5.6.2026 16:38

Protokoll des 3. Treffens der Binationalen Kommission Deutschland-Mexiko, „Allianz für die Zukunft“

Německo Auswärtiges Amt Autor neuveden
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1. Die 3. Binationale Kommission Deutschland-Mexiko „Allianz für die Zukunft“ fand unter dem Vorsitz des mexikanischen Ministers für Auswärtige Beziehungen, Herrn Roberto Velasco Álvarez und des deutschen Bundesministers des Auswärtigen, Herrn Dr. Johann David Wadephul, statt.

2. Bundesminister Wadephul und Minister Velasco begrüßten die Durchführung dieses Treffens, bekräftigten den strategischen Charakter der deutsch-mexikanischen Beziehungen und äußerten sich zufrieden über die Wertegemeinschaft und den Stand der bilateralen Beziehungen. Sie bekräftigten den Willen beider Länder, den politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und entwicklungspolitischen Austausch aufrechtzuerhalten und weiter zu vertiefen, wie auch die Zusammenarbeit und das koordinierte Vorgehen in multilateralen Foren, insbesondere den Vereinten Nationen und der G20.

3. Sie hoben hervor, dass die bilateralen Beziehungen durch die beiden Staatsbesuche von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Mexiko in den Jahren 2022 und 2026, das Treffen der Präsidentin Dr. Claudia Sheinbaum Pardo mit Bundeskanzler Friedrich Merz im Rahmen des G7-Gipfels 2025 in Kanada, dem Austausch zwischen den Außenministern, die hochrangigen Besuche von Regierungsvertreterinnen und -vertretern sowie Parlamentarierinnen und Parlamentariern und die Durchführung der Fachkommissionen der Binationalen Kommission gestärkt wurden.

4. Sie unterstrichen die strategische Bedeutung des bilateralen Handelsaustauschs in den vergangenen Jahren an, der beide Länder als wirtschaftliche Partner in ihren jeweiligen Regionen festigt. Deutschland ist der wichtigste Handelspartner Mexikos in Europa; zugleich ist Mexiko der bedeutendste Wirtschaftspartner Deutschlands in Lateinamerika und der Karibik.

5. Minister Velasco betonte, dass Deutschland 2025 der wichtigste Handelspartner Mexikos unter den Mitgliedstaaten der EU war und einer der wichtigsten internationalen Investoren. Dies spiegelt sich in der hohen Zahl von über 2.300 deutschen Unternehmen wider, die in Mexiko tätig sind, wodurch sich das Land als zentraler Partner Deutschlands in Lateinamerika positioniert.

6. Deutschland und Mexiko bekräftigten die Bedeutung der Förderung des Völkerrechts und des humanitären Völkerrechts, des Friedens und der internationalen Sicherheit, der friedlichen Beilegung bewaffneter Konflikte, der nachhaltigen Entwicklung, der Menschenrechte, der Gleichberechtigung der Geschlechter, einer wirksamen multilateralen Zusammenarbeit sowie des freien Handels.

7. Beide Seiten tauschen Meinungen bezueglich internationaler und regionaler Entwicklungen aus, einschliesslich des Krieges gegen die Ukraine. Sie bekraeftigen ihre Unterstuetzung fuer Bemuehungen, einen dauerhaften und gerechten Frieden zu erreichen. Sie unterstreichen ihre gemeinsame Verpflichtung fuer die menschliche Wuerde, die multilaterale Zusammenarbeit und die humanitaere Solidaritaet mit dem kubanischen Volk, sowie die Bedeutung internationale humanitaere Prinzipien einzuhalten.

8. Beide Seiten vereinbaren eine weitere Fachkommission „Arbeit und Soziales“ einzurichten unter dem Vorsitz des deutschen Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und der mexikanischen Secretaría del Trabajo y Previsión Social.

9. Bundesminister Wadephul und Minister Velasco nahmen die Berichte der Fachkommissionen der Deutsch-Mexikanischen Binationalen Kommission „Allianz für die Zukunft“ zur Kenntnis.

10. Bundesminister Wadephul und Minister Velasco brachten ihre Zufriedenheit über die Durchführung des 3. Treffens der Fachkommission für politische Angelegenheiten zum Ausdruck, die am 20. Mai 2022 in Berlin stattfand. Deutschland und Mexiko würdigten gegenseitig ihre Rolle in ihren jeweiligen Regionen als Förderer der Integration, des freien Handels, der politischen Stabilität, demokratischer Werte und der Rechtsstaatlichkeit sowie der friedlichen Beilegung von Konflikten.

