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        Stadtwohnung für Insekten: Feldversuch UrbanInsects
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        18.8.2026
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    <autor>
          | Universität Stuttgart
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        Im März 2025 brachten Forschende der Universität Stuttgart Nisthilfen für Insekten an ein Wohngebäude in der Innenstadt an. Nach fast eineinhalb Jahren Praxistest zieht das Team eine Zwischenbilanz: Welchen Beitrag leisten fassadenintegrierte Habitat-Systeme zum Erhalt der Artenvielfalt? Und wie alltagstauglich ist das Konzept?
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Über 40 Prozent der Wildbienenarten in Baden-Württemberg sind vom Aussterben bedroht. Einer der Gründe hierfür ist der fehlende Lebensraum. Im Projekt „UrbanInsects“ entwickeln Forschende der Universität Stuttgart Nisthilfen für Insekten, die direkt in Gebäudefassaden integriert werden. Dabei verfolgen sie einen ganzheitlichen Ansatz und denken Natur- und Umweltschutz, gesellschaftliche Bedürfnisse und technische Anforderungen zusammen.

Im März 2025 starteten die Forschenden einen Feldversuch in der Stuttgarter Innenstadt. An einem Wohngebäude in der Urbanstraße brachten sie mehrere sogenannte „fassadenintegrierte Habitat-Systeme“ an. Nach fast eineinhalb Jahren zieht das Team eine Zwischenbilanz: Was leisten die Nisthilfen? Und wie klappt das Zusammenleben in der „Wohngemeinschaft“ von Mensch und Insekt?





Insekten nehmen die Nisthilfen gut an


Daniela Schätzel vom Institut für Akustik und Bauphysik (IABP) der Universität Stuttgart zieht hinsichtlich der ökologischen Wirksamkeit ein positives Fazit: „Die Nisthilfen werden insbesondere von Wildbienen und anderen Stechimmen gut angenommen – auch gefährdete Arten sind vereinzelt dabei.“ Obwohl die Testgebäude und damit die fassadenintegrierten Nisthilfen im innerstädtischen Raum liegen und von wenig Nahrungsangebot für diese Insekten umgeben sind, konnten bereits im ersten Untersuchungszeitraum 2025 fünf Arten nachgewiesen werden. Darunter auch die Grabwespenart Passaloecus pictus, die als wärmeliebende Art in Deutschland sehr selten ist.

Das Forschungsteam betont: Den Verlust natürlicher Lebensräume könnten künstliche Habitate allein nicht ausgleichen, jedoch als sinnvolle Zusatzmaßnahme Lebensräume in stark versiegelten (Groß-) Städten erweitern und so biologische Vielfalt erhalten. Auch ökologisch wertvolle Nahrungsressourcen wie beispielsweise blühende, heimische Gehölze und Stauden sind unverzichtbar.





Von den Menschen akzeptiert, bauphysikalisch unbedenklich


Bei dem Feldversuch gehen die Forschenden auch der Frage nach, ob die fassadenintegrierten Habitat-Systeme Auswirkungen auf das Gebäude haben: „Unsere Daten zeigen, dass die Systeme biophysikalisch sicher für die Gebäudehülle sind und deren Funktionen erhalten bleiben“, so Schätzel. Im Januar 2026 wurden Messungen zu den Oberflächentemperaturen auf der Außenseite der Hauswand und im bewohnten Innenraum dahinter durchgeführt, um die bauphysikalische Sicherheit zu bestätigen. Die Messungen und auch ergänzende Simulationen zeigen, dass das Risiko für Schimmelbildung ausgeschlossen ist.

Und wie reagierten die Menschen auf die Nisthilfen? Im Rahmen eines Diskussionsabends im November 2025 äußerten sich die Bewohner*innen des Testgebäudes überwiegend zufrieden. Auch während der gesamten Testphase gingen keinerlei Beschwerden bei den Wissenschaftler*innen ein. „Das hat uns positiv überrascht. Wir wissen aus zahlreichen Untersuchungen, dass Insekten nicht immer auf Gegenliebe stoßen“, sagt Soziologe Michael Ruddat vom Zentrum für Interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung (ZIRIUS) der Universität Stuttgart.

„Es wurde jedoch der Wunsch nach mehr Information und Beteiligung vor dem eigentlichen Einbau geäußert“, so Ruddat. Der Soziologe und seine Teamkollegin Yvonne Zahumensky können das mit ihrer Expertise im Bereich Bürgerbeteiligung durchaus nachvollziehen: „Die Installation der Behausungen betrifft immerhin das unmittelbare Lebensumfeld der menschlichen Bewohnenden. Hier ist es besonders wichtig, frühzeitig über solche Maßnahmen zu informieren, transparent zu kommunizieren und im Rahmen von Beteiligungsprozessen auf die Bedenken der Menschen einzugehen.“





Feldversuch geht in die Verlängerung


Die Projektergebnisse liefern wichtige Impulse, um den Wandlungsprozess hin zu einer biodiversitätsfördernden, nachhaltigen Stadt zu unterstützen. Um die Wirkung auf die Insektenpopulationen weiter untersuchen zu können, wird das Vorhaben nun verlängert.







Über UrbanInsectsDas Projekt UrbanInsects (Langtitel: Untersuchung bauphysikalischer Aspekte sowie der gesellschaftlichen Einstellung zu fassadenintegrierten Habitat-Systemen für Insekten) wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) gefördert. Mit dem Förderschwerpunkt Stadtnatur im Bundesprogramm Biologische Vielfalt wird eine zentrale Maßnahme des Masterplans Stadtnatur umgesetzt, den die Bundesregierung 2019 als Maßnahmenprogramm für lebendige und attraktive Städte verabschiedet hat. Ziel ist es, den Anteil an naturnahen, arten- und strukturreichen Grün- und Freiflächen im Siedlungsbereich durch ein ökologisches Grünflächenmanagement zu erhöhen und die biodiversitätsfördernde Durchgrünung von Städten und Gemeinden zu verbessern.





https://www.uni-stuttgart.de/universitaet/aktuelles/meldungen/City-apartments-for-insects-UrbanInsects-field-trial


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