Ausgewählte Nachwuchswissenschaftler*innen aus ganz Nordrhein-Westfalen (NRW) kamen im Rahmen der Humboldtn-School 2026 in Wuppertal zusammen, um Spitzenforschung mit den wirtschaftlichen Anforderungen in NRW zu verknüpfen.
Wie kann eine erfolgreiche Kreislaufwirtschaft entwickelt werden? Wie gelingt das im konkreten Fall der E-Mobilität? Zu diesen Fragen tauschten sich jetzt insgesamt 27 herausragende Promovierende nordrhein-westfälischer Universitäten mit Expert*innen aus dem Feld im Rahmen der Humboldtn-School 2026 in Wuppertal aus. Vertreten waren unter anderem das Wuppertal Institut, Hochschulen für angewandte Wissenschaften, sowie das Graduiertenkolleg „Circular E-Cars“, an dem neben der RWTH Aachen auch die Universität Siegen mit fünf Lehrstühlen beteiligt ist. Unter dem Motto „Circular Economy im Fokus – Forschen, Vernetzen, Transformieren” wurden zirkuläre Wertschöpfungsketten in Industrie- und Rohstoffsektoren analysiert und diskutiert. Im Fokus stand das Recylingpotenzial von Elektroautos. Angeregt durch Impulse von erfahrenen Wissenschaftler*innen tauschten sich die Teilnehmenden verschiedener Fachbereiche zudem in interaktiven Formaten über ihre eigenen Forschungsprojekte aus.
„Es war beeindruckend zu erleben, mit welcher Klarheit und Offenheit die Promovierenden ihre Forschungsprojekte vorgestellt und auf Rückmeldungen aus unterschiedlichen Fach- und Praxisperspektiven reagiert haben. Die Elevator-Pitches, Netzwerkrunden und Beratungssessions haben gezeigt, wie wertvoll solche Formate für kritisches Feedback, neue Verbindungen und die Weiterentwicklung wissenschaftlicher Ideen sind. Die Humboldtn-School stärkt damit nicht nur einzelne Forschungsvorhaben, sondern auch die Fähigkeit der nächsten Generation von Wissenschaftler*innen, Verantwortung für komplexe Transformationsprozesse zu übernehmen“, sagte die Siegener Rektorin Prof. Dr. Stefanie Reese. Eine wichtige Rolle spielte dabei auch die „Fishbowl-Diskussion“, an der Prof. Reese ebenso wie Axel Barten (Achenbach Buschhütten) mitwirkte. Die Moderation übernahm Prof. Dr. Axel von Hehl (Uni Siegen, Lehrstuhl für Materialkunde und Werkstoffprüfung).
In ihrem Eröffnungsvortrag betonte Prof. Dr. Dr. Friederike Welter, Mitglied der Expertenkommission Forschung und Innovation der Bundesregierung (efi), Präsidentin des Instituts für Mittelstandsforschung in Bonn und Lehrstuhlinhaberin an der Universität Siegen, die stetig wachsende Relevanz wissenschaftsbasierter Beratung im wirtschaftlichen Transformationsprozess. Auf Basis ihrer Forschung, aber auch ihrer Praxiserfahrung an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft betonte sie die Transformationsleistungen gerade mittelständischer Unternehmen. Die Projektpräsentationen der Nachwuchsforschenden im Anschluss beschrieben Lösungsansätze für zirkuläre Wertschöpfungsketten am Beispiel von Elektrofahrzeugen.
„Exzellente Nachwuchsförderung ist essenziell für eine erfolgreiche Transformation in NRW“, ist Prof. Birgitta Wolff, Sprecherin von Humboldtn und Rektorin der Bergischen Universität Wuppertal, überzeugt. „Hier ist das Potenzial des interdisziplinären Austauschs in der Wissenschaft und mit der Wirtschaft gerade zur Kreislaufwirtschaft enorm. Insbesondere beim Thema Recyclingfähigkeit von E-Fahrzeugen. Die wissenschaftlichen Kompetenzen, die durch unsere Initiative Humboldtn in NRW aufgebaut und gestärkt werden, zahlen auch auf eine erfolgreichen Transformationsgestaltung im Bergischen Land ein“, sagte Wolff weiter.
Inter- und Transdisziplinäre Zusammenarbeit ist auch für das Wuppertal Institut ein tragendes Element in der Nachhaltigkeitsforschung, und so unterstützt Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick, Präsident und wissenschaftlicher Geschäftsführer des Wuppertal Instituts sowie Co-Sprecher von Humboldtn, die School auf ganzer Linie: „In den Beratungssessions mit den Nachwuchswissenschaftler*innen wurde nicht nur deutlich, mit wie vielen Herausforderungen Konzeption und Umsetzung einer Circular Economy verbunden sind, sondern auch welchen wertvollen Beitrag wissenschaftliche Projekte in allen Disziplinen dazu beitragen können. Mit kreativen Formen der Zusammenarbeit können gerade aus NRW heraus wichtige Impulse zu diesem Wandel gesetzt werden.“
Die Exkursionen – zu Aptiv im Bergischen Land und zu Speira im Rheinischen Revier – zeigten anschaulich, welche konkreten Bedarfe und welche wesentlichen Herausforderungen die regionale Industrie hat, aber auch die Chancen, die mit strukturellen Veränderungen und nachhaltiger Transformation verbunden sind. Die Besichtigungen boten Stoff für Diskussionen und neue Impulse für eigene Projekte. Zum Abschluss reflektierten die Teilnehmenden in einem Workshop des Start-up Centers der Bergischen Universität das Gründungspotenzial ihrer Forschungsarbeiten.
Die Initiative Humboldtⁿ wurde 2021 von den 16 Universitäten in Nordrhein-Westfalen zusammen mit dem Wuppertal Institut gegründet, um Nachhaltigkeit in der Hochschullandschaft zu fördern. Seit 2023 liegt die Sprecherschaft an der Bergischen Uni bei Rektorin Prof. Birgitta Wolff. Humboldtn dient als Plattform zur Bündelung von Forschung und Wissenstransfer und unterstützt interdisziplinäre Kooperationen zur Bewältigung der großen Herausforderungen unserer Zeit.
Hier finden Sie die Website von Humboldtn.