Gefähr­liche Squishy Dumplings im Umlauf

26.9.2026 - | Stiftung Warentest

Viele Kinder sammeln Quetsch­spielzeuge, die aussehen wie gedämpfte Teigtaschen. Manche sind aber unsicher: Behörden warnen vor Schad­stoffen und Ersti­ckungs­gefahr.

Ob in Form von Teigtaschen, Käse, Butter oder Würfeln: Knet­bare Squishy-Spielzeuge liegen im Trend. Leider nicht nur bei Kindern und Jugend­lichen, sondern auch bei rück­sichts­losen Anbietern. Safety Gate, das EU-Warn­system für unsichere Produkte, führt aktuell mehrere Squishies auf. Meist warnen die Behörden wegen Ersti­ckungs­gefahr für kleine Kinder durch Kleinteile, die sich lösen können. Aber auch Schad­stoffe sind ein Thema.

Gefähr­liche Squishy Dumplings ohne Herstel­leradresse

Die bean­standeten Dumpling-Spielzeuge finden Sie im Safety Gate über die Suche nach „Dumpling“. Dort sind die Produkte auch abge­bildet. Folgende Produkt­namen stehen auf den betroffenen Spielzeugen:

Die Fotos zeigen eine Gemein­samkeit: Auf den Verpackungen der Dumplings ist keine Anbiete­radresse angegeben. Das heißt: Hier zeichnet sich niemand für die Sicherheit des Spiel­zeugs verantwort­lich. Das allein ist ein Warn­signal.

Unter­suchungen von Squishies in mehreren Ländern

Nachdem sich Verbrauche­rinnen und Verbraucher über einen chemischen oder benzin­artigen Geruch der Squishies beschwert hatten, untersuchte die Nieder­ländische Behörde für Lebens­mittel- und Konsumsicherheit (NVWA) Quetsch­spielzeuge wie Dumplings. Die Behörde wurde fündig: Die Produkte enthielten zum Teil flüchtige organische Verbindungen (VOC). Die können einen chemischen Geruch verursachen und auf Dauer unter anderem die Atemwege reizen.

Britische Verbraucherschützer fanden im Produkt „Squeezy Dumplings“ eine besonders bedenk­liche VOC-Verbindung: den krebs­erregenden Schad­stoff Benzol. Die Nieder­länder wollen nun weitere Analysen durch­führen. Amtliche Unter­suchungen von Squishy-Toys laufen derzeit auch in Dänemark, Frank­reich und Belgien.

Sandfüllung könnte Asbest enthalten

Aus welchen Materialien die Quetsch­spielzeuge bestehen, ist über die Angaben auf der Verpackung oft nicht zu erkennen. Gefüllt sind die Lebens­mittel-Nach­bildungen etwa mit Gel, Schaum­stoff, Flüssig­keiten, Pulver, Wasser­perlen oder Sand. Sandfül­lungen von Spielzeug können mit Asbest belastet sein. In den vergangenen Monaten mussten Anbieter und Händler immer wieder sandgefüllte Figuren zurückrufen.

Ersti­ckungs­gefahr durch Wasser­perlen

Wasser­perlen können wiederum für kleine Kinder gefähr­lich sein, falls die Außenhülle nicht hält und Kinder sich die Füllung in den Mund stecken. Die Perlen könnten sich nach dem Verschlu­cken ausdehnen und zu Darm­verschlüssen führen, oder Kinder könnten schlimms­tenfalls daran ersti­cken.

Tipp: Unser Holzspielzeug-Test verrät, mit welchen Spielzeugen kleine Kinder sicher spielen können. Für ältere Kinder hat die Stiftung Warentest zuletzt Trampoline und Kinderfahrräder getestet. Sie wiesen ebenfalls erhebliche Unterschiede in Sachen Sicherheit und Schad­stoffe auf.

Squishies nicht in die Mikrowelle legen!

Video-Clips in den sozialen Medien zeigen, wie Squishies in der Mikrowelle erwärmt werden − ein gefähr­liches Spiel. Laut NVWA kann die Füllung sehr heiß werden. Wenn das Squishy dann unter Druck kommt, zum Beispiel durch Zusammendrücken, könne das Produkt platzen und ernst­hafte Verbrennungen verursachen. Medien, etwa in Frank­reich, Groß­britannien und Kanada, berichteten über Kinder und auch Erwachsene, die sich durch platzende Squishies verletzt haben.

Das rät die Stiftung Warentest Eltern von Squishy-Fans

  • Keine Panik: Bisher warnen die Verbraucher­schutz­behörden nur vor einer geringen Zahl an Produkten.
  • Meiden Sie Quetsch­spielzeuge, die stark chemisch riechen, etwa nach Benzin oder Erdöl. Es könnte ein Hinweis auf Schad­stoffe sein.
  • Achten Sie bei Spielzeug grund­sätzlich darauf, ob zumindest die Adresse eines verantwort­lichen Herstel­lers oder Importeurs in der EU auf der Verpackung steht.
  • Ein fehlendes CE-Zeichen wäre ebenfalls ein Warn­signal, ein vorhandenes ist aber keine Garantie. Das zeigen etwa die Dumplings im Safety Gate, auf deren Packungen CE-Zeichen stehen.
  • Von Quetsch­spielzeugen, die mit Sand gefüllt sind, raten wir derzeit vorsorglich ab. Beim Kauf ist nicht zu erkennen, ob es sich bei der Füllung um sauberen Quarzsand handelt oder um Material aus einer unklaren Quelle, das Asbest enthalten könnte.
  • Entsorgen Sie rissige oder beschädigte Quetsch­spielzeuge und lassen Sie kleine Kinder unter drei Jahren vorsichts­halber gar nicht mit Squishies spielen.

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