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        Beeinflussen Klimaänderung und damit verbundene Wetterlagen das Hochwasser am Alpenrhein?
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        3.7.2026
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    <autor>
        Thomas Mair | Land Vorarlberg
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        IRKA beauftragt an der 50. Tagung eine länderübergreifende Studie.
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Au/St.Gallen (VLK) – Die Internationale Regierungskommission Alpenrhein (IRKA) hat sich am 3. Juli 2026 in Au im Kanton St.Gallen zu ihrer 50. Sitzung getroffen. Dabei hat sie ein neues Projekt zu den möglichen Folgen des Klimawandels auf die Hochwasser am Rhein beauftragt. Der IRKA-Vorsitz wechselt vom Fürstentum Liechtenstein zum Land Vorarlberg, Landesrat Christian Gantner.



1995 wurde die IRKA gegründet, um länderübergreifend wasserwirtschaftliche Grundlagen und Konzepte für das zukünftige Wassermanagement auf den 91 Kilometern des Alpenrheins zwischen dem bündnerischen Reichenau und der Einmündung in den Bodensee zu befinden. Einmal im Jahr treffen sich die Mitglieder zu einer Kommissionsitzung, und alle zwei Jahre wechselt der Vorsitz. An der diesjährigen Sitzung vom 3. Juli in Au, St Gallen hat die bisherige Vorsitzende, die liechtensteinische Regierungschef-Stellvertreterin Sabine Monauni, das Zepter an den Vorarlberger Landesrat Gantner übergeben.

Hochwassergefahr im Blick

Wie wirken sich die Klimaänderungen und damit verbundene Wetterlagen auf mögliche Hochwasser am Alpenrhein aus? Diese Frage stand im Zentrum der 50. IRKA-Sitzung. Letztmals ließ die IRKA im Jahr 2000 eine Studie zur Hydrologie am Alpenrhein verfassen, die Niederschlags- und Abflussszenarien beinhaltete. Seither hat sich das Klima weiter erwärmt, und die wissenschaftlichen Grundlagen zu den Szenarien und Folgen des Klimawandels werden laufend optimiert.

Vor diesem Hintergrund hat die Regierungskommission Alpenrhein ein Projekt beauftragt, das die Folgen des Klimawandels auf künftige Hochwasserereignisse am Alpenrhein aufzeigt. Ziel ist, mit den aktualisierten Erkenntnissen den Hochwasserschutz weiter verbessern und verfeinern zu können. Aufgrund einer von MeteoSchweiz präsentierten Vorstudie hat die IRKA ein Projekt mit einer Laufzeit von drei Jahren in Auftrag gegeben, das Anfang 2027 starten soll.

Aktionsplan 2030+

Bereits seit 2005 besteht das gemeinsam erarbeitete Entwicklungskonzept Alpenrhein (EKA). Auf dieser Grundlage wird nun ein Aktionsplan 2030+ für die kommenden zehn Jahre ausgearbeitet, der aktuelle Entwicklungen berücksichtigt, insbesondere neue gesetzliche Vorgaben und bisher bekannte Auswirkungen des Klimawandels. Die IRKA hat an ihrer Sitzung vom Stand der Arbeiten Kenntnis genommen. Das aktualisierte Entwicklungskonzept Alpenrhein mit dem Aktionsplan 2030+ wird voraussichtlich noch im Lauf dieses Jahres der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Projekt RHESI zur UVP eingereicht

Die Kommission wurde vom Projektleiter Markus Mähr auch über den aktuellen Stand des Projektes RHESI informiert. Mit der Einreichung des Hochwasserschutzprojekts RHESI zum Behördenverfahren ist ein entscheidender Meilenstein für die Zukunft des Rheintals erreicht.

RHESI ist eines der größten und wichtigsten Infrastrukturprojekte der kommenden Jahrzehnte und eine wichtige Investition in die Sicherheit und Zukunft des Lebensraums Rheintal. Der Baustart ist derzeit für etwa 2030 vorgesehen. Die Bauzeit wird rund 20 Jahre betragen.

Zu geringer Fischbestand

Ebenfalls Kenntnis genommen hat die IRKA von der jüngsten Untersuchung zum Fischbestand im Alpenrhein, deren Ergebnisse seit kurzem vorliegen. Sie bestätigt die Ergebnisse der drei in den Jahren 2005, 2013 und 2019 durchgeführten fischökologischen Monitorings: Nach wie vor ist der Fischbestand im Alpenrhein deutlich zu gering. Immerhin war eine leichte Aufwärtstendenz feststellbar: Insgesamt wurden 20 Fischarten nachgewiesen, und in einzelnen Bereichen hat sich die Zahl der Fische erhöht. Zumindest teilweise dürfte dies aber auf besondere Effekte wie das Ausbleiben von Hochwasserereignissen 2025 zurückzuführen sein. Bei einem Großteil der Fischarten besteht weiterhin dringender Handlungsbedarf.

Landesrat Christian Gantner übernimmt den Vorsitz der IRKA

Turnusgemäß wechselt der Vorsitz der IRKA vom Fürstentum Liechtenstein an Vorarlberg. Landesrat Christian Gantner wird nun bis zum Juni 2028 das Ruder übernehmen: „Ich danke Regierungsrätin Sabine Monauni aus Liechtenstein herzlich für ihre engagierte und umsichtige Leitung der IRKA in den vergangenen zwei Jahren. Der Alpenrhein verbindet unsere Länder seit jeher – gleichzeitig stellt er uns vor gemeinsame Herausforderungen. Gerade angesichts der Auswirkungen des sich ändernden Klimas und der Herausforderungen des Hochwasserschutzes ist eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit über Grenzen hinweg wichtiger denn je. Ich freue mich darauf, den Vorsitz der IRKA zu übernehmen und gemeinsam mit unseren Partnern die erfolgreiche Arbeit für einen sicheren und ökologisch intakten Lebensraum Alpenrhein konsequent fortzusetzen.“

Factbox zur IRKA

Die IRKA wird gebildet durch die Vertretungen der Regierungen des Fürstentums Liechtenstein, des Landes Vorarlberg sowie der Kantone Graubünden und St.Gallen. Im Rahmen der seit 1995 bestehenden „Kooperationsvereinbarung Alpenrhein“ setzen sie sich für eine sichere und nachhaltige Entwicklung zum gemeinsamen Nutzen des Alpenrheingebiets ein. Insbesondere gilt es, die Hochwassersicherheit und die sparsame und umweltverträgliche Nutzung von Raum und Ressourcen zu gewährleisten sowie die Naturwerte am Alpenrhein zu erhalten und zu mehren.

Die IRKA besteht derzeit aus dem Vorarlberger Landesrat Christian Gantner (Vorsitz bis Juni 2028), der Regierungschef-Stellvertreterin Sabine Monauni (Fürstentum Liechtenstein), Regierungsrätin Susanne Hartmann (Kanton St.Gallen) und Regierungsrätin Carmelia Maissen (Kanton Graubünden). Als Vertreterin der Republik Österreich nimmt Sektionschefin Monika Mörth vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft und als Vertreter der Schweiz Adrian Schertenleib, Leiter der Abteilung Gefahrenprävention beim Bundesamt für Umwelt CH an den IRKA-Sitzungen teil.

www.alpenrhein.net


https://presse.vorarlberg.at/land/public/Beeinflussen-Klima-nderung-und-damit-verbundene-Wetterlagen-das-Hochwasser-am-Alpenrhein


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