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        15 Jahre für das Herz: Wie sich die Kardiologie am Sana Klinikum Hof verändert hat
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        6.10.2026
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    <autor>
          | Sana Kliniken
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        Von neuen Herzkatheterverfahren über moderne Rhythmustherapien bis zur personalisierten Medizin: Chefarzt Prof. Dr. Dr. Anil-Martin Sinha blickt auf 15 Jahre Amtszeit in Kardiologie in Hof zurück – und erklärt, warum die Zukunft der Herzmedizin lange vor dem ersten Eingriff beginnt.
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Manche beruflichen Wege beginnen mit einem klaren Plan, andere mit einer Gelegenheit zur richtigen Zeit. Als Prof. Dr. med. Dr. phil. Anil-Martin Sinha, Chefarzt der , vor 15 Jahren gefragt wurde, ob er am Sana Klinikum Hof eine kardiologische Abteilung aufbauen und weiterentwickeln möchte, reizte ihn vor allem die Herausforderung. Die Region kannte er bereits, in Franken wollte er bleiben – und er sah in Hof ein großes medizinisches Potenzial.

„Die Kardiologie hatte damals einen erheblichen Entwicklungsbedarf, gleichzeitig aber sehr gute Voraussetzungen und einen hohen Versorgungsbedarf in der Region“, erinnert sich Sinha. Für den langjährigen Oberarzt, Kardiologen und Intensivmediziner war der Wechsel deshalb vor allem eines: die Chance, etwas aufzubauen.

Heute, 15 Jahre später, hat sich nicht nur die Kardiologie am Sana Klinikum Hof grundlegend verändert. Auch die Möglichkeiten der Herzmedizin selbst haben in dieser Zeit enorme Fortschritte gemacht.

Was vor 15 Jahren noch kaum vorstellbar war

Einer der frühen Meilensteine war 2012 die Eröffnung des zweiten Herzkatheterlabors. Damit konnten in Hof erstmals auch Herzrhythmusstörungen umfassend untersucht und mittels Katheterablation behandelt werden. Heute gehören zwei Herzkatheterlabore, moderne Elektrophysiologie und 3D-Mapping ebenso zum Spektrum wie Schrittmacher-, Defibrillator- und Resynchronisationstherapien. Wie groß der technische Fortschritt tatsächlich ist, zeigt sich besonders bei der Behandlung von Vorhofflimmern. „Früher waren solche Eingriffe teilweise sehr langwierig. Heute können wir mit modernen Verfahren wie der Kryoablation viele Patienten in deutlich kürzerer Zeit behandeln“, erklärt Sinha. Dabei wird das krankhafte Herzgewebe nicht mit Hitze, sondern mit Kälte behandelt. Für viele Patienten bedeutet das einen schonenderen Eingriff und eine schnellere Rückkehr in den Alltag. Die Kryoablation gehört inzwischen zum etablierten Behandlungsspektrum in Hof.

Auch bei Herzschrittmachern hat sich viel verändert. Seit Ende 2024 wird am Sana Klinikum Hof unter anderem der kabellose Micra-Schrittmacher eingesetzt. Das kleine System wird direkt im Herzen platziert und kommt ohne die klassischen Schrittmacherkabel aus. Parallel hat die Klinik mit dem MitraClip ein kathetergestütztes Verfahren zur Behandlung einer undichten Mitralklappe etabliert. Beide Verfahren wurden seit ihrer Einführung bereits regelmäßig erfolgreich angewendet.

Weitere minimalinvasive Therapien folgten. Dazu gehört beispielsweise das Carillon-System, das bei bestimmten Formen der Herzschwäche eingesetzt werden kann, wenn eine undichte Mitralklappe zusätzlich zur Belastung des Herzens beiträgt. Ziel ist es, das Herz zu entlasten und die Belastbarkeit der Betroffenen im Alltag zu verbessern – ohne klassische offene Herzoperation.

Nicht die Lebensjahre entscheiden allein

Besonders verändert hat sich aus Sicht von Sinha auch der Blick auf ältere Patienten. Was vor 15 oder 20 Jahren bei einem Menschen über 80 noch sehr zurückhaltend bewertet wurde, gehört heute bei entsprechender Indikation selbstverständlich zur modernen Medizin.

