Bundesministerin Katherina Reiche besucht am 11. Mai 2026 mit dem Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg Dr. Dietmar Woidke den Industriestandort Schwedt, um sich mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft und Politik über aktuelle wirtschafts- und energiepolitische Entwicklungen auszutauschen. Im Mittelpunkt des Besuchs stehen die Sicherung der Energieversorgung, neue Investitionsimpulse sowie die Zukunftsperspektiven für die industrielle Entwicklung in der Region.
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Katherina Reiche: „Schwedt steht für industrielle Stärke, Versorgungssicherheit und den Zusammenhalt einer ganzen Region. Gerade in geopolitisch schwierigen Zeiten zeigt sich, wie wichtig leistungsfähige industrielle Standorte für unser Land sind. Die Beschäftigten der PCK leisten täglich einen entscheidenden Beitrag dazu, die Energieversorgung im Nordosten Deutschlands sicherzustellen - unter Bedingungen, die weiterhin herausfordernd bleiben. Deshalb ist klar: Bund und Land stehen an der Seite des Standorts. Mit der Verlängerung der Beschäftigungssicherheit geben wir Perspektive und Sicherheit. Wir wollen Schwedt langfristig stärken, industrielle Wertschöpfung sichern und neue Perspektiven für die Region schaffen.“
Ministerpräsident des Landes Brandenburg Dr. Dietmar Woidke: „Von dem heutigen Treffen in Schwedt geht das Signal aus: Wir lassen die Region nicht im Stich. Die PCK ist ein zentraler Pfeiler unserer Versorgungssicherheit und ein strukturbestimmendes Unternehmen für Ostdeutschland und wird es weiter und dauerhaft bleiben. Deshalb werden wir im Zusammenwirken von Unternehmen, Beschäftigten sowie Bund, Land und Kommunen weiterhin Lösungen finden, um den dauerhaften Betrieb sicherzustellen. Die herausragende Bedeutung des Standortes ist allen Beteiligten bewusst.“
Im Rahmen eines Rundgangs durch die Raffinerie tauscht sich Ministerin Reiche mit der Geschäftsführung sowie Auszubildenden über aktuelle Herausforderungen und zukünftige Entwicklungsperspektiven aus.
Zur weiteren Stabilisierung des Standorts und zur Schaffung verlässlicher Perspektiven für die Beschäftigten werden die bestehenden Regelungen zur Beschäftigungssicherung der PCK-Raffinerie um sechs Monate bis Ende 2026 verlängert. Gerade in der weiterhin angespannten und von Unsicherheiten geprägten Lage ist dies ein wichtiges Signal an die mehr als 1.000 Beschäftigten der PCK-Raffinerie. Bund, Land, Unternehmen und die regionalen Akteure setzen damit ihren engen Schulterschluss fort, um den Standort Schwedt mit konkreten und wirksamen Maßnahmen Schritt für Schritt zu stärken.
Ein zentraler Programmpunkt ist die symbolische Übergabe eines Förderbescheids in Höhe von rund 350 Millionen Euro für das Projekt „Brandenburg eSAF“ durch Bundesministerin Reiche und Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke. Das Joint Venture von ENERTRAG SE und Zaffra B.V. zielt mit dem durch das Land kofinanzierten Vorhaben auf die Herstellung synthetischer Kraftstoffe auf Basis von grünem Wasserstoff und biogenem CO₂ und stärkt damit den Aufbau regionaler Kraftstoffversorgungsketten.
Das Projekt „Brandenburg eSAF“ wurde unter dem Namen „Concrete Chemicals“ über das IPCEI Wasserstoff ausgewählt. Es hat im August 2025 einen Zuwendungsbescheid über 350 Mio. Euro erhalten (davon 70 Prozent Bund, 30 Prozent Land Brandenburg). Ursprünglich war eine Umsetzung am Standort Rüdersdorf geplant. BMWE und die Landesregierung unterstützten jedoch den von den Unternehmen gewünschten Standortwechsel des Projekts nach Schwedt. Anfang April 2026 konnte nun auch die entsprechende Änderungsgenehmigung bei der Europäischen Kommission erwirkt werden, sodass für die Umsetzung in Schwedt die finale Rechtssicherheit gegeben ist.
Ziel des Projekts ist insbesondere die großskalige Produktion von jährlich rund 30.000 Tonnen erneuerbarem synthetischem Kerosin (eSAF) für die Luftfahrtindustrie. Das Projekt ist damit das derzeit größte Vorhaben zur Produktion von synthetischen Kraftstoffen in Deutschland. Als Nebenprodukt wird nachhaltiges Naphtha produziert, das als Rohstoff für die Chemieindustrie genutzt wird. Der Produktionsstart ist für 2030 avisiert.
Am Nachmittag setzt Bundesministerin Reiche ihren Besuch bei der LEIPA Group fort. Im Austausch mit der Unternehmensführung und im Rahmen eines Rundgangs informiert sie sich über aktuelle Entwicklungen in der Papier- und Verpackungsproduktion sowie über Investitionen in nachhaltige Produktionsverfahren.
Abschließend besucht Bundesministerin Reiche ein Reallabor des exist Startup-Labors Schwedt, das vom BMWE unterstützt und vom Land Brandenburg kofinanziert wird. Das Startup-Labor ist ein weiteres Beispiel für den Aufbruch am Standort und die zunehmende Verknüpfung von Industrie, Innovation und Gründungsdynamik.