Scalable Capital eröffnet Preiskampf um Kunden

24.8.2026 - | Stiftung Warentest

Die staatlich geförderte Alters­vorsorge startet 2027 in Deutsch­land. Jetzt geht Scalable Capital im Ringen um Millionen Kunden in die Offensive.

Neobroker buhlt um Kunden fürs Alters­vorsorgedepot

Ab Januar geht es los: Dann sollen Spare­rinnen und Sparer dank des neuen Alters­vorsorgedepots staatlich gefördert in ETF – etwa den MSCI World – und aktiv gemanagte Fonds investieren können. Das Alters­vorsorgedepot ist der Nach­folger der Riester-Rente. Pro Jahr gibt der Staat für die ersten 360 Euro Eigen­betrag 50 Cent pro Euro dazu, danach bis zu einer Einzahlung von 1800 Euro noch 25 Cent. Insgesamt kann man so eine Maximal­zulage von 540 Euro pro Jahr kassieren.

Schon jetzt buhlen Banken und Online-Broker um Kunden, denn für sie geht es um rund 14 Millionen Riester-Sparer, die künftig ins neue System wechseln können sollen. Die Neobroker Trade Republic und Smart­broker+ werben bereits für ihr Angebot ab Januar 2027, die ING hat eine Warteliste einge­richtet.

Tipp: Alle Details erfahren Sie unter Tschüss Riester und hallo Altersvorsorgedepot!.

Scalable lockt mit Depot ohne Gebühren

Jetzt gibt Scalable Capital erst­mals konkrete Konditionen für ihr Modell preis. Gegen­über „Bild“ sagt Firmenchef Erik Podzuweit, dass man das Stan­dard­depot gebührenfrei machen wolle. Kunden sollen für Käufe, Verkäufe, Sparpläne, Depot und Konto nichts zahlen. Lediglich die laufenden Kosten des jeweiligen ETF müssten beglichen werden.

Die aber sollen maximal 0,15 Prozent im Jahr betragen. Im ersten Jahr will Scalable diese Kosten auf 0 Prozent reduzieren. Da schon kleine Unterschiede über Jahr­zehnte große Summen ausmachen können, spielt die Frage nach den Kosten eine entscheidende Rolle bei der Geld­anlage.

Neobroker will Riester-Sparer für sich gewinnen

Vor allem die heutigen Riester-Sparer sollen von Scalable gelockt werden, so Podzuweit zu „Bild“. Man wolle ihnen den Umstieg möglichst einfach machen und einen Wechsel­service anbieten. Kunden sollen nur das Produkt, ihre Vertrags­nummer und den bisherigen Anbieter angeben. Die nächsten Schritte würden dann Zulagen­stelle und Anbieter unter­einander erledigen.

Das Stan­dard­depot ist vor allem für Spare­rinnen und Sparer gedacht, die sich nicht intensiv mit der Geld­anlage beschäftigen wollen. Der Staat gibt den Sparern keine Kapital­erhalts­garantie, dafür ist es sicher­heits­orientierter als das allgemeine Alters­vorsorgedepot. Hoch­spekulative Investments sind ausgeschlossen.

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Alters­vorsorgedepot soll Rente stützen

Die Kapital­erträge werden in der Anspar­phase nicht besteuert. Interes­sant ist, dass die Effektiv­kosten bei einem Prozent gedeckelt sind – Scalable würde also mit 0,15 Prozent deutlich darunter liegen. Neben Finanz­dienst­leistern soll auch ein öffent­licher Träger ein Stan­dard­produkt anbieten. Weiterhin soll es beim Alters­vorsorgedepot wie bereits für Riester für Eltern auch Kinder­zulagen und für Berufs­einsteiger einen Bonus geben (siehe auch Im Detail – so sieht die neue geförderte Altersvorsorge aus).

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