Deutschland beteiligt sich am Important Project of Common European Interest (IPCEI) „Innovative Kerntechnologien“ zur Förderung von Fusionstechnologien

18.5.2026 - | Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

Deutschland beteiligt sich an einem neuen Important Project of Common European Interest (IPCEI) „Innovative Kerntechnologien“ zur Förderung von Fusionstechnologien und entsprechenden Wertschöpfungsketten. Mit dem Beitritt unterstreicht die Bundesregierung ihren Anspruch, die Fusion als Schlüsseltechnologie von strategischer Bedeutung in Europa gemeinsam voranzubringen.

Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Katherina Reiche:
„Fusion ist kein fernes Zukunftsthema, sondern eine strategische Aufgabe. Mit dem IPCEI bringen wir Forschung, Start-ups und Industrie gezielt zusammen – von der Idee bis zur ersten Anwendung. Europa hat die technologische Basis. Jetzt zählt Tempo: Gute Ideen müssen in Produktion und Skalierung. Souveränität und Resilienz entstehen dort, wo Technologien industriell umgesetzt werden."

Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt Dorothee Bär:
„Das erste Fusionskraftwerk der Welt in Deutschland ist erklärtes Ziel der Bundesregierung. Mit der Hightech Agenda Deutschland und dem Aktionsplan Fusion stellen wir die Weichen für den Aufbau eines Fusionsökosystems, das für die Erschließung der Fusion als Energiequelle notwendig ist. Doch nur mit Zusammenarbeit auf europäischer Ebene werden wir schnell zum Ziel kommen. Die deutsche Beteiligung am IPCEI beflügelt europäische Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft in der Fusion. Sie verschafft uns zudem den notwendigen Freiraum, unsere Fusions-Förderung passgenau und wirkungsvoll zu gestalten. So bereiten wir den deutschen Fusionsunternehmen den Weg zum ersten Fusionskraftwerk.“

IPCEI leisten durch die Investitionen von Unternehmen, flankiert durch staatliche Förderung, einen zentralen Beitrag zum Aufbau europäischer Ökosysteme für strategisch zentrale Technologien. Sie geben damit einen wichtigen Impuls zur Stärkung der europäischen Souveränität in strategischen Technologiebereichen und tragen entscheidend zur globalen Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie bei.

Das IPCEI Innovative Kerntechnologien soll Forschung, Start-ups, Mittelstand und Industrie entlang zentraler Wertschöpfungsketten von Fusionstechnologien europaweit zusammenbringen. In Projekten, die vom Labor bis zur ersten industriellen Anwendung reichen können, soll so die Entwicklung von vielversprechenden Technologien für die Fusion unterstützt werden.

Die Bundesregierung wird den weiteren Prozess begleiten und in enger Abstimmung mit europäischen sowie nationalen Akteuren ausgestalten. Dazu gehört auch die Identifikation geeigneter Vorhaben und Partner im Bereich der Fusionstechnologien und deren Wertschöpfungsketten durch ein nationales Interessenbekundungsverfahren, das zeitnah und zeitlich abgestimmt mit den teilnehmenden EU-Mitgliedstaaten beginnen wird.

Danach werden geeignete nationale Vorhaben ausgewählt, die durch die Bundesregierung gefördert werden sollen, europäische Partner zusammengebracht und gemeinsame Projektlinien entwickelt. Ziel ist ein Projektbeginn im Jahr 2027 nach Genehmigung der einzelnen Projekte durch die Europäische Kommission.

Die Bundesregierung wird die Fusion allein in dieser Legislaturperiode mit rund 2,4 Milliarden Euro voranbringen. Hierzu kann jetzt auch das IPCEI-Förderformat zielgerichtet eingesetzt werden.

Die deutsche Beteiligung ist klar auf den Bereich Fusionstechnologien und deren Wertschöpfungsketten fokussiert. Die Energiegewinnung durch Kernspaltungstechnologien ist nicht Gegenstand der erklärten deutschen Beteiligung.


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