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        Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Juli 20261
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    <datum>
        14.7.2026
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    <autor>
          | Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz
    </autor>
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        Die Lage der deutschen Wirtschaft zeigt sich zur Jahresmitte leicht aufgehellt. Nachdem die Eskalation des Krieges im Nahen Osten die Konjunktur im Frühjahr über steigende Energiepreise und Lieferkettenstörungen spürbar belastete, deuten die jüngsten Indikatoren auf eine vorsichtige wirtschaftliche Stabilisierung hin. Die Mitte Juni erzielte Rahmenvereinbarung zwischen den USA und dem Iran sowie der damit einhergehende deutliche Rückgang der Ölpreise dürften zu einer Erholung der Stimmung beigetragen haben. Dennoch bleibt die Unsicherheit über den weiteren Konfliktverlauf angesichts der neuen Luftschläge im Iran hoch und die erhöhten Energie- und Rohstoffpreise infolge von Kostensteigerungen in Unternehmen und Kaufkraftverlusten bei privaten Haushalten dürften die Konjunktur im zweiten Quartal dämpfen. Im weiteren Jahresverlauf ist im Falle wieder nachlassender energiepreisbedingter Belastungen von einer konjunkturellen Erholung auszugehen, die von den fiskalischen Impulsen der Bundesregierung unterstützt wird.
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Die Industriekonjunktur stabilisiert sich zur Mitte des zweiten Quartals. Sowohl die Auftragseingänge als auch die Produktion waren gegenüber dem Vormonat aufwärtsgerichtet. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich bewegten sie sich allerdings nur seitwärts. Angesichts der nach wie vor hohen geopolitischen Unsicherheit und Lieferengpässen bleiben die Aussichten für die Industriekonjunktur verhalten.
Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (saisonbereinigt, ohne Kfz) sind im Mai um 1,1 % gegenüber dem Vormonat gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnete der Einzelhandel im Mai ein Plus von 1,5 %, getragen vor allem vom Wachstum im Handel mit Nicht-Lebensmitteln. Die PKW-Neuzulassungen durch Privatpersonen setzten ihren Aufwärtstrend im Juni fort und sind sowohl gegenüber dem Vorjahr als auch im Dreimonatsvergleich abermals kräftig gestiegen. Das Stimmungsbild hat sich am aktuellen Rand auf niedrigem Niveau weiter stabilisiert, bleibt aber fragil.
Die Inflationsrate ist im Juni auf + 2,3 % gefallen, nach + 2,6 % im Mai. Die Kernrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) blieb mit + 2,5 % unverändert erhöht. Energie- und Nahrungsmittelpreissteigerungen trugen nur geringfügig zur Inflation bei.
Die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit bewegte sich im Juni mit Minus eintausend Personen in etwa auf Vormonatsniveau. Die Erwerbstätigkeit hat im Mai um achttausend Personen abgenommen und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verzeichnete im April einen Rückgang um fünftausend Personen. Angesichts einer weiterhin schwachen Arbeitskräftenachfrage und anhaltender struktureller Anpassungsprozesse deutet sich momentan keine Verbesserung der Arbeitsmarktperspektiven an.
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen befindet sich weiter auf hohem Niveau. Laut amtlicher Statistik wurden seit Mai 2025 bis April 2026 insgesamt 24.599 Unternehmensinsolvenzen gemeldet (Anstieg um 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum). Dem um zwei Monate aktuelleren IWH-Insolvenztrend zufolge wurden seit Juli 2025 bis Juni 2026 18.368 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften gemeldet (Anstieg um 8,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum).





Vorsichtige Stabilisierung in fragilem globalen Umfeld
Die wirtschaftliche Ausgangslage und die Perspektiven hatten sich zur Jahresmitte im Zuge der Rahmenvereinbarung zwischen den USA und dem Iran Mitte Juni und den in der Folge deutlich gesunkenen Energiepreisen etwas aufgehellt. Die Ausbringung im Produzierenden Gewerbe legte im April und Mai leicht zu, wobei vor allem das Baugewerbe mit einem Aufholen der witterungsbedingen Einbrüche zu Jahresbeginn deutliche Impulse setzte. Aber auch die Industrieproduktion erhöhte sich in den vergangenen beiden Monaten etwas, wobei neben der Produktion von Kfz- und Kfz-Teilen auch energieintensive Bereiche wie die chemische Industrie sowie Metallerzeugnisse von einer höheren Nachfrage profitierten.

