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        Hitze, Niedrigwasser und Trockenheit stellen Wirtschaft vor große Probleme
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        5.8.2026
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    <autor>
          | Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft
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        Nicht nur Südeuropa ächzt unter einer Hitzeglocke, auch in Deutschland sind die Folgen der anhaltend hohen Temperaturen mehr und mehr zu spüren.
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Die derzeitige Hitzewelle mit langanhaltender Trockenheit und außergewöhnlich niedrigen Pegelständen auf wichtigen Wasserstraßen stellt Wirtschaft und Landwirtschaft in Deutschland vor erhebliche Herausforderungen. Während Niedrigwasser die Logistik und Lieferketten belastet, leiden landwirtschaftliche Betriebe unter Dürre und Hitzestress bei Pflanzen und Nutztieren. Aus Sicht der Versicherungswirtschaft zeigt sich dabei: Viele Risiken lassen sich versichern, aber längst nicht alle sind automatisch abgesichert.

Niedrigwasser: Belastung für Schifffahrt und Industrie
Die ungewöhnlich niedrigen Wasserstände auf Rhein, Donau und weiteren Bundeswasserstraßen schränken die Binnenschifffahrt erheblich ein. Schiffe können vielfach nur noch mit reduzierter Ladung fahren, teilweise müssen Transporte ganz eingestellt oder auf Schiene und Straße verlagert werden. Die Folge sind höhere Transportkosten, Lieferverzögerungen und Produktionsprobleme. Das betrifft vor allem Branchen, die auf kontinuierliche Rohstofflieferungen angewiesen sind.

Niedrigwasser allein ist grundsätzlich kein versicherter Schaden. Erleidet ein Unternehmen wirtschaftliche Einbußen, weil Rohstoffe verspätet eintreffen oder Transporte teurer werden, besteht dafür in der Regel kein Versicherungsschutz.

Anders kann die Situation aussehen, wenn konkrete Sachschäden oder Transportgefahren versichert sind. In der Transportversicherung können beispielsweise Schäden an der transportierten Ware gedeckt sein, sofern ein versichertes Schadenereignis eingetreten ist. Reine Verzögerungsschäden oder Mehrkosten infolge niedriger Pegelstände sind dagegen regelmäßig ausgeschlossen und müssen von den Unternehmen selbst getragen werden.

Für viele Betriebe verdeutlicht die aktuelle Situation, dass Klimarisiken zunehmend auch Lieferketten und Produktionsabläufe treffen. Und damit Bereiche, die sich nur eingeschränkt versichern lassen und deshalb vor allem durch Vorsorge, Diversifizierung und ein professionelles Risikomanagement abgesichert werden müssen.

Dürre: Ernteausfälle treffen Landwirte hart
Besonders gravierend sind die Auswirkungen der anhaltenden Trockenheit auf die Landwirtschaft. Je nach Region und Kulturpflanze drohen erhebliche Ertragseinbußen bis hin zu Totalausfällen.

Grundsätzlich können Landwirte ihre Ernten heute über Mehrgefahrenversicherungen gegen verschiedene Wetterrisiken absichern. Je nach Vertrag gehören dazu neben Hagel unter anderem Starkregen, Sturm, Frost und zunehmend auch Dürre. Allerdings ist der Abschluss freiwillig und mit entsprechenden Prämien verbunden.

Die Versicherungsdichte unterscheidet sich dabei deutlich. Während Hagelversicherungen seit den ersten Hagelgilden vor über zweihundert Jahren weit verbreitet sind, verfügen längst nicht alle Betriebe über einen umfassenden Schutz gegen Dürreschäden. Insbesondere Mehrgefahrenversicherungen mit Dürredeckung sind wegen des hohen Risikos vergleichsweise kostenintensiv.

Der GDV setzt sich deshalb seit Langem dafür ein, die eigenverantwortliche Risikovorsorge der Landwirte zu stärken. Dazu gehört insbesondere eine stärkere Förderung von Mehrgefahrenversicherungen nach dem Vorbild vieler anderer EU-Staaten. Ziel ist es, Betriebe besser gegen zunehmende Wetterextreme abzusichern und gleichzeitig staatliche Ad-hoc-Hilfen nach Naturkatastrophen langfristig zu reduzieren und für versicherbare Gefahren überflüssig zu machen.

Hitzestress im Stall: Nicht jeder Schaden ist versichert
Hohe Außentemperaturen belasten auch Nutztiere erheblich. Kühe geben bei anhaltender Hitze häufig weniger Milch, Schweine und Geflügel fressen schlechter und wachsen langsamer. In extremen Fällen können Tiere sogar an den Folgen der Hitze verenden.

Ein Rückgang der Milchleistung oder geringere Mastleistungen infolge hoher Temperaturen stellen grundsätzlich keinen versicherten Schaden dar. Solche Ertragseinbußen gehören zum unternehmerischen Risiko des landwirtschaftlichen Betriebs.

Anders kann es aussehen, wenn Tiere tatsächlich verenden. Ob hierfür Versicherungsschutz besteht, hängt vom jeweiligen Vertrag ab. Tierlebens- oder Ertragsschadenversicherungen decken bestimmte Risiken ab, etwa Krankheiten oder Tierseuchen. Ob Hitzeschäden oder ein Hitzekollaps versichert sind, richtet sich nach den jeweiligen Versicherungsbedingungen. Ein automatischer Versicherungsschutz für hitzebedingte Tierverluste besteht nicht.

Kommt es dagegen infolge eines versicherten Sachschadens, etwa durch den Ausfall einer Lüftungsanlage nach einem Brand oder einem versicherten technischen Defekt, zum Tod von Nutztieren, kann Versicherungsschutz über entsprechende Sach- oder Betriebsversicherungen, Tierertragsschaden- oder Tierlebensversicherungen bestehen. Entscheidend sind auch hier die konkreten Vertragsbedingungen.

Klimafolgen machen Prävention immer wichtiger
Die aktuelle Hitzewelle zeigt einmal mehr, dass die Folgen des Klimawandels weit über klassische Unwetterschäden hinausgehen. Neben Gebäuden und Infrastruktur geraten zunehmend Lieferketten, landwirtschaftliche Erträge und Tierhaltung unter Druck.

Viele dieser Risiken lassen sich nur begrenzt versichern. Deshalb gewinnen Präventionsmaßnahmen weiter an Bedeutung, also zum Beispiel hitzeresistente Sorten im Pflanzenbau, moderne Stallklimatisierung, ein professionelles Wassermanagement oder widerstandsfähigere Lieferketten.

Aus Sicht des GDV werden Klimafolgenanpassung und Eigenvorsorge künftig ebenso wichtig sein wie ein leistungsfähiger Versicherungsschutz. Denn je häufiger Extremwetter auftreten, desto wichtiger wird das Zusammenspiel aus Prävention, privater Risikovorsorge und gezielter staatlicher Unterstützung.

https://www.gdv.de/gdv/themen/schaden-unfall/hitze-niedrigwasser-und-trockenheit-stellen-wirtschaft-vor-grosse-probleme-205358


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