(4. August 2026) München – Wenn am ersten Dienstag im August Gärtnerinnen und Gärtner, Floristinnen und Floristen durch die Münchner Innenstadt ziehen, wird eine der ältesten Traditionen Bayerns lebendig: Der Gärtnerjahrtag erinnert an ein Gelübde der Münchner Gärtnerzunft aus dem 14. Jahrhundert. Bis heute verbindet er gelebtes Brauchtum, starken Zusammenhalt und die tiefe Verbundenheit der Menschen mit der Natur. Auch in diesem Jahr nahm Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber an den Feierlichkeiten teil.
„Der Gärtnerjahrtag führt uns eindrucksvoll vor Augen: Tradition ist kein Blick zurück. Tradition ist Rückenwind und gibt uns Kraft für die Zukunft. Unsere Gärtnerinnen und Gärtner bewahren nicht nur ein jahrhundertealtes Handwerk. Sie packen an, übernehmen Verantwortung und gestalten Tag für Tag die Zukunft unserer Heimat mit“, sagte Kaniber.
Es sind jedoch nicht nur die gärtnerischen Produktionsbetriebe, die Bayern grüner und lebenswerter machten. „Auch die Bürgerinnen und Bürger leisten in ihren eigenen Gärten einen wichtigen Beitrag. Sie bauen Obst und Gemüse an, versorgen sich mit frischen Lebensmitteln und schaffen gleichzeitig wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Ihre Gärten fördern die Artenvielfalt, speichern Wasser und kühlen unsere Städte und Gemeinden an heißen Tagen“, betonte die Ministerin.
Kaniber machte beim Gärtnerjahrtag zudem deutlich, welche Schlüsselrolle der Gartenbau für Bayerns Zukunft spielt: „Ein starker Gartenbau ist weit mehr als ein wichtiger Wirtschaftszweig. Er sichert regionale Lebensmittel, schützt unser Klima, erhält die biologische Vielfalt und macht Bayern lebenswerter. Deshalb ist es mir ein großes Anliegen, unsere Gartenbaubetriebe ebenso wie die vielen Ehrenamtlichen in den Obst- und Gartenbauvereinen, in den Kleingartenvereinen und in zahlreichen weiteren Vereinigungen verlässlich zu unterstützen.
Denn eines muss uns klar sein: Wer heute pflanzt und pflegt, schafft die Grundlage für ein gutes Morgen.“ Rund zwei Millionen Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner pflegen im Freistaat Gärten, Streuobstwiesen und Grünflächen. Sie fördern die Artenvielfalt und vermitteln Wissen über nachhaltiges Gärtnern an andere weiter.
Der Gartenbau mit seinen Schwerpunkten Produktion und Dienstleistung bildet heute einen unverzichtbaren Teil der Land- und Ernährungswirtschaft: Er versorgt die Menschen im Freistaat mit frischem Obst, Gemüse, Pilzen sowie Heil- und Gewürzpflanzen. Mit Stauden, Zierpflanzen und Gehölzen schafft er Lebensqualität und fördert die Artenvielfalt. Auch der Garten- und Landschaftsbau leistet Entscheidendes: Er gestaltet die blau-grüne Infrastruktur unserer Städte und Gemeinden, schafft Wohlfühloasen im unmittelbaren Lebensumfeld und hilft Bayern, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen.
„Gerade in Zeiten globaler Krisen, unsicherer Lieferketten und zunehmender Klimaextreme zeigt sich: Unser heimischer Gartenbau ist systemrelevant. Er sichert Versorgung, stärkt regionale Wirtschaftskreisläufe und macht unsere Heimat widerstandsfähiger“, erklärte Kaniber.
Deswegen appellierte die Ministerin an alle Verbraucherinnen und Verbraucher: „Greifen Sie bitte oft zu regionalen Produkten. Mit jedem Einkauf bei unseren heimischen Betrieben stärken Sie auch den Gartenbau vor Ort, sichern Arbeitsplätze und halten Wertschöpfung in Bayern. Regional einzukaufen ist keine Kleinigkeit. Es ist ein klares Bekenntnis zu Qualität, Heimat und Versorgungssicherheit.“
In Bayern produzieren 7.700 Betriebe auf einer Nutzfläche von rund 30.000 Hektar gärtnerische Kulturen zum Verkauf.