Vor dem Hintergrund der Verhandlungen zur Lösung des Irankonflikts haben sich die Stimmungsindikatoren in der Wirtschaft im Juni aufgehellt: Sowohl das ifo-Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe als auch der S&P Einkaufsmanagerindex legten zu und deuten eine weitere leichte Erholung im Verlauf des zweiten Quartals an. Auch die Verbraucherinnen und Verbraucher blickten trotz der energiepreisbedingten Kaufkraftverluste und der anhaltend schwachen Arbeitsmarktentwicklung zuletzt wieder etwas zuversichtlicher in die Zukunft. Hierauf deuten der jüngste Anstieg des GfK-Konsumklimaindexes wie auch des HDE-Konsumbarometers hin, ausgehend allerdings von einem niedrigen Niveau. Insbesondere die Einkommens- und Konjunkturerwartungen haben sich demnach erholt. Diese Aufhellung spiegelt sich auch in einer Belebung der Einzelhandelsumsätze im Mai sowie des ifo-Geschäftsklimas im Handel für den Juni, bei dem sich sowohl die Lage- als auch die Erwartungskomponente verbesserten. Im Dienstleistungssektor insgesamt zeigen die jüngsten Produktionsdaten, die aktuell bis April vorliegen, nach dem Einbruch im März eine Stabilisierung an, die vor allem von den konsumnahen Bereichen ausgeht, während die Unternehmensdienstleistungen bis zuletzt leicht rückläufig waren.

Ungeachtet dieser etwas positiveren Indikatoren-Lage dürften die zwischenzeitlich deutlich gestiegenen und nach wie vor erhöhten Energie- und Rohstoffpreise über Kostensteigerungen in Unternehmen und Kaufkraftverlusten bei privaten Haushalten die Konjunktur zunächst noch dämpfen. Zudem bleibt die Unsicherheit mit Blick auf den weiteren Konfliktverlauf und die Entwicklung der Energiepreise angesichts der jüngsten militärischen Eskalation im Nahen Osten und der erneuten Beeinträchtigung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus hoch. Die Industriekonjunktur dürfte in den kommenden Monaten im Spannungsfeld gestiegener Auftragseingänge und -bestände, insbesondere bei den energieintensiven Industrien sowie beim sonstigen Fahrzeugbau auf der einen Seite, und sich erst langsam auflösenden Lieferkettenproblemen, ungünstigeren Finanzierungsbedingungen sowie erhöhten Rohstoff- und Energiekosten auf der anderen Seite verbleiben. So lässt der deutliche Rückgang des LKW-Maut-Fahrleistungsindexes im Juni eine Abschwächung der Industrieproduktion am aktuellen Rand erwarten. Bei den privaten Haushalten dürften die bisherigen Kaufkraftverluste sowie die anhaltende geopolitische Unsicherheit die Konsumlaune zunächst noch dämpfen, was sich in einer anhaltend geringen Anschaffungsneigung widerspiegelt. Im weiteren Jahresverlauf dürften im Falle einer Verringerung der belastenden Auswirkungen der gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise die fiskalischen Impulse stärker zum Tragen kommen und die erwartete konjunkturelle Erholung unterstützen. Mittel- bis längerfristig zielen die jüngsten Reformvorhaben der Bundesregierung auf eine Verbesserung der strukturellen Rahmenbedingungen, eine nachhaltige Stabilisierung der Sozialversicherungssysteme und damit auch auf eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ab.

