Der Tiroler Fotokünstler Gregor Sailer erhielt heute, Montag, den 14. September, den Paul-Flora-Preis 2026.
Die Übergabe des mit 10.000 Euro dotierten Preises erfolgte in feierlichem Rahmen im TAXISPALAIS Kunsthalle Tirol in Innsbruck. Überreicht wurde die Auszeichnung von Kulturreferent LH Anton Mattle sowie Südtirols Kulturlandesrat Philipp Achammer. Mit dem Preis zeichnen Tirol und Südtirol im jährlichen Wechsel herausragende junge KünstlerInnen aus, die mit ihren Werken neue Impulse in der zeitgenössischen Kunst setzen.
„Gregor Sailer gelingt es, mit seinen fotografischen Langzeitprojekten verborgene Orte und gesellschaftliche Umbrüche sichtbar zu machen. Seine Arbeiten regen zur Reflexion an und zeigen, wie Kunst Brücken zwischen Regionen und Menschen baut. Der Paul-Flora-Preis würdigt nicht nur sein künstlerisches Schaffen, sondern auch sein gesellschaftliches Engagement“, betonte LH Mattle und gratulierte Sailer zur Auszeichnung.
LR Achammer ergänzte: „Mich beeindruckt an Gregor Sailers Arbeiten, wie konsequent er seinen eigenen fotografischen Blick verfolgt und dabei Orte und Entwicklungen sichtbar macht, die sonst kaum in den Fokus geraten. Seine Bilder sind präzise, eindringlich und werfen Fragen auf, die über das einzelne Motiv hinausgehen. Mit dem Paul-Flora-Preis würdigen wir einen Künstler, der die Grenzen der Fotografie auslotet und damit wichtige Impulse für die zeitgenössische Kunst setzt. Genau solche eigenständigen und mutigen Positionen brauchen wir in einer lebendigen Kulturlandschaft.“
Jurybegründung: Gregor Sailer – Fotograf zwischen Kunst und Forschung
Gregor Sailer, geboren 1980 in Schwaz und wohnhaft in Vomp (Bezirk Schwaz), studierte Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Fotografie und Experimentalfilm an der Fachhochschule Dortmund. Internationale Bekanntheit erlangte er durch fotografische Langzeitprojekte, in denen er mit einer analogen Fachkamera schwer zugängliche Orte dokumentiert – darunter Kulissenstädte für militärische Trainings, abgeschottete Forschungsstationen in der Arktis oder KI-gesteuerte Produktionsanlagen. Zu seinen bekanntesten Werkserien zählen „Closed Cities“, „The Potemkin Village“ und „The Polar Silk Road“. Seine Arbeiten wurden unter anderem im Londoner Naturhistorischen Museum und beim renommierten Fotofestival Rencontres d’Arles gezeigt. 2022 widmete ihm das Kunsthaus Wien eine umfassende Retrospektive. Zuletzt war sein Projekt „Cockaigne“ im Naturhistorischen Museum Wien zu sehen, in dem er sich mit der Zukunft der Welternährung angesichts Klimakrise und Bevölkerungswachstum auseinandersetzt.
Die Jury hebt hervor, dass Sailer mit seinen Werken die Grenzen zwischen Kunst, Wissenschaft und Dokumentation auflöst und gesellschaftlich relevante Themen in den Fokus rückt.
Paul-Flora-Preis: Grenzüberschreitende Förderung junger KünstlerInnen
Der Paul-Flora-Preis wird seit 2010 in Erinnerung an den 2009 verstorbenen Künstler Paul Flora abwechselnd in Tirol und Südtirol vergeben. Über die Auszeichnung entscheidet eine Fachjury, der Nina Tabassomi (Direktorin TAXISPALAIS Kunsthalle Tirol), Sabine Gamper (Kuratorin für zeitgenössische Kunst, Südtirol) und Andreas Flora als Vertreter der Familie angehören. Im vergangenen Jahr wurde die Tiroler Künstlerin Margarethe Drexel ausgezeichnet.