Hartmann macht sich im Parlament für Fortführung des KFOR-Mandats stark 8.5.2026 | Bundesministerium für Verteidigung Der KFOR-Einsatz in Kosovo, der bislang längste Einsatz der Bundeswehr, soll fortgeführt werden. Der Parlamentarische Staatssekretär Sebastian Hartmann sprach am 7. Mai 2026 im Bundestag für das Verteidigungsministerium. Das Parlament muss in zweiter Lesung noch abschließend darüber abstimmen. Mit dem KFOR-Einsatz der Bundeswehr soll ihr bislang längster Einsatz fortgeführt werden. Der Parlamentarische Staatssekretär im BMVg Sebastian Hartmann sprach am 7. Mai 2026 im Parlament für das BMVg. Der Bundestag muss in zweiter Lesung noch abschließend darüber abstimmen. Hartmann betonte in seiner Rede im Bundestag, durch die Beteiligung am NATO-geführten KFOR-Einsatz leiste die Bundeswehr einen sichtbaren und relevanten Beitrag zur Gewährleistung von Sicherheit und Stabilität in der Republik Kosovo. Als Mitglied der NATO und als verlässlicher Partner in Europa habe Deutschland die Verpflichtung, seine Beteiligung an KFOR fortzusetzen. „Unser bisheriges Engagement wird von der Bevölkerung aber auch den staatlichen Institutionen des Kosovos, und der Republik Serbien und unseren NATO-Partnern sehr geschätzt“, unterstrich der Parlamentarische Staatssekretär im BMVg im Bundestag. Ohne Sicherheit und Stabilität in der Republik Kosovo sei eine Normalisierung der Beziehungen mit der Republik Serbien nicht möglich, so Hartmann. Und ohne eine Normalisierung dieser Beziehungen könne die weitere Annäherung an die EU für beide Länder mit zugleich positiven Auswirkungen auf das friedliche Miteinander in Europa nicht geebnet werden. Der ausdrückliche Dank des Parlamentarischen Staatssekretärs im BMVg galt den Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, die die Härten des Einsatzes ertragen müssten und die Risiken auf sich nähmen. Daten und Fakten Der KFOR-Einsatz der Bundeswehr dauert seit 1999. Die Personalobergrenze von bis zu 400 deutschen Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr soll unvermindert beibehalten werden. Das KFOR-Mandat ist zwar grundsätzlich unbefristet, dennoch legt die Bundesregierung dem Parlament jährlich das Mandat zur Beratung und Entscheidung vor. Auftrag KFOR (Kosovo Force) ist die militärische Absicherung der Friedensregelung für das Kosovo. Seit das Kosovo sich im Jahre 2008 für unabhängig erklärte, konzentriert sich KFOR auf die Überwachung der Entwicklung von professionellen, demokratischen und multiethnischen Strukturen. Aufklärung und Beratung stellen den Schwerpunkt der KFOR-Arbeit dar. Auf Grundlage der UN-Sicherheitsratsresolution vom 10. Juni 1999 leistet die Bundeswehr als Teil des Einsatzkontingents KFOR einen entscheidenden Beitrag zur Stabilisierung des Umfelds. KFOR trägt dazu bei, die öffentliche Ordnung sicherzustellen. Die Kooperation mit internationalen Organisationen und lokalen Akteuren ist in diesem Kontext sehr wichtig. Deutsche Soldatinnen und Soldaten stabilisieren durch ihren Einsatz die Lage in der Republik Kosovo und der gesamten Balkan-Region. Lage Seit Beginn des Einsatzes hat sich die Lage im Kosovo und der Region Westbalkan trotz anhaltender Spannungen stabilisiert. Zwischen der Republik Serbien und der Republik Kosovo läuft ein Dialog zur Normalisierung der Beziehungen. Dieser ist jedoch von Höhen und Tiefen geprägt. Es ist weiterhin Potenzial für Konflikte und Eskalation vorhanden. So kam es 2023 zu gewaltsamen Zwischenfällen, bei denen KFOR-Soldatinnen und Soldaten sowie Zivilistinnen und Zivilisten teilweise schwer verletzt wurden. Ende November 2024 wurde ein Sprengstoffanschlag auf die zentrale Wasser- und Stromversorgung des Landes verübt. Das zeigt: Alte Spannungen können im Kosovo jederzeit wieder aufbrechen, insbesondere im mehrheitlich ethnisch serbischen Norden des Kosovo. Der Beitrag der Bundeswehr zu KFOR ist deshalb seit April 2024 durch eine zusätzliche Einsatzkompanie verstärkt worden. Dieses Engagement soll bis Mai 2027 verstetigt werden. Ausblick Aufgrund der vorhandenen Spannungen ist die Stabilisierung durch KFOR und damit die Präsenz der Bundeswehr in der Region weiter nötig. Die Bundeswehr gilt dort als Sicherheitsgarant und als Ergänzung der Sicherheitsstrukturen. Deshalb will Deutschland diesen Einsatz im Rahmen der NATO zur militärischen Absicherung des Friedens in der Balkan-Region weiter unterstützen. Das ist die Voraussetzung für weitere politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen der Republik Kosovo – bis hin zu einer Normalisierung des Verhältnisses zu Serbien. Beide Länder können dadurch auch ihre EU-Beitrittsperspektiven verbessern. Insgesamt sind Stabilität und dauerhafter Friede im Kosovo sowie auf dem westlichen Balkan von enormer Bedeutung für Deutschland, für die NATO und für Europa als Ganzes. Deutschland setzt sich dafür ein. Wie geht’s weiter? Der Bundestag wird in zweiter Lesung abschließend über das Mandat debattieren und abstimmen. von Redaktion der Bundeswehr https://www.bmvg.de/de/aktuelles/mandatsverlaengerungen-kfor-erste-lesung-im-parlament-6098992