Auswirkungen des Nahost-Konflikts auf die Weltwirtschaft bislang überschaubar, KI-Boom stützt
Die weltweite Industrieproduktion ist im April mit saisonbereinigt - 0,6 Prozent gegenüber dem Vormonat erneut zurückgegangen und liegt damit im Vorjahresvergleich nur noch um 1,0 Prozent im Plus. Während die Ausbringungsmenge in den Industrieländern im Vergleich zum März 2026 mit + 0,5 Prozent moderat expandierte, wurde sie in den Schwellenländern um 1,5 Prozent gedrosselt. Die Frühindikatoren für die Weltkonjunktur signalisieren nach wie vor eine robuste Entwicklung der Weltwirtschaft: Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global für die Weltwirtschaft ist im Juni geringfügig um 0,1 auf 52,0 Punkte gestiegen und signalisiert damit nach wie vor moderates Wachstum. Während sich die Stimmung in der Industrie nach der positiven Entwicklung in den Vormonaten etwas eintrübte (-0,5 auf 52,2 Punkte), deutet der Index für den Dienstleistungssektor auf eine etwas höhere Dynamik als im Vormonat hin (+ 0,4 auf 51,7 Punkte). Die Konjunkturerwartungen der Finanzinvestoren haben sich im Juli weiter aufgehellt. Der Sentix-Index hat seine Erholung nach dem Stimmungseinbruch im März und April mit einem Anstieg von 8,0 auf 13,3 Punkte fortgesetzt. Damit befindet er sich wieder nahe den Werten vom Jahresbeginn 2026. Anlegerinnen und Anleger rechnen insbesondere in den USA und in Asien mit einer anziehenden Konjunktur, wohingegen die Erwartungen für den Euroraum weniger optimistisch ausfallen. Allerdings basieren diese Umfragewerte auf dem Zeitraum vor dem erneuten Aufflammen des Konflikts im Iran.

Der Welthandel stieg im April laut dem niederländischen Forschungsinstitut CPB saisonbereinigt um 0,7 Prozent gegenüber März, der einen Rückgang um 2,3 Prozent gegenüber dem Vormonat zu aufwies. Der Konflikt im Iran scheint im April vor allem den Handel in der Golfregion beeinträchtigt zu haben, während die globalen Auswirkungen wohl begrenzt blieben. Ein durch den Konflikt beschleunigter Lageraufbau sowie die starke Nachfrage nach KI-bezogener Elektronik dürften zudem gestützt haben.

Laut Schiffsbewegungs- und Containerumschlagsdaten dürfte sich der Welthandel im zweiten Quartal insgesamt verhalten entwickeln. Nach den vorangegangenen beiden Rückgängen hat sich der RWI/ISL-Containerumschlagindex im Mai mit einem leichten Anstieg um 0,3 auf 141,9 Zähler stabilisiert. Dies dürfte mit den allmählich nachlassenden Belastungen durch die bis Ende April stark gestiegenen Öl- und Erdgaspreise zusammenhängen. Während der Nordrange-Index etwas zulegte, ging die Aktivität in den chinesischen Häfen nach dem starken Jahresstart erneut zurück. Der Trade Monitor des Internationalen Währungsfonds deutet im Mai auf eine Stagnation des weltweiten Handelsvolumens hin.

Laut dem kürzlich veröffentlichten Update des World Economic Outlook des Internationalen Währungsfonds hat die Weltwirtschaft den Energiepreis- und Angebotsschock durch den Konflikt im Iran bislang besser überstanden als zunächst befürchtet. Die Beeinträchtigungen durch die mehrmonatige Sperrung der Straße von Hormus dürften sich allerdings erst schrittweise vollumfänglich bemerkbar machen. Denn der Abbau von Lagerbeständen bei Rohstoffen hat vorübergehend für Entlastung angesichts der reduzierten Energielieferungen gesorgt. Gleichzeitig deuten Indikatoren für Lieferkettenstress oder Einkaufsmanagerindizes im Verarbeitenden Gewerbe auf eine nachlassende Dynamik hin. Unter der Annahme, dass sich der Konflikt im Nahen Osten beruhigt, geht der IWF in seiner Juli-Prognose von einer Wachstumsabschwächung der Weltwirtschaft auf 3,0 Prozent im laufenden Jahr und einer allmählichen Erholung mit einem BIP-Zuwachs von 3,4 Prozent im Jahr 2027 aus.