11. Sie hoben die beiden Besuche (2022 und 2026) des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier in Mexiko hervor, bei denen sich die solide, dynamische Verbindung beider Länder zeigte und der beidseitige Wille zur vertieften sektorübergreifenden Kooperation unterstrichen wurde.

12. Sie betonten die Bedeutung der zahlreichen Begegnungen zwischen beiden Ländern auf ministerieller, parlamentarischer und kommunaler Ebene sowie der Zivilgesellschaft, durch welche eine dynamische binationale Agenda aufrechterhalten und Themen von gemeinsamem Interesse vorangebracht werden.

13. Sie stimmten darin überein, die Bedeutung des Abkommens über strategische Partnerschaft in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und deren Mitgliedstaaten und den Vereinigten Mexikanischen Staaten anzuerkennen, das am 22. Mai 2026 in Mexiko-Stadt unterzeichnet wurde, und setzen sich für ein baldiges Inkrafttreten ein, welches die gemeinsame Strategie der Diversifizierung fördert und die Beziehungen zwischen verlässlichen Partnern stärkt.

14. Als Mitglieder der G20 waren sich Mexiko und Deutschland einig, weiterhin auf Entwicklungsmodelle hinzuarbeiten, die einen inklusiven, nachhaltigen und gerechten Wandel umsetzen, ohne jemanden zurückzulassen.

15. Beide Seiten vereinbarten, regelmäßige hochrangige Treffen abzuhalten, um die Themen der bilateralen Agenda zu überprüfen und im gemeinsamen Interesse fortzuentwickeln.

65. Die Seiten verpflichteten sich, die Durchführung von hochrangigen Treffen zu multilateralen Themen und zu den Vereinten Nationen zu planen, in Übereinstimmung mit dem Engagement Mexikos und Deutschlands für die Stärkung des Multilateralismus als grundlegendes Instrument zur Bewältigung globaler Herausforderungen.

17. Mexiko und Deutschland werden auch weiterhin daran arbeiten, die bilateralen Beziehungen zu stärken, im Hinblick auf das 75. Jubiläum der Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen im Jahr 2027, und ebenso die Zusammenarbeit in multilateralen Fragen fortsetzen, um den zunehmenden globalen Herausforderungen zu begegnen und die Bemühungen von gemeinsamen Interesse im Rahmen der Vereinten Nationen zu fördern, einschließlich der UN 80 Initiative.

17. Mexiko und Deutschland bekräftigten ihr Engagement für die innere Sicherheit und die internationale Sicherheit. Sie brachten ihre Bereitschaft zum Ausdruck, Standpunkte hinsichtlich einer möglichen vertieften Zusammenarbeit in diesem Bereich auszutauschen, einschließlich gegenseitiger hochrangiger Besuche, und sondieren entsprechende Möglichkeiten bereits im Jahr 2026.

18. Sie bekräftigten ihr Engagement mit Blick auf die Stärkung der biregionalen Beziehungen zwischen der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (CELAC) und der Europäischen Union sowie auf Fortschritte hinsichtlich der CELAC-EU Roadmap 2026-2027 als Instrument zur Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen beiden Regionen.

19. Es wurde die Bedeutung der Pazifik-Allianz hervorgehoben, deren turnusmäßige Präsidentschaft Mexiko am 30. Januar 2026 übernommen hat. Das Land wird dabei die Schwerpunkte Jugend, Inklusion und Gleichberechtigung der Geschlechter, Umwelt, Bildung und Kultur vorantreiben, die als zentrale Elemente einer umfassenden gesellschaftlichen Entwicklung verstanden werden. Deutschland unterstützt die wirtschaftliche Integration der Region und drückt, als Beobachterstaat, sein Interesse an den Beziehungen zur Pazifik-Allianz aus.