„Früher hätte man bei einem 80-jährigen Patienten sehr genau überlegt, ob man überhaupt noch einen Herzkatheter durchführt. Heute wissen wir, dass gerade ältere Menschen von einer guten Behandlung enorm profitieren können“, sagt Sinha. Dabei gehe es nicht allein darum, Lebenszeit zu gewinnen. Viel entscheidender sei häufig die Lebensqualität. „Wenn Patienten wieder ihren Alltag bewältigen, zu Hause selbstständig sein können, dann ist das ein enormer Gewinn.“ Solche Entwicklungen hätten die moderne Kardiologie grundlegend verändert. Patienten könnten heute nicht nur länger leben, sondern oftmals auch länger aktiv und selbstbestimmt bleiben.

Wenn aus schwerer Herzschwäche wieder Bewegung wird

Welche Bedeutung das haben kann, erlebt Sinha immer wieder unmittelbar. Er erinnert sich beispielsweise an Patienten mit einer ausgeprägten Herzmuskelschwäche, deren Pumpfunktion stark eingeschränkt war. Mithilfe einer kardialen Resynchronisationstherapie konnte bei einzelnen Betroffenen die Herzleistung deutlich verbessert werden. „Das sind Patienten, die vorher kaum noch belastbar waren und später wieder Sport treiben konnten. Manche sind sogar wieder Skifahren gegangen. Wenn jemand, der vorher fast nur noch auf der Couch liegen konnte, wieder aktiv am Leben teilnimmt, dann bleibt einem das in Erinnerung.“

Noch unmittelbarer sind die Situationen, in denen Patienten mit einem akuten Herzinfarkt nachts per Notarzt in die Klinik kommen. „Es gibt Patienten, die praktisch bereits im Kreislaufstillstand bei uns ankommen. Wenn es dann gelingt, das verschlossene Herzkranzgefäß wieder zu öffnen und sich der Kreislauf stabilisiert, sind das Momente, die einen natürlich auch persönlich berühren.“ Für diese Fälle stehen am Sana Klinikum Hof rund um die Uhr erfahrene Teams zur Verfügung. Das Klinikum ist ein wesentliches Interventionszentrum im Herzinfarktnetzwerk Hochfranken und hält einen 24-Stunden-Bereitschaftsdienst für die akute Herzkatheterbehandlung vor.

Diagnostik wird gezielter – und für Patienten komfortabler

Auch der Weg zum Herzkatheter hat sich verändert. „Nur einmal nachsehen, weil man nicht weiterweiß – so arbeiten wir heute nicht mehr“, erklärt Sinha. Moderne nichtinvasive Verfahren wie Kardio-CT, Kardio-MRT, Echokardiografie und Stressechokardiografie ermöglichen es, bereits vor einem Eingriff wesentlich genauer einzuschätzen, welche Erkrankung vorliegt und welche Therapie sinnvoll sein könnte. Kardio-CT und Kardio-MRT werden in Hof bereits in Zusammenarbeit mit der Radiologie beziehungsweise der MRT-Diagnostik eingesetzt.

Auch die eigentliche Herzkatheteruntersuchung ist für viele Patienten schonender geworden. Wo früher häufig der Zugang über die Leiste gewählt wurde, erfolgen viele Untersuchungen heute über das Handgelenk. Je nach Befund können Patienten bereits am selben Tag wieder nach Hause. Gerade Menschen, die Angst vor einem Eingriff haben, möchte Sinha deshalb ermutigen, Beschwerden zunächst sorgfältig abklären zu lassen. „Am Anfang steht eine saubere Diagnostik. Erst wenn wir wissen, worum es geht, können wir gemeinsam mit dem Patienten entscheiden, welche Therapie wirklich sinnvoll ist.“ Dafür bietet die Kardiologie unter anderem spezialisierte Sprechstunden an. Gemeinsam mit dem Patienten wird anhand vorhandener Befunde eine Art medizinische „Roadmap“ entwickelt: Welche Untersuchung ist zuerst notwendig? Was folgt danach? Welche Therapieoptionen gibt es? Die weitere Organisation übernimmt anschließend das Team der Klinik.

