Feldkirch (VLK) – Nach rund vier Jahren Bauzeit ist die Feldkircher Innenstadt nun erstmals vor einem hundertjährlichen Hochwasserereignis geschützt. Mit der heutigen (26. September) Fertigstellungsfeier wurde das Hochwasserschutzprojekt Ill – Stadt Feldkirch offiziell abgeschlossen. Landeshauptmann Markus Wallner gratulierte allen Beteiligten und würdigte die Bedeutung des Vorhabens für den Schutz von Bevölkerung, Region und Wirtschaft: „Dieses Projekt zeigt, wie Sicherheit und Lebensqualität zusammengehen: mehr Raum für die Ill, moderne Brücken, sichere Wege. Das ist eine gute Nachricht für die Menschen, die hier wohnen und arbeiten, und für die heimischen Betriebe.“
Um die Sicherheit der Altstadt und der Bevölkerung bei einem sogenannten hundertjährlichen Hochwasser zu gewährleisten, realisierte der Wasserverband Ill-Walgau als Projektbetreiber gemeinsam mit der Stadt Feldkirch, dem Land Vorarlberg und Leitungsträgern das Projekt „Hochwasserschutz Stadt Feldkirch“. Unter anderem wurde die Kapfschlucht aufgeweitet, eine neuen Verkehrsgalerie errichtet sowie die Heilig-Kreuz-Brücke und die Montfortbrücke neu errichtet. Das Projekt verbessert die Hochwassersicherheit im Bereich der Feldkircher Innenstadt zukünftig grundlegend: Ohne die umgesetzten Maßnahmen wären bei einem hundertjährlichen Hochwasser zahlreiche Betriebe und Wohnobjekte betroffen gewesen.
Landesrat Christian Gantner, zuständig für den Schutzwasserbau, betonte: „Mit der Aufweitung der natürlichen Engstelle in der Kapfschlucht und den Neubauten der Brücken haben wir die Abflusskapazität der Ill massiv erhöht und die Gefahr von Rückstau und Überflutungen in der Innenstadt deutlich verringert.“ Besonders würdigte er die Leistung auf der Baustelle: „Während hier gebaut wurde, ging das Leben in Feldkirch weiter: Menschen mussten zur Arbeit, Geschäfte waren geöffnet und der Verkehr musste fließen. Unter diesen Bedingungen zu bauen, Rücksicht auf die Anrainerinnen und Anrainer zu nehmen sowie Leitungen und Denkmalschutz zu berücksichtigen, verlangt Können, Umsicht und gute Zusammenarbeit. Mein besonderer Dank gilt allen Beteiligten vor Ort, die mit ihrem Einsatz einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz und zur Sicherheit der Menschen in Feldkirch geleistet haben.“
Die Gesamtinvestition beläuft sich auf rund 28,6 Millionen Euro. Das Land trägt 40 Prozent, der Bund 39,9 Prozent und der Wasserverband Ill-Walgau die verbleibenden 20,1 Prozent. „Der Schutz der Bevölkerung vor Naturgefahren wie Hochwasser ist mir ein großes Anliegen. Daher investieren wir als zuständiges Bundesministerium in ganz Österreich laufend in bauliche Maßnahmen und ökologische Verbesserungen. Für den Hochwasserschutz in Feldkirch stellen wir rund 11,4 Millionen Euro zur Verfügung. Jeder Euro, den wir in Hochwasserschutz investieren, ist eine Investition für mehr Sicherheit, für mehr Ökologie und stärkt auch die regionale Wirtschaft“, erklärte Wasserminister Norbert Totschnig anlässlich der Eröffnung. „Diese Investition in den Hochwasserschutz ist dreifach gut angelegt – für die Sicherheit der Menschen, für die Infrastruktur und für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes“, unterstrich auch Wallner.
Landeshauptmann Wallner und Landesrat Gantner dankten dem Wasserverband Ill-Walgau, der Projektleitung, den Planungsbüros, den ausführenden Unternehmen, den Behörden, den Mitarbeitenden von Land und Bund für die reibungslose Umsetzung sowie der Bevölkerung für ihr Verständnis während der Bauphase über mehrere Jahre. Im Rahmen der Feier wurde zudem der ehemalige Geschäftsführer des Wasserverbands Ill-Walgau, Wolfgang Errath, für sein langjähriges Engagement gewürdigt.
Hochwasserschutz in Vorarlberg
Vorarlberg treibt den Hochwasserschutz landesweit voran. Wallner verwies im Rahmen der Fertigstellungsfeier auch auf das geplante Hochwasserschutz- und Renaturierungsprojekt RHESI: „Mit der Einreichung zur Umweltverträglichkeitsprüfung im Mai haben wir dieses Jahr einen entscheidenden Meilenstein erreicht – von der Planung in die Umsetzungsperspektive. RHESI wird den Hochwasserschutz im Vorarlberger und St. Galler Rheintal wesentlich verbessern und schafft als größtes Renaturierungsprojekt Europas zugleich wertvolle Lebensräume- und Erholungsräume für Menschen, Tiere und Pflanzen. Damit investieren wir landesweit in den Hochwasserschutz und setzen uns nach Kräften für zukunftsfähige Lösungen ein.“
https://presse.vorarlberg.at/land/public/Sicherheit-f-r-Feldkirch-Signal-f-r-ganz-Vorarlberg