STRAUBING Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat beim Unternehmertag des Landkreises Straubing-Bogen bessere Rahmenbedingungen für die Wirtschaft gefordert. Zwar hat die bayerische Wirtschaft 2025 wieder um 0,5 Prozent zugelegt. Hohe Energiepreise, Bürokratie, Fachkräftemangel und geopolitische Unsicherheiten belasten die Unternehmen aber weiterhin.
In seiner Rede sagte Aiwanger: „Unsere Unternehmen wollen investieren und Arbeitsplätze schaffen. Aber dafür müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Wir brauchen dringend günstigere Energie. Hierfür muss der Ausbau der Erneuerbaren in Kombination mit Speichern konsequent vorangetrieben werden. Gleichzeitig muss Bundeswirtschaftsministerin Reiche bei der Befüllung der Gasspeicher deutlich mehr Tempo machen, damit uns in einem kalten Winter kein Mangel droht. Die CO2-Steuer muss sofort abgeschafft werden. Gerade jetzt, da wegen Niedrigwasser Transporte vom Schiff auf die Straße verlagert werden müssen, ist das ein Wettbewerbsnachteil, den wir uns nicht leisten können. Außerdem braucht unsere Wirtschaft eine Entbürokratisierungsoffensive. Gerade der Mittelstand darf nicht immer weiter mit Vorschriften belastet werden. Wir müssen hier den gesunden Mittelweg wiederfinden. Bei Themen wie Bürgergeldbetrug müssen wir härter durchgreifen und Leistungsverweigerer konsequent sanktionieren. Den vielen fleißigen und engagierten Unternehmern in unserem Land müssen wir dagegen wieder mehr Vertrauen entgegenbringen. Unnötige Dokumentationspflichten und andere bürokratische Irrwege dürfen die Wirtschaft nicht ausbremsen. Die Konkurrenz schläft nicht. Das sehen wir gerade in der Automobilindustrie, in der die deutschen Konzerne immer weiter unter Druck geraten. Sie brauchen Rückenwind aus der Politik und keine Bremsklötze.“
Erfreulich sei dagegen, so Aiwanger weiter, dass das Handwerk wieder mehr Zulauf bekomme. „Immer mehr junge Menschen entscheiden sich für eine Ausbildung, und auch Eltern und Gesellschaft erkennen wieder stärker: Eine gute Ausbildung im Handwerk ist kein Plan B, sondern ein sicherer und wertvoller Weg in einen zukunftsfesten Beruf.“
Wenn jetzt die richtigen Weichen gestellt werden, dann mache er sich keine Sorgen um die Unternehmen im Landkreis Straubing-Bogen. „Die Wirtschaft im Gäuboden und dessen Umkreis steht sehr gut da: geringe Arbeitslosigkeit, reges Gründungsgeschehen, hohe Innovationskraft“, so der Minister. „Straubing zeigt, was mit Unternehmergeist und gezielter Wirtschaftsförderung möglich ist. Jetzt müssen wir den Blick nach vorne richten. Wir müssen die Entwicklung und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz weiter vorantreiben – gerade im Mittelstand. Gleichzeitig bieten Robotik und Automatisierung große Chancen, um dem zunehmenden Arbeitskräftemangel und den hohen Arbeitskosten entgegenzuwirken. Was technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist, muss angegangen werden.“
Von 2016 bis 2025 hat der Freistaat im Landkreis Straubing-Bogen die gewerbliche Wirtschaft mit 35,8 Millionen Euro unterstützt und damit Investitionen von rund 240 Millionen Euro angestoßen. Mehr als 2.200 Arbeitsplätze wurden gesichert und 249 neu geschaffen.
Ansprechpartner:
Korbinian Huber
Stv. Pressesprecher