn erfahrene Fahrer gewinnen, aber dieses Gefühl war noch einmal etwas ganz Besonderes. Mit Samis Sieg an diesem Wochenende haben nun alle fünf unserer Fahrer in dieser Saison einen Rallyesieg errungen.
Bei Toyota Gazoo Racing World Rally Team entwickeln wir unsere Fahrzeuge nicht mit dem Ziel, nur einem Fahrer zum Sieg zu verhelfen. Unsere Philosophie ist es, ein Auto zu bauen, das jedem Fahrer im Team die gleichen Chancen gibt, um den Sieg zu kämpfen. Die Erfolge aller unserer Fahrer bestätigen den Wert unserer Fahrzeugentwicklung ebenso wie unseren Ansatz beim Teamaufbau. Lasst uns gemeinsam weitermachen und weiterhin noch bessere Autos entwickeln!
P.S.:
Dank eurer Unterstützung macht meine Genesung nach der Operation gute Fortschritte. Vor kurzem durfte ich einen ersten Funktionstest meines eigenen Körpers absolvieren. Dabei war ich erleichtert festzustellen, dass ich noch immer problemlos Auto fahren kann. Dennoch wurde mir geraten, es noch etwas ruhiger angehen zu lassen. Damit ich bald wieder selbst die Fahrzeuge fahren kann, an denen ihr alle so hart gearbeitet habt, werde ich mein persönliches ‚Wartungsprogramm‘ noch eine Weile geduldig und sorgfältig fortsetzen.“
Juha Kankkunen (Stellvertretender Teamchef):
„Ich bin sehr stolz auf dieses Ergebnis und den ersten Sieg von Sami und Marko. Bereits nach dem Shakedown am Freitagmorgen sagte Sami mir, dass er mit dem Auto sehr zufrieden sei und das Team nichts verändern müsse. Das haben wir auch nicht getan, obwohl unser Team stets alles daransetzt, das Auto weiter zu verbessern und unseren Fahrern die bestmöglichen Voraussetzungen zu bieten.
Sami blieb vom Start bis ins Ziel außergewöhnlich ruhig und lieferte eine perfekte Leistung ab. Das war wirklich beeindruckend. Inzwischen haben alle unsere Fahrer in diesem Jahr mindestens eine Rallye gewonnen. Das zeigt, dass wir vieles richtig machen. Sie kämpfen alle um den Titel, und jeder von ihnen kann auch die Rallye Finnland gewinnen.“
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