
<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<tiskova_zprava>
    <titulek>
        Barbara-Scholkmann-Preis für Abschlussarbeiten in der Historischen Archäologie vergeben
    </titulek>
    <datum>
        3.8.2026
    </datum>
    <autor>
        Natascha Mehler | Universität Tübingen
    </autor>
    <perex>
        Dissertationen zur Frühgeschichte Regensburgs und zu mittelalterlichen Befestigungsanlagen in Friesland ausgezeichnet.
    </perex>
    <text>
        
Der Barbara-Scholkmann-Preis für Historische Archäologie der Universität Tübingen wird in diesem Jahr geteilt: Katrin Wenzel-Schöning erhält die Auszeichnung für ihre Dissertation zur Alten Kapelle Regensburgs, Thorsten Becker für seine Dissertation zu den mittelalterlichen Befestigungsanlagen Ostfrieslands. Der Preis wurde am 16. Juli auf Schloss Hohentübingen verliehen und ist mit insgesamt 2.000 Euro dotiert. Mit einem Sonderpreis wird Nora Siegmeth für ihre Masterarbeit zur Herrschaft Merkenstein ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Beginn ihrer Karriere aus, die mit ihren Dissertationen einen Forschungsfortschritt im Fach erzielen.

Katrin Wenzel-Schöning arbeitet am Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart. 2024 hat sie an der Universität Heidelberg ihre Dissertation „Der Turm der Alten Kapelle in Regensburg und seine bauliche Entwicklung zwischen Antike und Mittelalter“ eingereicht und verteidigt. Darin wertete sie die archäologischen Ausgrabungen an diesem Turm aus und kombinierte dies mit einer detaillierten Untersuchung des erhaltenen Bauwerks. Mit stratigrafischen Analysen am Bau und im Boden konnte sie den aus zweitverwendeten römischen Quadern errichteten Turm in das 7. Jahrhundert datieren. Ihre Forschungen am Kirchenbau rekonstruierten zudem einen großen königsnahen Sakralbau und klärten erstmals wesentliche Aspekte seiner Gestalt und Geschichte. 

Die Jury bewertete Wenzel-Schönings Arbeit zur Frühgeschichte der Stadt Regensburg und der Frühzeit des bayerischen Herzogtums als methodisch vorbildlich mit präzisen archäologischen und bauhistorischen Beobachtungen und lobt den sorgfältigen Einbezug naturwissenschaftlicher Daten sowie schriftlicher Überlieferungen.




Thorsten Becker ist wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung in Wilhelmshaven. Seine Dissertation „Burgen zwischen Meer und Moor. Landschaftsarchäologische und historisch-geographische Studien zur friesischen Häuptlingsherrschaft“ hat er im März 2026 an der Universität Tübingen eingereicht. Er untersuchte darin die mittelalterlichen Befestigungsanlagen Ostfrieslands und der nördlichen Wesermarsch systematisch und ordnete sie historisch ein. Dafür wertete er archäologische, historische und geophysikalische Daten kombiniert aus. Die empirische Basis der Arbeit ist enorm umfangreich: Insgesamt konnten mehr als 500 Befestigungsanlagen identifiziert und analysiert werden. Die Untersuchung brachte die Befestigungsanlagen zudem mit schriftlich überlieferten friesischen Häuptlingen in Zusammenhang.

Die Jury hob vor allem die reflektierte methodische Auswertung des umfangreichen Materials hervor: Becker verbinde klassische Methoden der Burgenforschung mit digitalen Verfahren der Digital Humanities und bringe archäologische Befunde, historische Quellen und digitale Geländedaten zu einer gesamtheitlichen Untersuchung der Befestigungslandschaft zusammen. Die Arbeit zeige, wie digitale Methoden in der historisch-archäologischen Burgenforschung vorbildlich umgesetzt werden können.

Der Sonderpreis wurde an Nora Siegmeth für ihre Masterarbeit „Die landschaftsarchäologische Untersuchung der Herrschaft Merkenstein“ vergeben. Siegmeth legte sie an der Universität Wien vor. 

Über den Barbara-Scholkmann-Förderpreis
Mit dem Barbara-Scholkmann-Förderpreis für Historische Archäologie werden Arbeiten auf dem Gebiet der Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit ausgezeichnet. Er wird seit 2018 alle zwei Jahre vom Verein zur Förderung der Archäologie des Mittelalters Schloss Hohentübingen und der Abteilung Archäologie des Mittelalters der Universität Tübingen vergeben. Er dient der Förderung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die am Beginn ihrer Karriere stehen. Stifterin ist Professorin Dr. Dr. h. c. Barbara Scholkmann, die bis 2007 Professorin für Archäologie des Mittelalters an der Universität Tübingen war.





Kontakt:
Prof. Dr. Natascha MehlerUniversität TübingenAbteilung für Archäologie des Mittelalters Telefon +49 7071 29- 78559natascha.mehler@uni-tuebingen.de 

Pressekontakt:
Eberhard Karls Universität TübingenHochschulkommunikationChristfried DornisLeitung

Nora ZellerReferentin für crossmediale Kommunikation Telefon +49 7071 29-77354nora.zeller@uni-tuebingen.de presse@uni-tuebingen.de 

Alle Pressemitteilungen der Universität Tübingen


https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/pressemitteilungen/newsfullview-pressemitteilungen/article/barbara-scholkmann-preis-fuer-abschlussarbeiten-in-der-historischen-archaeologie-vergeben


    </text>
</tiskova_zprava>
