Lehrkräftebedarf: Stärkung der Ausbildung im Land dringend notwendig

11.8.2026 - Anna Gunz | Land Vorarlberg

Schöbi-Fink: „95 Prozent der Stellen an Vorarlbergs Pflichtschulen bereits besetzt – langfristig vollwertige Ausbildung in Vorarlberg notwendig“

Bregenz (VLK) – Die zuletzt bundesweit veröffentlichten Zahlen zur Besetzung der Unterrichtsstunden bilden die aktuelle Situation an Vorarlbergs Pflichtschulen nicht mehr ab. Nach Abschluss einer weiteren Ausschreibungsrunde sind im Land inzwischen rund 95 Prozent der ausgeschriebenen Stellen besetzt. Von insgesamt 292 ausgeschriebenen Stellen sind derzeit noch 17 Stellen offen. Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink sieht darin einerseits eine positive Entwicklung, verweist gleichzeitig aber auf den weiterhin bestehenden strukturellen Handlungsbedarf bei der Ausbildung von Lehrpersonen.

„Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die intensive Arbeit der Bildungsdirektion und unserer Schulen Wirkung zeigt. Rund 95 Prozent der ausgeschriebenen Stellen an den Pflichtschulen sind bereits besetzt. Ziel ist selbstverständlich eine verlässliche Unterrichtsversorgung zum Schulbeginn“, betont Schöbi-Fink.

Die vom Bildungsministerium veröffentlichten Zahlen mit Stichtag 22. Juli hatten für Vorarlberg einen deutlich niedrigeren Besetzungsstand ausgewiesen. Diese Zahlen umfassen unterschiedliche Schulbereiche. Für die allgemeinbildenden Pflichtschulen liegen inzwischen aktuellere Zahlen vor. „Ein Zwischenstand mitten im Sommer kann sich innerhalb weniger Wochen erheblich verändern. Genau das sehen wir jetzt. Entscheidend ist für mich deshalb, wie die tatsächliche Versorgung zum Schulstart aussieht“, erklärt Schöbi-Fink.

Maßnahmen zur Gewinnung von Lehrpersonen

Vorarlberg setzt bei der Gewinnung von Lehrpersonen auf mehrere Ebenen: aktive Personalgewinnung, Unterstützung beim Berufseinstieg, die Öffnung für qualifizierte Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger sowie Maßnahmen wie das Welcome Center und „Students Teach Students“. Darüber hinaus geht es dem Land darum, den Arbeitsplatz Schule attraktiv zu halten und Lehrpersonen von administrativen Aufgaben zu entlasten.

„Wir werden weiterhin alles unternehmen, was wir auf Landesebene und gemeinsam mit der Bildungsdirektion leisten können. Die aktuellen Besetzungszahlen zeigen, dass diese Anstrengungen erfolgreich sind. Auf Dauer können wir den Lehrkräftebedarf aber nicht ausschließlich durch immer intensivere Rekrutierung lösen. Entscheidend ist, dass auch ausreichend junge Menschen hier in Vorarlberg für den Lehrberuf ausgebildet werden können“, sagt Schöbi-Fink.

Bereits Anfang Juli hatte Vorarlberg deshalb im Zuge der geplanten Reform der Pädagoginnen- und Pädagogenbildung eine klare Forderung an den Bund gerichtet: Eine vollständige Ausbildung für Primarstufe und Sekundarstufe muss auch künftig in Vorarlberg möglich sein.

Bund bei Lehrerinnen- und Lehrerausbildung gefordert

„Die aktuellen Besetzungszahlen sind erfreulich. Sie ändern aber nichts an der strukturellen Herausforderung. Wenn wir auch in Zukunft genügend gut ausgebildete Lehrpersonen in Vorarlberg haben wollen, müssen junge Menschen ihre Ausbildung vollständig hier im Land absolvieren können“, betont Schöbi-Fink.

Die Kompetenz für die Lehrerinnen- und Lehrerausbildung liegt beim Bund. Deshalb erwarte sich Vorarlberg im laufenden Reformprozess eine Lösung, die den besonderen Rahmenbedingungen des Landes Rechnung trägt. Mit der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg verfüge Vorarlberg über eine starke und forschungsorientierte Einrichtung, die im Zuge der geplanten Neuordnung der Pädagoginnen- und Pädagogenbildung entsprechend gestärkt werden müsse, so die Landesrätin.

„Wer junge Menschen für den Lehrberuf gewinnen will, muss ihnen auch attraktive und verlässliche Ausbildungswege anbieten. Unser Ziel ist deshalb klar: eine vollwertige, moderne und praxisnahe Ausbildung für Primarstufe und Sekundarstufe im eigenen Land“, schließt Schöbi-Fink.

Redaktion
Anna Gunz

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