| Datum | 13.10.2026 |
| Subjekt | Universität Paderborn |
| Autor | Stefan Sauer |
| Telefon | +49 5251606820 |
| Kontakt | <div> <h3> Prof. Dr. Stefan Sauer </h3> <p>Software Innovation Campus Paderborn (SICP)</p> <p>Geschäftsführer Software Innovation Lab, Senior Researcher</p> <span> E-Mail schreiben </span> <span>+49 5251 60-6820</span> <div> <span>Mehr zur Person</span> </div> </div> <div> <h3> Dr. Simon Oberthür </h3> <p>Software Innovation Campus Paderborn (SICP)</p> <p>R&D Manager - Digital Security</p> <span> E-Mail schreiben </span> <span>+49 5251 60-6822</span> <div> <span>Mehr zur Person</span> </div> </div> |
| Region | Nemecko |
| Kategorie | IT a komunikácie, Veda a výskum, Bezpečnosť |
Cum ratione und Software Innovation Lab der Universität Paderborn legen Handlungsempfehlungen vor.
Wie können Deutschland und Europa angesichts wachsender geopolitischer Spannungen ihre digitale Handlungsfähigkeit stärken, kritische technologische Abhängigkeiten reduzieren und mehr digitale Wertschöpfung vor Ort fördern? Antworten liefern die gemeinnützige Gesellschaft cum ratione und das Software Innovation Lab der Universität Paderborn am SICP – Software Innovation Campus Paderborn in Form eines gemeinsamen Maßnahmenpapiers. Digitale Souveränität verstehen die Herausgeber*innen dabei nicht als technologische Abschottung, sondern als die Fähigkeit, digitale Technologien selbstbestimmt zu nutzen und echte Wahlmöglichkeiten zu behalten.
Die Handlungsempfehlung enthält vielfältige Lösungsansätze auf dem Weg zu mehr digitaler Selbstbestimmtheit in Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Dazu zählt u. a. die Stärkung von Alternativen zu den Produkten der großen Digitalkonzerne wie Microsoft, Apple und Meta. Ziel ist es, Bürger*innen, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen attraktive, sichere und langfristig tragfähige Auswahlmöglichkeiten zu bieten. Außerdem werden die Weiterentwicklung des Medienrechts, die Einführung einer europäischen Digitalsteuer sowie eine deutlich ambitioniertere Durchsetzung bestehenden Rechts gefordert. Darüber hinaus werden konkrete Maßnahmen in den Bereichen Sicherheit, Wirtschaft sowie Bildung und Gesellschaft vorgestellt.
„Wir wollen mit diesem Papier gezielt auf die unfairen Wettbewerbsvorteile von Big Tech gegenüber den klassischen Medien hinweisen. Die bestehenden Regelungen müssen konsequenter durchgesetzt und die großen Digitalkonzerne ihrem tatsächlichen Einfluss entsprechend stärker reguliert werden“, erklärt Kerstin Haarmann, Geschäftsführerin von cum ratione. „Die Verbände und Verlage der deutschen Medien müssen sich viel stärker dafür einsetzen, dass die großen Digitalkonzerne zukünftig eine ihrem massiven Einfluss entsprechende medienrechtliche Verantwortung und Haftung tragen. Sonst können die klassischen Medien im ungleichen Wettbewerb auf Dauer nicht bestehen und das wird unsere Demokratie gefährden“, so Haarmann weiter.
„Digitale Souveränität bedeutet, auch in Krisensituationen handlungsfähig zu bleiben“, erklärt Dr. Simon Oberthür, Leiter des Innovationsbereichs „Digital Sovereignty“ am Software Innovation Lab der Universität Paderborn. „Dafür müssen wir unsere kritischen Technologieabhängigkeiten kennen und digitale Infrastrukturen von Anfang an sicher und resilient gestalten. Wer heute Milliarden in Infrastruktur investiert, muss die notwendige IT-Sicherheit deshalb verbindlich mitfinanzieren – sonst riskieren wir die Verwundbarkeiten von morgen.“
„Neben einer wirksamen Regulierung braucht digitale Souveränität auch leistungsfähige technologische Alternativen, offene Standards und die Fähigkeit, digitale Systeme selbst zu gestalten und weiterzuentwickeln. Entscheidend ist, dass aus Forschung und Innovation praxistaugliche Lösungen entstehen, die Unternehmen und öffentliche Einrichtungen langfristig einsetzen können“, sagt Prof. Dr. Stefan Sauer, Professor für „Human-Centered Software Engineering“ und Geschäftsführer am SICP.
Das Maßnahmenpapier und weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe, aus der die Empfehlungen hervorgegangen sind, finden sich auf der Webseite von cum ratione sowie über die Seiten des Software Innovation Campus Paderborn unter www.sicp.de.