NS-Raubkunst erforschen
Das IfZ in München/Berlin eröffnet ein Zentrum für Provenienzforschung und Restitutionsfragen, das die unabhängige Erforschung von NS-Raubkunst in den staatlichen Museen Bayerns stärkt. Es bildet ein interdisziplinäres Team aus Zeitgeschichte, Kunstgeschichte und Rechtswissenschaften und schafft die Forschungsbasis für den Umgang mit NS-Raubkunst; zudem wird eine Unabhängige Kommission NS-Raubgut in Bayern eingesetzt, deren Vorsitz Prof. Dr. Raphael Gross übernehmen wird. Ziel ist eine unabhängige, transparente und wissenschaftlich fundierte Organisation der Provenienzforschung und Restitutionsverfahren; hierfür entstehen neue Stellen, Aufbau einer Dateninfrastruktur und eigenständige Forschung am IfZ.
Am IfZ entsteht ein neues Zentrum für Provenienzforschung und Restitutionsfragen. Es stärkt die unabhängige Forschung zum Umgang mit NS-Raubkunst in den staatlichen Museen Bayerns.
Am Institut für Zeitgeschichte wird ein Zentrum für Provenienzforschung und Restitutionsfragen entstehen. In einem interdisziplinären Team werden dort Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Zeitgeschichte, Kunstgeschichte und Rechtswissenschaften die Forschungsbasis für den Umgang mit NS-Raubkunst in den staatlichen Museen Bayerns schaffen. „Wir freuen uns auf diese verantwortungsvolle Aufgabe“, sagte die Direktorin des IfZ, Prof. Dr. Isabel Heinemann.
Mit der Einrichtung des neuen Zentrums geht die Berufung einer Unabhängigen Kommission NS-Raubgut in Bayern einher. Sie besteht aus fachlich ausgewiesenen Persönlichkeiten, die auf der Grundlage der am IfZ geleisteten Forschungsarbeit Restitutionsempfehlungen an den Freistaat Bayern aussprechen werden. Den Vorsitz soll Prof. Dr. Raphael Gross, Direktor des Deutschen Historischen Museums (Berlin), übernehmen. Die Einrichtung des neuen Zentrums am Institut für Zeitgeschichte ist ebenso wie die Berufung der Unabhängigen Kommission Ergebnis eines Reformprozesses, mit dem Provenienzforschung und Restitutionsverfahren für die Museen in der Trägerschaft des Freistaats Bayern künftig unabhängig, transparent und wissenschaftlich fundiert organisiert werden sollen.
Der Freistaat setzt damit Empfehlungen des Runden Tisches Historische Verantwortung um, dem unter anderem Vertreterinnen und Vertreter des Zentralrats der Juden, der Jewish Claims Conference sowie aus Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Praxis angehörten und den der frühere IfZ-Direktor Prof. Dr. Andreas Wirsching im Auftrag von Wissenschaftsminister Markus Blume geleitet hat. Mit der Einrichtung des Zentrums im Institut für Zeitgeschichte will Minister Blume den Umgang mit NS-Raubgut in größtmöglicher wissenschaftlicher Unabhängigkeit und außerhalb der staatlichen Museumsverwaltung sichern: „Die Ansiedlung am IfZ ist Garant für wissenschaftliche Freiheit, institutionelle Unabhängigkeit, eigenständige Verantwortung für das Personal und Einhaltung der hohen Standards der Leibniz-Gemeinschaft für wissenschaftliches Arbeiten.“
Durch das Zentrum für Provenienzforschung werden am IfZ neue Stellen für entsprechend qualifizierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entstehen. Neben den Provenienzrecherchen und dem Aufbau einer Dateninfrastruktur, die als Ausgangspunkt für die Restitutionsempfehlungen der Unabhängigen Kommission dienen werden, wird das Zentrum auch eigene Forschungen und Kooperationen durchführen.
Weitere Informationen und Kontakt
Pressemitteilung des Instituts für Zeitgeschichte München - Berlin (IfZ)Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst: Neuausrichtung der Provenienzforschung in Bayern