Pitch4MED geht in die fünfte Runde Gründungsinteressierte Forschende gestalten Medizin von Morgen

10.9.2026 - Anne Wansing | Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Bereits zum fünften Mal fand am 8. September 2026 der Pitch4MED, eine Veranstaltung der Medizinischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU), statt.

Diese Veranstaltung bietet frühphasigen Gründungsteams aus der Universitätsmedizin die Möglichkeit, sich vor einer Jury zu erproben und so Erfahrung zu sammeln. Umgesetzt wird die Veranstaltung gemeinsam mit der Medizinischen Fakultät Bonn, der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln, der Uniklinik RWTH Aachen sowie RWTH Innovation, die jeweils auch Teams am Start hatten.

Der Pitch4MED wird jährlich durch Startup4MED, der Gründungsförderung der Medizinischen Fakultät der HHU und des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD), gemeinsam mit der Medizinischen Fakultät Bonn und der Medizinischen Fakultät Köln durchgeführt. In diesem Jahr beteiligt sich erstmals auch die Uniklinik RWTH Aachen. Der Pitch4MED bietet frühphasigen Gründungsteams in jeweils acht Minuten die Gelegenheit, ihre Ideen vor einer hochkarätigen Jury aus Investorinnen und Investoren, Business Angels und Industrieexpertinnen und -experten zu präsentieren. Sie können so Investmentmöglichkeiten erschließen. Inzwischen hat sich die Veranstaltung zu einem festen Termin im Kalender der medizinischen Startup-Szene in NRW etabliert. Zwei Teams pro Standort nahmen diese Möglichkeit wahr.

Erstmals fand der Termin in diesem Jahr in Bonn statt. Neben den Teams und der Jury versammelten sich dort auch Vertretungen der Hochschulen. Prof. Dr. Hubert Schelzig, Prodekan für Strategische Entwicklung, vertrat den Standort Düsseldorf. Er betonte die Bedeutung der überregionalen Zusammenarbeit für Gründungsteams: „Medizinische Ausgründungen sind einem stark regulierten Markt mit langen Entwicklungszyklen und hohen Kosten unterworfen. Eine regionale und überregionale Vernetzung ist daher unverzichtbar. Deshalb freut es mich ganz besonders, dass wir auch in diesem Rahmen mit den Standorten Köln, Bonn und Aachen zusammenarbeiten, mit denen darüber hinaus viele weitere gemeinsame Forschungsprojekte bestehen.“

Die vorgestellten Gründungsprojekte reichten von Wirkstoffentwicklung bis Medizintechnik. So stellte etwa Dr. Gabriel Leprivier (Institut für Neuropathologie, UKD) das Projekt Remissio vor. Das Gründungsteam setzt bei der Ursache von Krebsrückfällen an: bei ruhenden Tumorzellen, die einer Standardtherapie entgehen, im Körper verbleiben und zu einem späteren Zeitpunkt erneut zum Tumorwachstum führen können. Durch die Entwicklung von sogenannten Small-Molecule-Therapeutika, die selektiv auf diese therapieresistenten Zellen abzielen, sollen neue therapeutische Ansätze für schwer behandelbare Krebsarten wie dem Glioblastom erschlossen werden.

Einen anderen Weg schlägt das Team MARSS rund um Prof. Dr. Frederik Giesel (Direktor der Klinik für Nuklearmedizin, UKD) und Medizinphysikexperten Jan Henke (ebd.) ein. In nuklearmedizinischen Einrichtungen binden gesetzlich vorgeschriebene Kontaminationskontrollen und Dokumentationspflichten täglich wertvolle Fachkraftzeit. MARSS kombiniert eine digitale Dokumentationsplattform mit einer autonomen Messlösung, die Qualitätskontrollen automatisiert, Medienbrüche vermeidet und Fachpersonal für patientennahe und hochqualifizierte Aufgaben freisetzt.

Die Jury bestand in diesem Jahr aus Dr. Juri Bach (HTGF High-Tech Gründerfonds), Dr. Martina Häger (Angel Engine e. V.), Dr. Ralph Herbst (Gateway Factory), Marius Rosenberg (Start2Group), Dr. Maria Bräutigam (NRW.BANK) und Dr. Sarah Buchholz (TVF TechVision Fonds). Im Anschluss an die Pitches erhielten die Teams von den Juroren wertvolles Feedback, um ihre Präsentationen vor potentiellen Investoren noch zu verbessern.

Die HHU ist im Rahmen der Gateway Factory seit 2025 Teil der bundesweiten Initiative „Startup Factories“. Das Innovationszentrum unterstützt Deep-Tech-Startups im Rheinland mit Infrastruktur, Mentoring und Investorenzugang und hilft medizinischen Ausgründungen dabei, ihre Projekte schneller von der Forschung in die Versorgung zu bringen.


https://www.hhu.de/die-hhu/presse-und-marketing/aktuelles/pressemeldungen-der-hhu/news-detailansicht/gruendungsinteressierte-forschende-gestalten-medizin-von-morgen