Diskussionsabend zu Geschichte und Gegenwart gleichgeschlechtlicher Liebe im Landhaus.
Bregenz (VLK) – Gestern (25. Juni) fand im Landhaus die Veranstaltung „Verbotene Küsse“ in Kooperation mit dem Verein CSD Pride Vorarlberg statt. Landesrätin Barbara Schöbi-Fink eröffnete die Veranstaltung, bei der die Geschichte, Verfolgung und Kriminalisierung gleichgeschlechtlicher Liebe in Vorarlberg im Mittelpunkt standen. „Gleichgeschlechtliche Liebe wurde über Jahrzehnte kriminalisiert und verfolgt – nicht nur während des Nationalsozialismus, sondern auch davor und danach. Damit in unserer Gesellschaft heute mehr Toleranz gelebt wird, ist es wichtig, dass diese Vergangenheit nicht in Vergessenheit gerät“, betonte die Landesrätin.
Das Rahmenprogramm ermöglichte Einblicke aus unterschiedlichen Perspektiven. Historikerin Ina Friedmann zeichnete in ihrem Vortrag die Verfolgungsgeschichte der letzten 100 Jahre nach: In Österreich waren gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen lange Zeit verboten, etliche Menschen waren deswegen teilweise jahrelang im Gefängnis. „Wir müssen aus unserer Geschichte lernen und Vielfalt als Bereicherung für unsere Gesellschaft sehen. Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, dafür zu sorgen, dass sich alle Menschen in Vorarlberg sicher und willkommen fühlen“, führte Schöbi-Fink aus.
Der Verein CSD Pride Vorarlberg präsentierte anhand der Hate Crime-Berichte des BMI eine Analyse der aktuellen Situation und zeigte auf, dass der gesellschaftliche Rückhalt für queere Personen weltweit rückläufig ist. Internationale Umfragen machen sichtbar, dass sowohl die Zustimmung zur Ehe für alle als auch die Akzeptanz für ein offenes Ausleben der eigenen Identität und Sexualität sinken.
„Von 100 Verbrechen gegen queere Menschen werden laut Rechtskomitee Lambda nur zehn zur Anzeige gebracht - als Gesellschaft brauchen wir ein besseres Bewusstsein für das Thema, das heißt Opferschutz und klare Konsequenzen für Täter:innen - alles andere ist ein Signal an die Täter:innen, dass ihr Verhalten toleriert wird“, führt der Verein CSD Pride Vorarlberg aus.
In einer von Isabel Baldreich moderierten Runde diskutierten im Anschluss daran die Bereichssprecherinnen und Bereichssprecher der Landtagsparteien über Ursachen aktueller Entwicklungen gegen queere Personen und mögliche Gegenmaßnahmen. Abschließend hatte das Publikum die Möglichkeit, sich mit Fragen einzubringen.
https://presse.vorarlberg.at/land/public/Veranstaltung-zu-Vielfalt-und-Akzeptanz