Teamgeist und Ingenieurskunst punkten auf Europas Rennpisten

25.8.2026 - | Universität Stuttgart

Nach einem herausfordernden Saisonstart kämpfte sich das Rennteam der Universität Stuttgart zurück und feierte bei der diesjährigen Formula Student Saison mehrere Erfolge.

„Feuer Frei Stuttgart“, lautete das Motto des Rennteams für die Formula Student Saison 2026. Zum Abschluss der Saison sicherte sich das Rennteam der Universität Stuttgart auf dem Hockenheimring eine solide Platzierung in den Top 10. „Das Ergebnis haben wir uns hart erkämpft“, berichten die Teamchefs Levin Küng und Tobias Braas. „Wir sind nicht optimal in die Saison gestartet, trotzdem haben wir ein sehr gutes Ergebnis herausgeholt. Wir sind als Team immer zusammengestanden, das hat den Unterschied gemacht.“

Anders als bei einem klassischen Motorsportrennen geht es um weit mehr als Geschwindigkeit. „Es geht nicht darum, wer das schnellste Fahrzeug baut, sondern wer das Beste baut“, sagt André Casal Kulzer, Professor für Fahrzeugtechnik und Mentor des Rennteams. „Die Formula Student ist ein Praxistest für unsere Studierenden, dort können sie ihr Können als angehende Ingenieurinnen und Ingenieure unter Beweis stellen. Sie lernen technische Skills, arbeiten im Team zusammen, feiern gemeinsam Erfolge, aber gehen auch mit Problemen um."

Eine Saison mit Höhen und Tiefen

Zum Saisonauftakt sollte es für das Rennteam der Universität Stuttgart in der Schweiz an den Start gehen. Doch aufgrund fehlender Testing-Zeit entschied sich das Team, den Wettbewerb auszusetzen. „Es war keine leichte Entscheidung, aber auch das gehört zur Formula Student dazu“, so die beiden Teamchefs. Die Studierenden unterzogen ihr Fahrzeug weiteren Tests und machten es startklar für die nächste Station.

In Tschechien fuhr das Team auf den 2. Platz in der Gesamtwertung. Auch in Österreich konnten die Studierenden mit einer Zweit- und zwei Drittplatzierungen in den Disziplinen Autocross, Efficiency und Engineering Design hohe Punktwertungen einfahren. In der Gesamtwertung landete das Team auf dem 7. Platz. „Wir hatten leider Schwierigkeiten mit dem Raintest, sodass wir die Disziplinen Skid Pad und Acceleration nicht antreten konnten“, sagt Levin Küng. „Es macht den Spirit der Formula Student aus, dass wir am Ende auch auf die Hilfe anderer Teams setzen konnten, um den Raintest zu bestehen“, so Tobias Braas.

Acceleration: Beschleunigung aus dem Stand

Teamgeist und Ingenieurskönnen sind gefragt

Trotz allem bleibt die Formula Student ein internationaler Wettbewerb. Jede Saison aufs Neue planen, bauen und fahren studentische Teams aus aller Welt einen vollelektrischen Rennwagen. „Wir machen von Grund auf alles selbst“, so die beiden Teamchefs. „Jedes Bauteil an unserem Fahrzeug ist von uns selbst entwickelt und von uns oder mithilfe unserer Sponsoren gefertigt.“ Das Fahrzeug der Saison – das X0711-3 – überzeugt mit vier eigenentwickelten Elektromotoren, innovativer Aerodynamik für mehr Wendigkeit und beschleunigt in zwei Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die größte technische Errungenschaft dieses Jahres ist der vollständig neu entwickelte Hochvolt-Akku, der dazu beigetragen hat, dass das X0711-3 mit beeindruckenden 158 kg das leichteste Fahrzeug der Formula Student Germany 2026 ist.

Wie gut das eigene Fahrzeug abschneidet, stellen die Teams in verschiedenen Disziplinen unter Beweis. Die Teams sammeln etwa Punkte für das Beschleunigungsverhalten auf gerader und kurviger Strecke (Acceleration und Skidpad), die technische Zuverlässigkeit auf langer Strecke (Endurance) und den Energieverbrauch (Efficiency). Die Disziplinen werden sowohl mit einem Fahrer am Steuer als auch im autonomen Modus absolviert. Auch das Konzept hinter dem Fahrzeug muss überzeugen – von der Fertigung über den Materialeinsatz bis hin zum Kostenplan.

Ziele für die nächste Saison stehen fest

Die Stärken in dieser Saison lagen klar in der Gewichtsoptimierung des Fahrzeugs sowie einer verbesserten Zuverlässigkeit. Bei der Vorbereitung auf die technischen Abnahmen wollen die Studierenden noch nachbessern.

Die nächste Formula Student Saison startet bereits im September. Das Rennteam ist noch auf der Suche nach neuen Teammitgliedern. Wer Lust hat an einem anspruchsvollen Projekt mitzuarbeiten, kann sich über die Webseite oder den Instagram-Kanal direkt an das Rennteam wenden.


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