Anna-Katharina König für Arbeit zu Spielregeln der Wohnkrise geehrt.
Die Rechtswissenschaftlerin Dr. Anna-Katharina König gehört zu den Preisträger/-innen des Deutschen Studienpreises 2026 der Körber-Stiftung. In der Kategorie „Geistes- und Kulturwissenschaften“ wurde die an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) Promovierte mit dem zweiten Preis ausgezeichnet. Geehrt wurde Anna-Katharina König für ihre Dissertation mit dem Titel „Die Spielregeln der Wohnkrise“. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.
Wohnkrisen stellen uns vor zentrale Verteilungsfragen. An ihnen entscheidet sich, wer in guten Wohnlagen leben kann, wer verdrängt wird und wem soziale Teilhabe offensteht. Anna-Katharina Königs Arbeit zeigt, dass Wohnkrisen ein globales Phänomen sind, das vielerorts als Verfassungsfrage verhandelt wird. Verfassungen definieren Grundlinien einer sozialen Ordnung und bilden Maßstäbe, an denen Verteilungskonflikte um Wohnraum ausgetragen werden. Das Grundgesetz weist hierbei eine Besonderheit auf: Es hält offen, nach welchen Regeln wir unsere Verteilungsordnung gestalten wollen. Diese Offenhaltung ist ein verfassungsrechtliches Versprechen, das oft unterschätzt wird, in anderen Staaten aber durchaus etabliert ist. So zeigt ein Blick nach Südafrika, wie Verfassungen die Gestaltung einer Verteilungsordnung demokratisch offenhalten und dennoch eine wichtige Kontrollfunktion einnehmen können. Aus dieser Erkenntnis entwickelt die Arbeit eine neue Perspektive auf das Grundgesetz und auf die Frage, wer die Regeln unseres Wohnsystems setzt.
Mit dem Deutschen Studienpreis zeichnet die 1959 vom Unternehmer und Stifter Kurt A. Körber ins Leben gerufene gemeinnützige Stiftung jährlich die besten Promovierten aller Fachrichtungen aus. Dabei zählt vor allem die gesellschaftliche Bedeutung der Forschung: Junge Forschende sollen dazu ermutigt werden, den gesellschaftlichen Wert der eigenen Leistung herauszuheben und sich einer öffentlichen Debatte darüber zu stellen. In den drei Sektionen Sozialwissenschaften, Natur- und Technikwissenschaften sowie Geistes- und Kulturwissenschaften werden jeweils ein Spitzenpreis à 25.000 Euro und zwei zweite Preise in Höhe von 10.000 Euro vergeben. 859 Teilnehmende hatten in diesem Jahr einen Beitrag eingereicht.
https://www.fau.de/2026/07/news/universitaet/deutscher-studienpreis-fuer-fau-rechtswissenschaftlerin