Zurück in die Erfolgsspur?

3.10.2026 - | Österreichisches Olympisches Comité

Judo-Austria-Headcoach Yvonne Snir-Bönisch sorgte – seit ihrem Amtsantritt 2021 – für Erfolge am Fließband. Längst vergessen schien die Zeit, als man 11 Jahre auf eine rot-weiß-rote WM- und 13 Jahre auf eine ÖJV-Olympia-Medaille warten musste. Die Bilanz der letzten fünf Jahre spricht für sich: 3 Olympia- und 3 WM-, dazu auch noch 2 EM- Medaillen sowie ein Masters-Sieg, dazu 40 Podiumsplätze auf der IJF-World-Tour. Einziger Schönheitsfehler: Die letzte WM-Medaille, Bronze durch Michaela Polleres in Doha, liegt bereits 1.242 Tage –sprich drei Jahre und vier Monate -zurück.

Von 4. bis 11. September 2026 geht in Baku (AZE) die 39. Judo-Weltmeisterschaft in Szene. 634 Judoka aus 96 Nationen scheinen in der Startliste auf – darunter nicht weniger als 10 (von 14) Weltmeister:innen von Budapest 2025 sowie 12 Weltranglisten- Leader. Österreich tritt im Einzel mit sechs Aktiven an.

Das ÖJV-Team wird von Michaela Polleres (-70/JC Sparkasse Wimpassing/NÖ), zweifache Olympia- und WM-Medaillengewinnerin, angeführt. Die 29-jährige Niederösterreicherin bestreitet ihre bereits 6. Weltmeisterschaft: „Mindestziel ist eine Top-7-Platzierung. Ich fühle mich top-vorbereitet – wir hatten sehr starke Trainingslager in Kasachstan, der Türkei und zuletzt in Deutschland.“

Headcoach Yvonne Snir-Bönisch ist überzeugt: „Wir wollen möglichst schnell in die Erfolgsspur zurück – unser WM-Anspruch ist der Gewinn zumindest einer Medaille, umso mehr, weil wir bei den letzten zwei Weltmeisterschaften leer ausgegangen sind. Diese Schieflage – entstanden durch einen Generationenwechsel – wollen wir schnellstmöglich zurechtrücken.

Fakt ist: Michaela Polleres und Lubjana Piovesana haben beide das Zeug für eine Top-3-Platzierung in Baku. Klar ist aber auch, dass beide diesmal nicht gesetzt sind. Wie schwer das wiegt, werden wir nach der Auslosung am Samstag wissen.“

Nicht gerade begeistert zeigt sich die ÖJV-Cheftrainerin vom überlangen Olympia-Qualifikationsmodus und der Terminplanung des Internationalen Judoverbandes (IJF): „Die Qualifikationsphase läuft bis Juni 2028 – d.h. gut zweieinhalb Jahre. Pro Gewichtsklasse gibt’s 17 Direkt-Tickets für Los Angeles. Wer nicht zu den absoluten Top-Leuten im Ranking gehört, der muss möglichst viele World-Tour-Turniere bestreiten, dazu auch noch an zwei Europa- und drei Weltmeisterschaften teilnehmen. Die letzte WM, im Jahre 2028, bringt 100 Prozent der Punkte, also doppelt so viele wie die zwei Auflagen zuvor.

Es wird wohl nicht viele ÖJV-Asse geben, die es sich leisten können, die WM im Olympia-Jahr auszulassen. Aber genau das wäre für eine ideale Olympia-Vorbereitung vonnöten.“ Nachsatz: „Es braucht einen nicht weiter zu wundern, wenn viele Nationen über eine lange Verletztenliste klagen. Auch bei uns fehlen – mit Bernd Fasching (Knöchel-Luxation, Wadenbeinbruch, die Nummer 9 in der Kategorie – 81 kg, und Schwergewichtler Stephan Hegyi – zwei absolute Top-Asse. Das ist traurig und ärgerlich zugleich.“

https://www.olympia.at/main.asp?NID=46379&kat1=87&kat2=538