Benachrichtigungen lesen, Anrufe annehmen, Fotos übertragen − Microsofts kostenloses Smartphone-Link bringt das Handy kabellos auf den PC. Wir erklären, wie es geht.
Bei der Arbeit am PC, liegt das Smartphone meist daneben − und unterbricht regelmäßig mit wichtigen Anrufen oder Benachrichtigungen, die gelesen und beantwortet werden wollen. Also jedes Mal wechseln: von Maus und Tastatur hin zum kleinen Touchscreen und nach beantworteter WhatsApp wieder zurück. Das kann nerven. Hier kommt das Microsoft-Programm Smartphone-Link ins Spiel und löst das Problem recht elegant.
Man verbindet das Android-Handy oder iPhone per WLan oder Bluetooth mit dem PC und steuert es von dort über eine übersichtliche Bedienoberfläche. Smartphone-Link überträgt nicht nur Dateien zwischen den Geräten, wie etwa Google Quick Share oder Apple Airdrop, sondern kann deutlich mehr: Nachrichten lesen, Anrufe annehmen, Musik und Videos steuern – das alles funktioniert direkt am großen Bildschirm.
Bei einigen Smartphone-Modellen kann man sogar das gesamte Gerät fernsteuern. Dann zeigt Smartphone-Link den gesamten Touchscreen-Inhalt in einem Programmfenster − inklusive aller Apps.
Für die Verbindung muss auf dem PC Windows 11 und das kostenlose Microsoft-Programm „Smartphone-Link“ laufen − das auf den meisten Rechnern vorinstalliert ist. Auf dem Smartphone muss die App „Link zu Windows“ installiert sein; es gibt sie kostenlos für iPhone und Android.
Um Smartphone-Link nutzen zu können, brauchen Sie ein Microsoft-Konto und müssen die App „Link zu Windows“ herunterladen. Nutzen Sie ein Android-Gerät müssen PC und Handy mit demselben WLAN verbunden sein. Ein iPhone hingegen verbindet sich per Bluetooth mit dem Rechner. Der Kopplungsprozess ist mit beiden Systemen simpel:
Die Smartphone-Modelle einiger Hersteller senden Ihre gesamte Fotogalerie mit Vorschaubildchen per Smartphone-Link an den PC. Sie können dann durch die Bilder stöbern, wie auf dem Smartphone selbst. Wollen Sie ein Bild auf den PC kopieren, ziehen Sie es einfach per Maus hinüber.
Samsung, Honor und ein paar weitere Anbieter gehen einen Schritt weiter: Bei einigen Modellen zeigt Smartphone-Link den gesamten Bildschirminhalt in einem Windows-Fenster an. Sie können das Gerät dann per Maus so bedienen, als hätten Sie es in der Hand.
Diese Funktion haben wir mit einem Samsung Galaxy S23 Ultra in einem Heim-WLan ausprobiert: Dabei fiel auf, dass der Smartphone-Screen in reduzierter Auflösung am PC ankam und deswegen etwas verwaschen wirkte. Zudem kam es zu kurzen Aussetzern bei der Wiedergabe von Musik oder Videos vom Smartphone auf dem Rechner. Ansonsten ließ sich das Telefon aber komfortabel vom Rechner aus bedienen.
Was ist nun konkret mit Smartphone-Link möglich? Das kommt darauf an, was für ein Telefon Sie besitzen:
Funktionen mit einem iPhone oder Android-Gerät:
Mit Android ist außerdem möglich:
Smartphone-Link kann jede Menge heikle Daten zwischen dem Smartphone und Ihrem PC übertragen − etwa Nachrichten von der Bank, Familienfotos oder Kontaktdaten. Zwar finden sich die Geräte über das lokale Netzwerk oder Bluetooth, doch nehmen die meisten der gesendeten Daten einen Umweg über Microsoft-Server, bevor sie beim Empfangsgerät ankommen. Der Konzern gibt an, die Informationen weder dauerhaft zu speichern noch zu analysieren. Als Nutzer bleibt einem nichts anderes übrig, als dieser Aussage zu vertrauen.
Wer das nicht möchte, kann eine datenschutzfreundlichere Alternative nutzen, beispielsweise das beliebte, kostenlose Open-Source-Programm KDE Connect. Es hat nicht ganz den Funktionsumfang wie Smartphone-Link und sieht weniger modern aus, überträgt die Daten aber nur über das heimische Netzwerk und verlangt kein Nutzerkonto.
Geht es nur darum, Fotos und Videos vom Smartphone kabellos auf den Computer zu übertragen, bieten sich auch Airdrop (iPhone und Mac) und Quick Share (Android und Windows) als unkomplizierte Übertragungswege an. Sie sind bereits in die Smartphone-Betriebssysteme eingebaut. Steuern lässt sich das Telefon darüber aber nicht.
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