Im Stenographischen Protokoll ist der Vorfall nüchtern abgebildet. "Von der zweiten Galerie werden mehrere Schüsse in den Sitzungssaal abgefeuert. – Große Erregung im ganzen Hause", ist dort in Klammern vermerkt. Die Sitzung wurde anschließend zweimal unterbrochen. Um 14.50 Uhr wurden die Verhandlungen wieder aufgenommen und Viktor Adler durfte seine Rede fortführen.
Von den anderen Fraktionen kamen aber laute "Schluss"-Rufe. Im Stenographischen Protokoll ist "andauernder Lärm" vermerkt. In den Zeitungen liest man, dass die Sozialdemokraten als Schuldige an dem Attentat gesehen wurden. "Mordbube", "Mörder", "Bluthunde" sei dem Redner und den Sozialdemokraten zugerufen worden, berichtete die Illustrierte Kronen Zeitung am 6. Oktober 1911. Die Sitzung dauerte nun nicht mehr lang. Sie endete um 16.20 Uhr, nachdem der Präsident die Verhandlungen abgebrochen hatte.
Der Schütze wurde Anfang Dezember 1911 wegen versuchten Mordes zu sieben Jahren schweren Kerkers verurteilt. Vier Jahre später starb er in Haft an Tuberkulose.