20. Bundesminister Wadephul und Minister Velasco bekräftigten ihr Engagement für die Förderung und die durchgängige Verankerung der Gleichberechtigung der Geschlechter. Sie hoben die Organisation und Teilnahme Deutschlands und Mexikos an Konferenzen wie der „3. Internationalen Konferenz zur feministischen Außenpolitik“ in Mexiko-Stadt im Jahr 2024 sowie der „XVI. Regionalen Konferenz über die Frau in Lateinamerika und der Karibik“ in Mexiko-Stadt im Jahr 2025.

21. Beide Seiten erinnerten an ihr Engagement im Rahmen ihres gemeinsamen Co-Vorsitzes der Equal Rights Coalition 2022–2024 für den Schutz und die Förderung des gleichberechtigten Zugangs sowie der gleichberechtigten Ausübung der Rechte aller LGBTIQ+-Personen.

22. Beide Seiten zeigten sich erfreut über den Beitritt Mexikos im Jahr 2025 zum Klimaclub, dessen Vorsitz aktuell Deutschland und die Türkei innehaben. Ziel ist es, die gemeinsamen Anstrengungen hin zu emissionsarmen Industrien zu stärken. Ebenso begrüßten sie, dass Mexiko und Deutschland gemeinsam den interaktiven Dialog zum Thema „Wasser in multilateralen Prozessen“ der Wasserkonferenz der Vereinten Nationen 2026 leiten.

23. Beide Seiten hoben die seit 60 Jahren bestehenden entwicklungspolitischen Kooperationsbeziehungen zwischen Deutschland und Mexiko hervor, die innovative, nachhaltige Ansätze verfolgen und einen hohen wirtschaftlichen Wert haben. Sie äußerten sich erfreut über die Wirkungen, die über die erfolgreiche Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung zwischen beiden Ländern bereits erreicht wurden.

24. Sie erkannten an, dass Mexiko im Rahmen der deutschen Entwicklungspolitik als globaler Partner in Fragen der Agenda 2030 und als strategischer Partner Deutschlands in Lateinamerika gilt.

25. Beide Seiten erinnerten daran, dass am 1. und 2. April 2025 die entwicklungspolitischen Regierungskonsultationen in Mexiko, sowie am 3. und 4. Dezember 2025 in Berlin die entwicklungspolitischen Regierungsverhandlungen stattfanden. Diese Regierungsgespräche entsprechen der Sitzung der Fachkommission für Nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit, Umwelt und Klimawandel zwischen Mexiko und Deutschland. Bei dieser Gelegenheit stellte die deutsche Regierung über das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) 282,3 Millionen Euro für die bilaterale technische und finanzielle Zusammenarbeit für den Zeitraum 2026–2027 bereit. Dieser Betrag liegt um 1,8 Millionen Euro über dem des vorherigen Zweijahreszeitraums und wird aufgrund der Klimarelevanz nahezu vollumfänglich auf die Beträge Deutschlands zur internationalen Klimafinanzierung angerechnet. Das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) kündigte bei dieser Gelegenheit neue bilaterale Projekte mit einem Gesamtfördervolumen in Höhe von 17 Millionen Euro und neue regionale/globale Projekte mit einem Fördervolumen von bis zu 49 Millionen Euro (in allen Ländern) im Rahmen der deutschen internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) an, die unter anderem auf die Themenbereiche Wasserresilienz, Kreislaufwirtschaft und Erneuerbare Energien fokussieren. Gleichzeitig erkannten sie ein neues bilaterales Projekt in Höhe von 20 Millionen Euro im Bereich der Integration erneuerbarer Energie im Elektrizitätssektor an, ebenfalls im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI).

26. Sie hoben hervor, dass sich die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit durch eine breit gefächerte thematische Agenda auszeichnet, welche die verschiedenen Zielsetzungen des „Plan México“ bedienen, und auch auf andere strategische Bereiche wie die Agenda 2030, dem Pariser Klimaabkommen oder das Biodiversitätsabkommen fokussieren. Sie begrüßten zudem die Veröffentlichung des strategischen Plans zu Gender, Menschenrechten und Klimawandel am 27. Mai 2026, der mit Unterstützung der deutschen Zusammenarbeit erarbeitet wurde.