Moderne Technik – mit einem klaren Ziel

Einen weiteren aktuellen Meilenstein erreichte die Kardiologie 2026: Das Sana Klinikum Hof wurde als Exzellenz-Zentrum für den Einsatz moderner Impella-Herzunterstützungssysteme zertifiziert. Die minimalinvasive Herzpumpe kann ein schwer geschwächtes Herz vorübergehend entlasten – beispielsweise bei komplexen Eingriffen oder in akuten Situationen. Für Sinha steht hinter all diesen technischen Entwicklungen jedoch immer dasselbe Ziel: eine möglichst gute und sichere Versorgung für den einzelnen Menschen.

„Mir geht es um Qualität, gute Abläufe, eine optimale Patientenversorgung und darum, dass die Patienten zufrieden sind.“ Nach 15 Jahren sei dafür vor allem eines entscheidend: ein eingespieltes Team. „Es freut mich besonders, dass wir hier heute ein festes Team und verlässliche Partner innerhalb und außerhalb des Klinikums haben. Man kennt sich, man weiß, wen man ansprechen kann – und genau das macht eine gute Versorgung aus.“

„Es geht nur Hand in Hand“

Eine zentrale Rolle spielen deshalb auch Hausärzte und niedergelassene Kardiologen. „Die Zusammenarbeit ist extrem wichtig. Es geht nur Hand in Hand“, betont Sinha. Diese Vernetzung soll künftig noch weiter intensiviert werden. Ein Baustein ist der 8. Hofer Herz-Kreislauf-Tag am 30. Januar 2027 in der Münch-Ferber-Villa in Hof, der nach der pandemiebedingten Unterbrechung wieder stattfinden soll. Neben aktuellen leitliniengerechten Therapien gehe es dort vor allem um Austausch und persönliche Kontakte. „Wenn ein niedergelassener Kollege eine Frage oder ein konkretes Problem bei einem Patienten hat, sollte es möglichst unkomplizierte Wege geben, gemeinsam eine Lösung zu finden.“ Gerade bei komplexen Erkrankungen seien direkte Abstimmungen zwischen Praxis und Klinik entscheidend.

Die Zukunft beginnt vor dem Herzinfarkt

Für die nächsten Jahre erwartet Sinha einen weiteren grundlegenden Wandel. Dabei richtet sich sein Blick weniger auf Roboter im Herzkatheterlabor als auf personalisierte Medizin, Prävention und eine intelligentere Nutzung medizinischer Daten. „Wir werden künftig viel mehr Informationen über den einzelnen Patienten zusammenführen müssen, um Therapien punktgenauer auszuwählen.“

Genetische Voraussetzungen könnten beispielsweise künftig stärker dabei helfen zu beurteilen, welche Medikamente bei welchem Menschen besonders gut wirken, welche Dosierung sinnvoll ist oder wo Unverträglichkeiten drohen. Gleichzeitig könnten medizinische Bildgebung, digitale Patienteninformationen, Wearables und Gesundheits-Apps ein umfassenderes Bild liefern. Künstliche Intelligenz könnte dabei helfen, große Datenmengen sinnvoll auszuwerten und Ärzte bei Entscheidungen zu unterstützen. Die persönliche ärztliche Betreuung werde sie aus Sicht von Sinha keines Falles ersetzen. Der entscheidende Fortschritt liege ohnehin möglicherweise noch früher. „Es ist eigentlich zu spät, wenn wir erst anfangen nachzudenken, nachdem der Herzinfarkt bereits passiert ist.“ Künftig müsse es stärker darum gehen, individuelle Risiken frühzeitig zu erkennen und Erkrankungen möglichst zu verhindern.