Aussenhandel trotz Rücksetzer weiter aufwärtsgerichtet
Nach der dynamischen Entwicklung im April kam es beim Außenhandel im Mai zu einem Rücksetzer. Die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen gingen, saison- und kalenderbereinigt um 2,4 Prozent gegenüber April zurück, nachdem sie zuvor um 4,2 Prozent zugelegt hatten. Während die Warenausfuhren in die EU-Staaten nachgaben, nahmen die Lieferungen in die übrigen Länder zu. Insbesondere die Warenexporte in die USA stiegen kräftig und lagen damit nach einer ausgeprägten zollbedingten Schwächephase wieder auf dem Niveau von März 2025. Auch im Auslandsgeschäft mit China war ein spürbares Plus zu verzeichnen. Die Dienstleistungsexporte gingen gleichzeitig um 4,6 Prozent zurück. Insgesamt blieben die Exporte von Waren und Dienstleistungen aber weiterhin aufwärtsgerichtet: Seit Januar lagen sie um 3,4 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Die nominalen Einfuhren von Waren und Dienstleistungen gingen im Mai um 4,8 Prozent gegenüber dem Vormonat zurück. Sowohl aus der EU als auch aus den Drittstaaten wurden weniger Güter bezogen, allerdings legte der Handel mit den USA auch importseitig zu. Die Dienstleistungsimporte reduzierten sich im Vormonatsvergleich um 3,4 Prozent. Seit Jahresbeginn liegen die Einfuhren von Waren und Dienstleistungen damit im Vorjahresvergleich insgesamt immer noch um 3,7 Prozent im Plus. Der monatliche Saldo im Handel mit Waren und Dienstleistungen nahm nach den vorangegangenen Rückgängen im Mai um 3,6 Milliarden Euro auf 12,0 Milliarden Euro zu.

Die Einfuhrpreise sind im Mai nach den vorangegangenen kräftigen Anstiegen saisonbereinigt mit + 0,8 Prozent gegenüber dem Vormonat weiter gestiegen. Während insbesondere importierte Vorleistungsgüter zum Preisaufrieb beitrugen, gaben die Importpreise für Mineralölerzeugnisse erstmals seit Dezember 2025 etwas nach. Die Ausfuhrpreise nahmen gleichzeitig um 0,5 Prozent zu. Damit verschlechterten sich die Terms of Trade den fünften Monat in Folge, von April auf Mai um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat. In realer Rechnung dürften die Rückgänge der Ex- und Importe damit stärker ausgefallen sein.

Die Frühindikatoren zeichnen trotz des latent schwelenden Konflikts im Nahen Osten ein etwas günstigeres Bild als in den Vormonaten: Die ifo-Exporterwartungen haben sich im Juni um 2,0 auf - 3,7 Saldenpunkte etwas verbessert. Die Elektroindustrie rechnet mit einem deutlichen Anstieg ihrer Ausfuhren, die chemische Industrie erwartet nach dem vorangegangenen Einbruch nur noch ein leicht rückläufiges Auslandsgeschäft. Die Automobil- sowie die Metallbranche gehen dagegen weiterhin von rückläufigen Exporten aus.

Die Auftragseingänge aus dem Ausland sind im Mai nach dem Rücksetzer im Vormonat wieder um 2,2 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen und lagen damit im Dreimonatsvergleich um 4,9 Prozent im Plus. Während sich die Bestellungen aus dem Euroraum – v.a. dank Neuaufträgen im Bereich des sonstigen Fahrzeugbaus – wieder erholten (+ 11,2 Prozent), ging die Nachfrage aus den Drittstaaten zurück (- 3,2 Prozent).Trotz des Energiepreisschocks bleibt die Dynamik des Welthandels robust, was vor allem auf die starke Handelsdynamik in Asien in Zusammenhang mit dem KI-Boom zurückzuführen ist. Durch den jüngsten Rückgang der Ölpreise dürfte der Welthandel zusätzlich gestützt werden. Allerdings ist die handels- und geopolitische Unsicherheit weiterhin hoch und ab Ende Juli stehen neue US-Zollanpassungen bevor. Insgesamt bleiben die Absatzperspektiven der deutschen Exporteure herausfordernd.