27. Sie waren sich einig, dass die internationale Zusammenarbeit im aktuellen Kontext eines der wichtigsten Instrumente zur Bewältigung globaler Herausforderungen und zum Schutz globaler öffentlicher Güter ist. In diesem Sinne kamen sie überein, die Zusammenarbeit in den bereits für beide Länder identifizierten prioritären Bereichen fokussiert fortzuführen, sowie Kreislaufwirtschaft, just transition, berufliche Bildung, nachhaltiges Wassermanagement, nachhaltige Mobilität und Schutz und des nachhaltiges Managements des Ozeans, mit einem auf den gemeinsamen Wohlstand gerichteten Ansatz und mit Blick auf die Förderung der Einbindung des Privatsektors. Bezüglich des von Mexiko bekundeten Interesses, die Zusammenarbeit zu Erneuerbarer Energie und Energieeffizienz zukünftig wieder zu stärken, sagte das BMZ Prüfung zu. Beide Seiten vereinbarten zudem den Abschluss einer gemeinsamen Absichtserklärung im Bereich nachhaltige Mobilität bis zur nächsten Sitzung der Fachkommission.

28. Die mexikanische Seite hob die Ergebnisse des Arbeitsbesuchs der Staatssekretärin für humanistische und wissenschaftliche Forschung, Dr. Violeta Vázquez-Rojas Maldonado, vom 3. bis 8. November 2025 in Berlin hervor. In diesem Zusammenhang nahm die Staatssekretärin am „Tag der mexikanischen Wissenschaft“ im Rahmen der Berlin Science Week sowie an der Konferenz Falling Walls teil. Dieser Besuch stärkte den Dialog mit zentralen deutschen wissenschaftlichen Partnerinstitutionen sowie mit dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt.

29. Die deutsche Seite verwies auf die Unterzeichnung des Kooperationsabkommens zwischen dem DAAD und dem SECIHTI am 24. November 2025 in Mexiko-Stadt, das die Ausbildung junger Forschender und die Vernetzung strategischer Projekte zwischen Institutionen beider Länder vorsieht und insbesondere die Stärkung der Mobilität von Studierenden hervorhebt. Im Rahmen dieser Vereinbarung sollen im Zeitraum 2026 bis 2028 insgesamt 195 gemeinsame Stipendien über jährliche Ausschreibungen vergeben werden, die sich an mexikanische Personen richten, die ein Masterstudium in Deutschland aufnehmen möchten.

30. Bundesminister Wadephul und Minister Velasco unterstrichen die Bedeutung der XVIII. Sitzung der Gemeinsamen Kommission für wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit zwischen Mexiko und Deutschland, die am 30. April 2026 am Sitz des SECIHTI in Mexiko-Stadt stattfand.

31. Beide Seiten hoben hervor, dass bei dieser Gelegenheit die Agenda strategische Bereiche wie künstliche Intelligenz, Quantentechnologien, Biotechnologie, Gesundheit, Energie, akademische Mobilität, offene Wissenschaft sowie die Beteiligung von Frauen in der Wissenschaft umfasste. Es wurden Möglichkeiten zur Förderung gemeinsamer Projekte, bilateraler Finanzierungsmechanismen, der Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlichen Institutionen und Förderagenturen sowie zur Stärkung der Talentförderung zwischen beiden Ländern identifiziert. Zudem wurde eine gemeinsame Erklärung verabschiedet, die einen neuen Fahrplan zur Vertiefung der bilateralen Zusammenarbeit in Wissenschaft, technologischer Entwicklung und Innovation festlegt und die künftige Arbeit beider Länder in diesem Bereich leiten wird.

32. Sie unterstrichen, dass als Resultat der XVIII. Sitzung der Gemischten Kommission für wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit das SECIHTI und das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt an einer gemeinsamen Ausschreibung zur Stärkung kollaborativer Projekte im Bereich Forschung und technologische Entwicklung arbeiten, im Zusammenhang mit der High-Tech Agenda Germany des BMFTR und den strategischen Prioritäten des Plan México.

33. Beide Seiten hoben die Bedeutung der Fachkommission für Wissenschaft, Forschung und Innovation hervor, die am 03. Juni 2026 am Sitz des Ministeriums für Wissenschaft, Geisteswissenschaften, Technologie und Innovation (SECIHTI) in Mexiko-Stadt stattfand. Sie würdigten dabei die erzielten Fortschritte bei der Umsetzung der gemeinsamen Erklärung sowie der weiteren Konkretisierung von Möglichkeiten zur Förderung gemeinsamer Projekte.

