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        Grußwort von Staatssekretär von Geyr anlässlich des Empfangs des italienischen Botschafters zum Nationalfeiertag Italiens
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    <datum>
        5.6.2026
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    <autor>
          | Auswärtiges Amt
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        Zunächst allen Italienerinnen und Italienern: herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Nationalfeiertag.
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Wir Deutschen freuen uns mit Ihnen.

Ihr Nationalfeiertag steht für 80 Jahre Demokratie, Freiheit und für Europa.

Europa - an dieser Stelle, auch, weil die Medien heute voll davon sind, ein Wort zu dem, was wir gestern erlebt haben in New York:

Es war auch ein wichtiger Tag für Europa, eine Abstimmung über zwei nicht-ständige Sitze für europäische Staaten im Weltsicherheitsrat.

Ich selbst habe früher mal in Brüssel gearbeitet in der Europäischen Kommission für eine wunderbare, kluge italienische Referatsleiterin. Sie hat mir, als etwas mal gar nicht so geklappt hat wie wir wollten, den Satz beigebracht:

„Il faut savoir perdre“. Man muss verlieren können.

Und wir Deutschen, wir sind gute Verlierer. Daher mein Glückwunsch von ganzem Herzen an unsere Freunde und Nachbarn aus Österreich und Portugal!

Und mit diesem herzlichen Glückwunsch verbinde ich natürlich, dass wir ein starkes „Team Europa“ im Weltsicherheitsrat brauchen und haben werden. Wir brauchen starke europäische Positionen im Weltsicherheitsrat, und wir werden Österreich und Portugal nach Kräften unterstützen.

Ein starkes Europa - das wollen wir beide, Deutschland und Italien, wie Sie es, Herr Botschafter, auch gerade sagten.

Aber dieses Europa, es ist derzeit unter Druck:

Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg sind wir auf unserem Kontinent konfrontiert mit zwei Kriegen, direkt an unseren Grenzen. Wir müssen damit umgehen.

Dazu ist auch das gewohnte transatlantische Miteinander unter heftigem Druck.

Auch die EU selbst ist von innen durchaus erheblich unter Druck.

Und all das hat Konsequenzen für unsere Wirtschaft, für unsere Sicherheit.

Mein Punkt ist der folgende:

Wenn man das alles zusammen sieht und zusammen denkt, all diese Herausforderungen, vor denen wir nun mal derzeit in der Welt stehen, ist meine Konsequenz:

Nichts ist derzeit wichtiger als Europa! Als der Zusammenhalt der Europäer!

Wenn man die einzelnen Fragen analysiert und nach Lösungen sucht, ergibt sich, dass für fast alle ein starkes Europa die Lösung sein muss.

Daran müssen wir arbeiten. Das klingt einfach, ist aber unglaublich anspruchsvoll.

Und ich glaube, daran zu arbeiten, an diesen Lösungen, das ist heute die wichtigste Aufgabe für Italien und für Deutschland und für unser Miteinander.

Und das gehen wir gemeinsam an. Italien und Deutschland - wir sind gemeinsam beherzte Europäer!

Dabei geht es natürlich um Sicherheit, um Freiheit und Wohlstand.

Das sind die Kerninteressen, die wir als neue Bundesregierung vor einem Jahr für uns definiert haben, für unsere Außen- und Sicherheitspolitik.

Und das sind diese Kern-Interessen, die wir teilen mit unseren italienischen Freunden:

Wir setzen uns ein für Sicherheit, Freiheit und Wohlstand in der Weltpolitik, in den Vereinten Nationen.

Wir setzen uns dafür ein in der Sicherheitspolitik, in der NATO und stärken dort gemeinsam den europäischen Pfeiler.

Wir setzen uns dafür gemeinsam ein in der EU, wir machen sie weniger bürokratisch und damit wettbewerbs- und zukunftsfähiger.

Und wir setzen uns ein für Sicherheit, Freiheit und Wohlstand bilateral, in der ganzen Breite unserer Zusammenarbeit.

Es passiert viel zwischen Italien und Deutschland.

Der zentrale Punkt, der wirkliche Fokus, der gemeinsame Fokus von unserem Miteinander ist dabei: Europa.

Unsere Regierungen hatten im Januar sehr gute, fruchtbare Regierungskonsultationen.

Wir haben einen ambitionierten Aktionsplan quer über alle Bereiche: Politik, Wirtschaft, Handel, Wissenschaft, Sicherheit; unsere Rüstungskooperation rückt zum Beispiel immer mehr ins Zentrum und hat ein wichtiges und starkes Potential.

Dazu unsere Kulturkooperation: Unsere beiden Länder haben eine enorme, wie man es heute sagt, Softpower, gerade auch im Zusammenspiel unserer Talente. Ich durfte schon hineinschauen in die Ausstellung, die heute hier in der Residenz zu sehen ist:

Ein tolles Beispiel kraftvollen Kulturdialogs zwischen jungen Italienern und Deutschen.

Am wichtigsten aber ist das innere Fundament unserer Beziehungen - und das ist das Miteinander der Menschen.

Es gibt unzählige Partnerschaften – und wichtiger noch: Freundschaften: zwischen Familien, Vereinen, Städten, Firmen. Alle dies zusammen hat das Fundament gebaut.

Und natürlich auch die Partnerschaften zwischen Regionen - zwei stellen sich hier heute vor, Nordrhein-Westfalen und Piemont.

Als Deutscher könnte man ewig schwärmen über Italien. Wie es unsere Künstler, Musiker, Dichter, auch Wissenschaftler über Jahrhunderte getan haben.

Ich beschränke mich auf nur ein Kompliment, dass ich Ihnen heute an Ihrem Nationalfeiertag machen möchte:

Deutsche sind seit Jahrhunderten auf der Suche nach Sehnsuchtsorten, Sehnsuchtsländern.

Ich bin überzeugt, wenn man heute bei uns nach dem einen Sehnsuchtsort, dem einen Sehnsuchtsland fragen würde: Es ist und bleibt: Italien!

Und ich darf Ihnen verraten, auch bei uns in der deutschen Diplomatie sind die Posten in Italien die begehrtesten.

Damit nochmals herzlichen Glückwunsch zum italienischen Nationalfeiertag!

Es lebe die deutsch-italienische Freundschaft!

https://www.auswaertiges-amt.de/de/2774434-2774434


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