Auftragseingänge und Produktion stabilisieren sich
Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ist im Mai spürbar gestiegen. Preis-, kalender- und saisonbereinigt nahm sie gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent zu und liegt damit in kalenderbereinigter Betrachtung wieder auf Vorjahresniveau. Im Dreimonatsvergleich fällt die Ausbringung saisonbereinigt in etwa so hoch aus wie im Vorzeitraum (+ 0,1 Prozent). Die während der Wintermonate beobachteten Produktionsrückgänge konnten somit nahezu aufgeholt werden.

Nachdem im bisherigen Jahresverlauf vor allem von der Energie- und Bauproduktion positive Impulse ausgingen, legte im Mai auch die Industrieproduktion wieder zu (+ 0,8 Prozent). Allerdings fällt der Ausstoß von Industriegütern weiterhin deutlich geringer aus als im Vorjahr (- 1,0 Prozent). Das Baugewerbe verzeichnete gegenüber April ein Plus von 0,9 Prozent und bewegte sich damit um 3,5 Prozent oberhalb der Ausbringungsmenge des Vorjahres. Auch die Energieproduktion expandierte im Mai um 0,8 Prozent und liegt damit weiterhin deutlich über Vorjahresniveau (+ 2,0 Prozent).

Innerhalb der industriellen Gütergruppen meldeten die Produzenten von Investitions- (+ 1,3 Prozent) und Konsumgütern (+ 1,2 Prozent) eine deutlich höhere Ausbringung. Auch die Investitionsgüterproduktion wurde damit erstmals in diesem Jahr ausgeweitet, liegt jedoch weiter deutlich unter ihrem Vorjahreswert (- 2,7 Prozent). Dagegen war bei den Vorleistungsgütern ein leichter Rückgang gegenüber dem Vormonat zu beobachten (- 0,4 Prozent).

Der Produktionszuwachs im Baugewerbe wurde im Mai vom Ausbaugewerbe getragen (+ 1,5 Prozent). Der Hochbau entwickelte sich weiterhin schwach (- 0,4 Prozent), der Tiefbau erlebte nach kräftigen Anstiegen aufgrund witterungsbedingter Nachholeffekte in den beiden Vormonaten im Mai einen Rücksetzer (- 1,0 Prozent). Im Vorjahresvergleich liegt das Produktionsniveau im Tiefbau jedoch weiter deutlich im Plus (+ 4,6 Prozent).

Die einzelnen industriellen Wirtschaftszweige entwickelten sich unterschiedlich: Während die Produktion von Kfz und Kfz-Teilen (+ 3,6 Prozent), Datenverarbeitungsgeräten, elektrischen und optischen Erzeugnissen (+ 2,3 Prozent), Metallerzeugnissen (+ 1,7 Prozent) und chemischen Erzeugnissen (+ 1,0 Prozent) deutlich erhöht wurde, war die Ausbringung im sonstigen Fahrzeugbau (- 4,0 Prozent), von elektrischen Ausrüstungen (- 1,4 Prozent), pharmazeutischen Erzeugnissen (-0,5 Prozent) und im Maschinenbau (- 0,5 Prozent) rückläufig. In den energieintensiven Industrien setzte sich der seit Jahresbeginn beobachtete Aufwärtstrend mit abgeschwächter Dynamik fort (+ 0,2 Prozent) und übertraf das Vorjahresniveau damit um knapp drei Prozent.

Die im Mai leicht aufwärtsgerichtete Produktion im Produzierenden Gewerbe wird insbesondere von der positiven Entwicklung im Baugewerbe und im Energiebereich getragen. Die Industrieproduktion fasste zuletzt zwar wieder etwas Tritt, sie ist jedoch weiterhin von sektoralen Unterschieden und starken Schwankungen in den einzelnen Wirtschaftszweigen geprägt.