34. Bundesminister Wadephul und Minister Velasco hoben den kontinuierlichen Dialog hervor, den Mexiko und Deutschland in wirtschaftlichen, handels- und investitionsbezogenen Fragen pflegen, der durch gegenseitige Besuche, Unternehmensmissionen sowie regelmäßige Kontakte zwischen Bundesbehörden, lokalen Regierungen, Wirtschaftsorganisationen und Vertreterinnen und Vertretern des Privatsektors gestärkt wird. Sie betonten, dass dieser Austausch dazu beiträgt, die bilaterale wirtschaftliche Kooperation zu vertiefen und Fortschritte in strategischen Bereichen wie Energie, dualer Ausbildung und Innovation zu erzielen. In diesem Zusammenhang nahmen sie die im Rahmen der III. Sitzung der Fachkommission für Wirtschafts-, Investitions-, Handels-, Energie- und Tourismusfragen, die an diesem Datum in Mexiko stattfand, durchgeführte Arbeit zur Kenntnis.

35. Sie erkannten an, dass der geopolitische und internationale wirtschaftliche Kontext die Bedeutung der Vertiefung robuster, verlässlicher und langfristig bewährter Wirtschaftsbeziehungen, wie sie zwischen Mexiko und Deutschland bestehen, weiter unterstreicht. In diesem Sinne stimmten sie darin überein, die bilateralen Beziehungen in Sektoren mit hohem Wachstums- und Innovationspotenzial auszuweiten und zu diversifizieren, darunter die Agrar- und Ernährungswirtschaft, Medizinprodukte, Automobile, Maschinen, die chemische und pharmazeutische Industrie, künstliche Intelligenz, Robotik, Automatisierung, saubere Energien und die fortgeschrittene Fertigung.

36. Sie begrüßten die Unterzeichnung des Interim-Handelsabkommens zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Mexikanischen Staaten am 22. Mai 2026 in Mexiko-Stadt und des Modernisierten Globalabkommens als entscheidenden Schritt zur Stärkung der wirtschaftlichen und handelspolitischen Zusammenarbeit zwischen beiden Regionen. Ebenso unterstrichen sie die Bedeutung der Unterstützung gemeinsamer Förderungsmaßnahmen, die deren Vorteile vertiefen mit dem Ziel, zu ihrer voller Ausschöpfung beizutragen.

37. Beide Seiten waren sich einig, dass der „Plan México“ eine strategische Plattform zur Stärkung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen darstellt, da er Prioritäten in den Bereichen Infrastruktur, industrielle Entwicklung, Innovation, Energie und Humankapitalbildung mit neuen Handels- und Investitionsmöglichkeiten verknüpft. In diesem Zusammenhang hoben sie dessen Potenzial hervor, die Beteiligung deutscher Unternehmen in Mexiko auszuweiten und die Entwicklung von Lieferketten zu stärken, die mexikanische Unternehmen einschließlich KMUs begünstigen, technologische Kooperation zu fördern sowie die Chancen zu nutzen, die sich aus der Integration Nordamerikas ergeben.

38. Sie unterstrichen die Bedeutung, die Beteiligung kleiner und mittlerer Unternehmen beider Länder an Handel, Investitionen und technische Kooperation zu stärken. Besonders hoben sie das Potenzial hervor, eine stärkere Präsenz des deutschen Mittelstands in Mexiko zu fördern sowie die Einbindung mexikanischer kleiner und mittlerer Unternehmen (KMUs) in den deutschen Markt zu fördern und die Integration in die Wertschöpfungsketten deutscher Unternehmen zu erleichtern. Sie stimmten darin überein, dass diese Agenda dazu beitragen würde, die bilaterale produktive Integration zu vertiefen, industrielle Kapazitäten zu stärken und neue Kooperationsmöglichkeiten zwischen Unternehmen beider Länder zu schaffen.

39. Beide Seiten tauschten sich über die Bedeutung aus, die die kontinuierliche Arbeit an Verbesserungen eines investitionsfreundlichen regulatorischen Umfelds für Unternehmensinvestitionen hat. Sie vereinbarten, sich der Herausforderungen in Bezug auf konkrete Einzelfälle im Dialog gesondert anzunehmen.