Prävention beginnt nicht erst im Alter

Dazu gehört für Sinha auch ein anderes Verständnis von Gesundheitsvorsorge. Bewegung, Ernährung, ausreichende Erholung, ein gesunder Umgang mit Stress und regelmäßige Aufmerksamkeit für Blutdruck, Gewicht oder andere Risikofaktoren seien Themen, die deutlich früher beginnen müssten. „Gesundheitsbewusstsein sollte eigentlich schon im Schulalter anfangen.“ Digitale Angebote könnten dabei eine wichtige Rolle spielen. Sinha erlebt inzwischen selbst bei Patienten weit über 70 oder 80 Jahren, dass Gesundheits-Apps, Schrittzähler oder Schlafdaten ganz selbstverständlich genutzt werden. „Wenn Patienten mir ihr Handy zeigen und stolz berichten, wie viele Schritte sie gemacht haben oder wie sich ihr Schlaf verbessert hat, dann sieht man, welches Potenzial darin steckt.“ Entscheidend sei, moderne Medien nicht als Gegensatz zur Medizin zu sehen, sondern sinnvoll für Prävention und Gesundheitskompetenz einzusetzen.

Frauenherzen brauchen mehr Aufmerksamkeit

Ein Thema, das nach Einschätzung von Sinha künftig ebenfalls stärker in den Mittelpunkt rücken wird, sind Unterschiede zwischen Frauen und Männern bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Viele wissenschaftliche Erkenntnisse und Grenzwerte seien historisch vor allem auf Basis männlicher Studienteilnehmer entstanden. Dabei können sich Symptome, Medikamentenwirkungen und Krankheitsverläufe bei Frauen unterscheiden. „Wir müssen genauer hinschauen und Frauen und Männer medizinisch nicht einfach über einen Kamm scheren.“ Insbesondere bei Herzschwäche, Medikamententherapien und Warnzeichen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sieht Sinha noch erheblichen Forschungs- und Aufklärungsbedarf.

Die nächsten Schritte sind bereits geplant

Auch am Sana Klinikum Hof soll die Entwicklung weitergehen. Nach den Erfahrungen mit dem MitraClip plant die Kardiologie, ihr Spektrum bei kathetergestützten Herzklappentherapien weiter auszubauen. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Ausbau der nichtinvasiven Herzbildgebung. Gemeinsam mit der Radiologie soll insbesondere die Nutzung von Kardio-CT und Kardio-MRT weiterentwickelt und perspektivisch stärker gebündelt werden.

15 Jahre – und kein Grund stehen zu bleiben

Was nach 15 Jahren bleibt, sind für Sinha deshalb nicht in erster Linie neue Geräte oder steigende Fallzahlen. Es sind die Menschen. Die Patienten, die nach einem schweren Herzinfarkt wieder nach Hause gehen. Die ältere Patientin, die nach erfolgreicher Rhythmustherapie wieder ihren Alltag bewältigt. Menschen mit schwerer Herzschwäche, die plötzlich wieder Spaziergänge machen oder Sport treiben können. Und ein Team, das über viele Jahre gewachsen ist.

Gleichzeitig mahnt Sinha dazu, moderne Medizin nicht mit sofortiger Heilung gleichzusetzen. „Manches braucht auch heute noch Zeit. Nach einem Herzinfarkt oder bei einer Herzmuskelschwäche ist mit dem Eingriff nicht automatisch alles vorbei. Das Herz braucht Zeit zur Regeneration – und diese Zeit sollten Patienten ihrem Körper auch geben.“

Sein Wunsch für die kommenden Jahre geht deshalb über neue Behandlungsmethoden hinaus: mehr Gesundheitsbewusstsein, frühere Diagnostik, engere Zusammenarbeit in der Region und Therapien, die noch stärker auf den einzelnen Menschen zugeschnitten sind.

Denn so sehr sich die Kardiologie in den vergangenen 15 Jahren verändert hat – ihr eigentliches Ziel ist gleichgeblieben: Menschen nicht nur länger leben zu lassen, sondern ihnen möglichst viel Selbstständigkeit, Lebensqualität und Lebensfreude zu erhalten.

Prof. Dr. med. Dr. phil. Anil-Martin Sinha, Chefarzt der

 

https://www.sana.de/newsroom/15-jahre-fuer-das-herz-wie-sich-die-kardiologie-am-sana-klinikum-hof-veraendert-hat


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