Auch die Auftragslage stabilisiert sich zur Mitte des zweiten Quartals: Im Mai legten die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe gegenüber dem Vormonat preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,9 Prozent zu. Dabei waren erneut Großaufträge bedeutsam. Ohne deren Berücksichtigung betrug der Zuwachs 1,0 Prozent. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich nahm das gesamte Ordervolumen mit - 0,2 Prozent leicht ab. Im Vorjahresvergleich lag die Nachfrage im Mai arbeitstäglich bereinigt jedoch 6,2 Prozent höher.

Zuletzt nahm die Auslandsnachfrage (+ 2,2 Prozent) stärker zu als die Inlandsnachfrage (+ 1,3 Prozent). Dabei gingen allerdings weniger Bestellungen aus Drittländern ein (- 3,2 Prozent), während es zu einem starken Orderplus aus dem Euroraum kam (+ 11,2 Prozent).

Mit Blick auf die Gütergruppen konnten die Konsumgüter die stärksten Zugewinne verzeichnen (+ 2,4 Prozent), gefolgt von den Investitionsgütern (+ 2,2 Prozent). Die Bestellungen von Vorleistungsgütern erhöhte sich unterproportional (+ 1,4 Prozent). Im Dreimonatsvergleich ergaben sich für die Investitionsgüter allerdings Auftragseinbußen (- 4,2 Prozent). Dagegen blieb die Tendenz bei Konsum- und Vorleistungsgütern aufwärtsgerichtet (+ 4,9 Prozent bzw. + 5,4 Prozent).

In den einzelnen Wirtschaftszweigen konnte der Sonstige Fahrzeugbau eine massive Auftragssteigerung von 85,0 Prozent verzeichnen, zu dem Großaufträge aus dem In- und Ausland geführt haben. Deutlich voller wurden die Auftragsbücher auch in anderen gewichtigen Bereichen wie der Herstellung elektrischer Ausrüstungen (+ 5,7 Prozent), im Maschinenbau (+ 3,7 Prozent), in der Metallerzeugung (+ 3,4 Prozent) und bei der Produktion pharmazeutischer Erzeugnisse (+ 1,7 Prozent). Demgegenüber mussten einige Sektoren einen deutlichen Rückgang der Auftragseingänge hinnehmen. Dazu gehören Kfz- und Kfz-Teile (- 3,8 Prozent), Datenverarbeitungs-, elektrische und optische Geräte (- 7,8 Prozent) und Metallerzeugnisse (- 3,1 Prozent).

Nach Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten ist es nachfrageseitig zunächst zu Vorzieheffekten und im Anschluss zu einem erwartbaren Rückprall gekommen. Zuletzt scheinen die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe jedoch ihrem Aufwärtstrend, der in der zweiten Jahreshälfte 2025 eingesetzt hat, wieder fortzusetzen. Allerdings ist die Entwicklung aufgrund von Großaufträgen nach wie vor sehr volatil.Auch wenn der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zuletzt wieder angelaufen ist, bleibt die Unsicherheit bezüglich einer Normalisierung der Handelsaktivitäten hoch. Vor dem Hintergrund nach wie vor volatiler Auftragseingänge und anhaltender Lieferkettenstörungen ist eine breit angelegte Belebung der Industriekonjunktur derzeit noch nicht absehbar.

Erlöse im Einzelhandel im Plus; Frühindikatoren zeigen weiterhin Stabilisierung
Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (saisonbereinigt, ohne Kfz) sind im Mai um 1,1 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen, was in etwa auch der Zunahme im Handel mit Lebensmitteln und Nicht-Lebensmitteln entsprach. Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnete der Einzelhandel im Mai ein Plus von 1,5 Prozent, getragen vor allem vom Wachstum im Handel mit Nicht-Lebensmitteln (+ 2,4 Prozent). Der Handel mit Motorenkraftstoffen (Tankstellen) wirkte sich mit - 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr erneut dämpfend aus, während der Internet- und Versandhandel um 7,0 Prozent zulegte. Im Dreimonatsvergleich stagnierte der Gesamtumsatz im Einzelhandel, wobei die Umsätze mit Nicht-Lebensmitteln um 0,9 Prozent zunahmen und die mit Lebensmitteln um 1,0 Prozent sanken.