40. Bundesminister Wadephul und Minister Velasco erinnerten an die am 12. April 2016 in Berlin unterzeichnete Gemeinsame Absichtserklärung zwischen der Bundesregierung und der Regierung der Vereinigten Mexikanischen Staaten zur formellen Einrichtung der deutsch-mexikanischen Energiepartnerschaft, deren Ziel es ist, eine umfassende Energiewende zu fördern und die Energiesicherheit beider Länder sowie die Beteiligung privater Unternehmen an der Entwicklung eines nachhaltigen Energiesystems zu stärken.

41. Sie stimmten darin überein, dass die führende Rolle Deutschlands bei der Entwicklung sauberer Energietechnologien und erneuerbarer Energien, Energieeffizienz, Energiespeicherung sowie das große Potenzial Mexikos für deren Nutzung und Anwendung die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit bei der Energiewende, der Resilienz der Energiesysteme beider Länder und der Erreichung der globalen Klimaziele und dem Anteil der sauberen Energien verdeutlichen.

42. Beide Seiten hoben die Bedeutung des Tourismus für die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen hervor, da dieser einen Beitrag zur Stärkung der Beziehung zwischen beiden Ländern sowie zur Schaffung wirtschaftlicher Chancen, kulturellem Austausch und dem gegenseitigen Verständnis zwischen den Bevölkerungen beider Länder leistet.

43. Sie zeigten sich erfreut über die positive Entwicklung der Tourismusströme und waren sich der Bedeutung einig, ein nachhaltiges Wachstum des Sektors zu fördern. Sie betonten die Bedeutung der Förderung des Tourismus, der Luftverkehrsanbindung, von Investitionen und internationaler Zusammenarbeit unter Einschluss des Austausches von Best Practices zur nachhaltigen Entwicklung des Tourismus als Motor des Wohlstands. Zudem erkannten sie die Bedeutung der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft 2026, die gemeinsam von Mexiko, den Vereinigten Staaten und Kanada ausgerichtet wird, an, die eine Gelegenheit bietet, die Region Nordamerika international sichtbarer zu machen und den weltweiten Austausch in den Bereichen Tourismus und Kultur zu fördern.

44. Beide Seiten äußerten ihre Zufriedenheit über die Fortschritte, die im Rahmen der Deutsch-Mexikanischen Arbeitsgruppe zur Qualitätsinfrastruktur erzielt wurden und begrüßten die Unterzeichnung eines neuen bilateralen Arbeitsplans im Januar dieses Jahres in Mexiko. Sie hoben hervor, dass das modernisierte Globalabkommen mit seinem Kapitel zu Technischen Handelshemmnissen einen starken Rahmen für den Dialog bietet, und bekräftigten ihr gemeinsames Engagement für die Förderung der Digitalisierung in der Qualitätsinfrastruktur, um unnötige technische Handelshemmnisse zu verhindern, zu ermitteln und zu beseitigen.

45. Beide Seiten würdigten die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Mexiko im Rahmen des Programms Partnering in Business with Germany (PG), das seit 2013 eine etablierte Plattform für Geschäftskontakte zwischen deutschen und mexikanischen Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU) bietet.

46. Beide Seiten begrüßten die fortlaufende Entwicklung des deutsch-mexikanischen Digitaldialogs, der seit 2018 wichtige Themen der Digitalpolitik und der digitalen Wirtschaft behandelt, einschließlich 5G-Konnektivität, digitaler Souveränität, E-Government und der digitalen Transformation von KMUs. Die Delegationen vereinbarten, einen aktualisierten bilateralen Arbeitsplan voranzubringen, der Prioritätsbereiche wie Halbleiter-Wertschöpfungsketten, Rechenzentrumsinfrastruktur, KI-Politik und digitale Regierung abdeckt.

47. Bundesminister Wadephul und Minister Velasco zeigten sich erfreut über die intensive kulturelle Zusammenarbeit zwischen Mexiko und Deutschland, die zur Stärkung der Beziehungen zwischen beiden Staaten durch Projekte in den Bereichen Sprache, Kunst, Literatur, Musik, kulturelles Erbe und Film beigetragen hat, und hoben die Arbeit des Kulturinstituts Mexikos in Deutschland sowie des Goethe-Instituts in Mexiko hervor.

