OBERPFALZ. Mit angeblichen Sicherheitsproblemen bei digitalen Geldbörsen versuchen Betrüger, an Kryptowährungen zu gelangen. Die Täter geben sich dabei am Telefon, per E-Mail oder über Messenger-Dienste als Mitarbeiter von Handelsplattformen, Anbietern von digitalen Geldbörsen oder technischen Supportdiensten aus. Ihr Ziel ist es, an Zugangsdaten, private Schlüssel oder Wiederherstellungsphrasen (Seed Phrase) zu gelangen, um über das digitale Guthaben verfügen zugreifen zu können. Die Polizei warnt vor dieser Betrugsmasche und gibt Tipps, wie Sie sich schützen können.
Den Opfern wird häufig ein angebliches Sicherheitsproblem geschildert: Die digitale Geldbörse (Wallet) sei gefährdet, eine Transaktion müsse überprüft werden oder ein Konto drohe gesperrt zu werden. Unter diesem Vorwand setzen sie die Betroffenen unter Zeitdruck und fordern sie dazu auf, eine bestimmte Internetseite aufzurufen oder sensible Informationen weiterzugeben.
Dabei kann es sich um Benutzernamen, Passwörter, private Schlüssel oder die sogenannte Wiederherstellungsphrase (Seed Phrase) ihres Wallets handeln. Diese Daten ermöglichen Unbefugten unter Umständen den vollständigen Zugriff auf eine digitale Geldbörse. Anschließend werden Kryptowährungen auf andere digitale Geldbörsen übertragen. Solche Transaktionen lassen sich nicht rückgängig machen.
Wie schnell die Masche zum Erfolg führen kann, zeigt ein aktueller Fall aus Pressath im Landkreis Neustadt an der Waldnaab.
Eine 39-jährige Frau meldete sich am Montag, dem 21. September 2026, bei der Polizeiinspektion Kemnath. Nach bisherigen Erkenntnissen erhielt sie am Nachmittag einen Anruf von einer unbekannten Person. Diese gab sich als Mitarbeiter einer Kryptowährungsplattform aus und behauptete, es gebe ein Problem mit ihrer digitalen Geldbörse. Im Verlauf des Gesprächs wurde die Frau an einen weiteren angeblichen Support-Mitarbeiter ihres Walletanbieters weitergeleitet. Dieser forderte sie auf, ihre Wiederherstellungsphrase, bestehend aus zwölf Wörtern, mitzuteilen. Nachdem die Frau den Anweisungen gefolgt war, wurden Kryptowährungen im Wert eines niedrigen vierstelligen Eurobetrags auf ein unbekanntes Wallet übertragen. Die Polizeiinspektion Kemnath hat die Ermittlungen wegen Betrugs aufgenommen.
Die Polizei rät: Behandeln Sie Wiederherstellungsphrasen und private Schlüssel eines Wallets wie den Schlüssel zu einem Tresor. Wer diese Informationen kennt, kann uneingeschränkt über Ihr Guthaben verfügen.
Wenn Sie bereits Daten auf einer verdächtigen Seite eingegeben oder Kryptowährungen auf Veranlassung unbekannter Personen übertragen haben, sollten Sie umgehend handeln:
Die Polizei empfiehlt insbesondere, keine weiteren Zahlungen oder Übertragungen vorzunehmen und keine Fremdzugriffe auf eigene Geräte zuzulassen.
Veröffentlicht am 25.09.2026 um 08:02 Uhr
Pressekontakt: 0941/506-1004
https://www.polizei.bayern.de/aktuelles/pressemitteilungen/109046/index.html