Der Umsatz im Gastgewerbe stagnierte im April preisbereinigt und legte nominal leicht um 0,4 Prozent zu. Gegenüber dem Vorjahresmonat ergab sich ein deutlicher realer Rückgang von 7,1 Prozent und ein nominales Plus von 0,7 Prozent.

Die Dynamik der Neuzulassungen von Pkw insgesamt hat sich im Juni im Vormonatsvergleich mit 0,2 Prozent verlangsamt. Im Vorjahresvergleich legten sie hingegen kräftig zu und auch im Dreimonatsvergleich war weiterhin ein spürbarer Anstieg von 1,4 Prozent zu verzeichnen. Während sich der Absatz von Diesel- und Benzin-PKW deutlich reduzierte, nahm die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und Hybrid-PKW weiter kräftig zu. Vor dem Hintergrund des Förderprogramms für Elektroautos nahmen vor allem die Neuzulassungen durch Privatpersonen gegenüber Juni 2025 dynamisch zu (+ 28,6 Prozent). Im Vormonats- und Dreimonatsvergleich belief sich der Zuwachs auf 2,1 bzw. 11,1 Prozent. Pkw-Neuzulassungen von Unternehmen und Selbstständigen waren gegenüber dem Vorjahresmonat zwar deutlich im Plus (+ 9,3 Prozent), nahmen gegenüber Mai jedoch spürbar ab (- 0,9 Prozent) und stagnierten im Dreimonatsvergleich.

Nach starken Rückgängen infolge des Konflikts im Nahen Osten haben sich die Frühindikatoren für die Entwicklung des privaten Konsums mit Beginn der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zur Beilegung der Auseinandersetzung stabilisiert, zeichnen jedoch weiterhin ein gedämpftes Bild. Laut Prognose der GfK wird sich das Konsumklima im Juli mit einer geringfügigen Zunahme um 0,5 Zähler auf - 29,2 Punkte auf niedrigem Niveau stabilisieren. Positiv wirkte sich der leichte Anstieg der Einkommenserwartungen im Juni aus, die schon im Vormonat Mai deutlich zugelegt hatten. Die Anschaffungsneigung nahm minimal ab und die Sparneigung blieb unverändert. Das HDE-Konsumbarometer legte im Juni zwar erneut zu, liegt aber weiterhin deutlich unter Vorjahresniveau. Das ifo Geschäftsklima im Einzelhandel (einschließlich Kfz) stieg im Juni um 4,8 Zähler auf - 32,4 Punkte. Sowohl die Geschäftserwartungen als auch die Geschäftslage wurden positiver beurteilt. Die Verkaufspreiserwartungen stiegen wieder an, blieben aber hinter dem Aprilwert zurück, der mit 44,5 Punkten einen 3-Jahres-Höchststand markiert hatte. Das Stimmungsbild hat sich am aktuellen Rand weiter stabilisiert, bleibt aber fragil und bewegt sich auf niedrigem Niveau. Trotz insgesamt leichter Aufhellung deuten die Frühindikatoren weiterhin keine Belebung der Konsumentwicklung im zweiten Quartal 2026 an. Insbesondere die schwierigen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran und die nach wie vor kritische Lage im Nahen Osten mit ihren weltwirtschaftlichen Folgen dürften dafür sorgen, dass die Unsicherheit der Verbraucherinnen und Verbraucher hoch bleibt. Positiv dürften sich dagegen die sinkenden Rohölpreise und die damit zusammenhängenden rückläufigen Inflationserwartungen auswirken.