48. Sie erinnerten mit Wohlwollen an die Sitzung der Fachkommission für Kultur und Bildung am 21. Mai 2025 in Mexiko, bei der vereinbart wurde, die Förderung binationaler Projekte der kulturellen und künstlerischen Zusammenarbeit fortzusetzen, die Verhandlungen über ein Abkommen zur Filmkoproduktion voranzubringen und den Austausch und die Zusammenarbeit in akademischen, kreativen Bereichen und im Bereich der Rückgabe von Kulturgütern zu fördern.

49. Sie vereinbarten, eine nachhaltige und langfristige Zusammenarbeit zu fördern, um die Kooperation zwischen Mexiko und Deutschland in den durch die Fachkommission für Kultur und Bildung abgedeckten Sektoren und Bereichen zu vertiefen.

50. Sie waren sich einig, dass die kontinuierliche Stärkung von Bildung einschließlich des Fremdsprachenerwerbs und beruflicher Ausbildung eine wichtige Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung in wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Hinsicht darstellt. Bildung ist eine Investition in die Zukunft und eine Voraussetzung für Einkommen, Beschäftigung und Gleichberechtigung der Geschlechter.

51. Die mexikanische Seite hob hervor, dass Deutschland eines der fünf wichtigsten Auslandsziele für mexikanische Studierende ist. Die Hauptstudienrichtungen mexikanischer Studierender an deutschen Universitäten sind Ingenieurwissenschaften, Rechtswissenschaften, Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft, Biomedizin und Sozialwissenschaften. Zudem wurde betont, dass der Zustrom mexikanischer Studierender nach Deutschland als Ergebnis der Vernetzungsstrategien und Maßnahmen der Hochschulen beider Länder einen kontinuierlichen Anstieg verzeichnet.

52. Beide Seiten äußerten ihre Zufriedenheit über die gemeinsamen Fortschritte im Bereich der dualen Ausbildung und bekräftigten ihr Engagement, die bilaterale Zusammenarbeit in diesem Bereich zu stärken.

53. Sie bekundeten ihr Interesse, Begegnungen zwischen Hochschulstellen beider Länder zu fördern, um akademische Austauschprogramme (DAAD) zu unterstützen und zu stärken sowie neue Möglichkeiten der Stipendienfinanzierung zu identifizieren.

54. Beide Seiten unterstrichen, dass Arbeit und Soziales ein Rückgrat einer resilienten, inklusiven und zukunftsfähigen Gesellschaft ist.

55. Daher einigten sich beide Parteien darauf, eine Fachkommission „Arbeit und Soziales“ unter dem Vorsitz des deutschen Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und der mexikanischen Secretaría del Trabajo y Previsión Social einzurichten. Sie zeigten sich erfreut über die enge und bewährte Zusammenarbeit im Bereich der Fachkräfteeinwanderung und unterstrichen ihre Bereitschaft, diese weiter auszubauen, da mit einem starken Fundament für den gezielten Zuzug mexikanischer Fachkräfte die wirtschaftliche Zukunft beider Länder gestärkt wird.

56. Beide Seiten bekundeten ihren Willen, den Sozialen Dialog zwischen deutschen und mexikanischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden durch den Austausch von Erfahrungen zu fördern und hoben die Bedeutung der Gleichberechtigung der Geschlechter am Arbeitsmarkt hervor, um das Potenzial der gesamten Erwerbsbevölkerung zu nutzen und die Produktivität zu erhöhen.

57. Beide Seiten vereinbarten einen regelmäßigen Austausch über mögliche gemeinsame Standpunkte bei der Internationalen Arbeitsorganisation und im Rahmen der G20.

58. Beide Seiten einigten sich darauf, in den kommenden Monaten einen Arbeitsplan abzustimmen, der die Zusammenarbeit im Bereich Arbeit und Soziales weiter konkretisieren soll.

59. Die Ergebnisse der Beratungen der Fachkommissionen der Binationalen Kommission Deutschland-Mexiko sind Bestandteil dieses Protokolls.

60. Unterzeichnet in Mexiko-Stadt am 4. Juni 2026 in zwei Urschriften, jede in deutscher und spanischer Sprache, wobei jeder Wortlaut gleichermaßen verbindlich ist.

Dr. Johann David Wadephul, Bundesminister des Auswärtigen der Bundesrepublik Deutschland

Roberto Velasco Álvarez, Minister für Auswärtige Beziehungen der Vereinigten Mexikanischen Staaten


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