Die tragischen Ereignisse in Leipzig erschüttern Menschen in ganz Deutschland und werfen erneut Fragen nach der Sicherheit im öffentlichen Raum auf. Städte und Gemeinden stehen dabei vor der Herausforderung, Sicherheit und Offenheit gleichermaßen zu gewährleisten. Ein DStGB-Statement.
Die Amokfahrt in Leipzig, bei der zwei Menschen ihr Leben verloren haben und mehrere weitere schwer verletzt wurden, hat bundesweit Trauer, Fassungslosigkeit und Verunsicherung ausgelöst. Die schreckliche Tat wirft die Frage auf, wie die Sicherheitslage in den Städten und Gemeinden bestellt ist.
Die Kommunen haben in den vergangenen Jahren erhebliche finanzielle und personelle Ressourcen in Sicherheitskonzepte sowie bauliche Maßnahmen gesteckt – insbesondere zum Schutz von Großveranstaltungen, Märkten und anderen Orten mit hohem Besucheraufkommen. Dazu gehören unter anderem Zufahrtssperren und bauliche Hindernisse, die gezielt eingesetzt werden, um Gefahren zu minimieren. Gleichwohl macht der furchtbare Vorfall in Leipzig deutlich, dass trotz aller Vorsorgemaßnahmen eine hundertprozentige Sicherheit nicht gewährleistet werden kann.
Es bleibt der Zielkonflikt zwischen Sicherheit und Offenheit. Städte und Gemeinden bemühen sich, öffentliche Räume so zu gestalten, dass Gefahren reduziert werden, insbesondere an Orten, an denen viele Menschen zusammenkommen. Zugleich muss jedoch die Offenheit des urbanen Raums erhalten bleiben, die das Leben in unseren Kommunen ausmacht.
Wir können und wollen unsere Städte und Gemeinden nicht zu Festungen ausbauen. Kommunen sind Orte des Alltags, des Miteinanders und des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Dieses Gemeinsame darf nicht durch Abschottung eingeschränkt werden. In besonderen Lagen – etwa bei Großveranstaltungen, Feierlichkeiten oder besonderen Ereignissen – wird die jeweilige Gefährdungslage selbstverständlich immer wieder neu bewertet. Dafür verfügen die Kommunen über erprobte Sicherheits- und Krisenkonzepte. Die bestmögliche Sicherheit bei größtmöglicher Sicherheit ist und bleibt das Zielbild gegenwärtiger und zukünftiger Stadtentwicklung.
Unser ausdrücklicher Dank gilt den eingesetzten Sicherheitskräften, dem Krankenhauspersonal sowie den Mitarbeitenden der Verwaltung. Der bestehende Notfallplan hat offenkundig gegriffen; alle Beteiligten haben schnell, koordiniert und professionell gehandelt. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer, den Verletzten sowie bei allen, die sich vor Ort engagiert haben.
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