Inflation lässt im Mai etwas nach
Die Inflationsrate ist im Juni auf + 2,3 % gefallen, nach + 2,6 % im Mai. Die Kernrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) blieb mit + 2,5 % unverändert erhöht. Energie- und Nahrungsmittelpreissteigerungen trugen nur geringfügig zur Inflation bei. Der Preisdruck dürfte nur langsam weiter nachlassen. Die ifo-Preiserwartungen sind zuletzt deutlich gestiegen. Insbesondere im Einzelhandel, aber auch im Verarbeitenden Gewerbe und bei Dienstleistungen planen die Unternehmen laut ifo deutlich mehr Preissteigerungen als Preissenkungen. Zudem dürfte das Auslaufen der Energiesteuersatzsenkung auf Benzin und Diesel zu Ende Juni die Inflation wieder etwas antreiben.

Arbeitsmarkt startet schwunglos in die Sommermonate
Der Stellenabbau setzte sich zuletzt mit leicht verringerter Dynamik fort. Die saisonbereinigte Erwerbstätigkeit hat im Mai um achttausend Personen abgenommen, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verzeichnete im April einen Rückgang um fünftausend Personen. Die Zahl der Arbeitslosen bewegte sich im Juni mit Minus eintausend in etwa auf Vormonatsniveau. Gleichzeitig nahm die Unterbeschäftigung um achttausend Personen ab. Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit ging im April leicht zurück und liegt mit 133 Tausend Personen voraussichtlich um etwa 100 Tausend unterhalb ihres Vorjahresniveaus. Die Anzeigen von Kurzarbeit dürften nach vorläufigen Meldungen im Juni in etwa auf Vormonatsniveau verharren. Die Folgen des anhaltenden Konflikts in Nahen Osten machen sich damit auf dem Arbeitsmarkt bisher nicht unmittelbar bemerkbar.

Die Frühindikatoren am Arbeitsmarkt bleiben zu Beginn des dritten Quartals schwach. Insbesondere die Beschäftigungsaussichten im Handel und im Dienstleistungssektor haben sich abermals eingetrübt. Die Zahl der bei der Bundesagentur gemeldeten Stellen hat sich im Vorjahresvergleich zwar stabilisiert, die Zugänge an neuen Stellen fallen jedoch weiterhin sehr gering aus. Neben der schwachen Arbeitskräftenachfrage und hoher geopolitischer Unsicherheit prägen strukturelle Anpassungsprozesse infolge der zunehmenden Bedeutung künstlicher Intelligenz und den Folgen des demografischen Wandels die Arbeitsmarktentwicklung. Auch wenn sich die Dynamik von Beschäftigungsverlusten und Arbeitslosigkeit zuletzt verringert hat, deutet sich noch keine Verbesserung der Perspektiven am Arbeitsmarkt an.

Unternehmensinsolvenzen weiterhin auf hohem Niveau
Laut amtlicher Statistik wurden seit Mai 2025 bis April 2026 insgesamt 24.599 Unternehmensinsolvenzen gemeldet (Anstieg um 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum). Im April 2026 ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen gegenüber dem Vormonat um 1,4 Prozent auf 2.276 Fälle gesunken; verglichen mit April 2025 ist sie um 7,1 Prozent gestiegen.

Dem um zwei Monate aktuelleren IWH-Insolvenztrend zufolge wurden seit Juli 2025 bis Juni 2026 18.368 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften gemeldet (Anstieg um 8,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum). Es lag ein Anstieg von 12,1 Prozent auf 1.702 Fälle gegenüber dem Vormonat, sowie ein Anstieg von 20,3 Prozent gegenüber Juni 2025 vor. Das IWH kommt für den Monat Juni zu dem Ergebnis, dass die Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften weiterhin auf einem außergewöhnlich hohen Niveau liegen und geht auf der Basis eigener Frühindikatoren davon aus, dass für das dritte Quartal 2026 weiterhin mit höheren Insolvenzzahlen als im Vorjahr zu rechnen ist.

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1In diesem Bericht werden Daten genutzt, die bis zum 13.Juli 2026 vorlagen. Soweit nicht anders vermerkt, handelt es sich um Veränderungsraten gegenüber der jeweiligen Vorperiode auf Basis preis-, kalender- und saisonbereinigter Daten.


https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/Wirtschaftliche-Lage/2026/20260714-wirt-lage-deutschland-juli-2026.html


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