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        Schneider zum 40. Jahrestag des Super-GAU: Aus Tschernobyl lernen heißt, auf Erneuerbare zu setzen
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        24.4.2026
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    <autor>
          | Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz
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        Unfallreaktor bleibt Problem bis ins nächste Jahrhundert.
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Anlässlich des bevorstehenden 40. Jahrestags der Atomkatastrophe von Tschernobyl vom 26. April 1986 warnt Bundesumweltminister Carsten Schneider vor den immer noch unbeherrschbaren Risiken der Atomkraft und verurteilt den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine. Er spricht sich dafür aus, die Energiewende konsequent voranzutreiben und die Ukraine dabei zu unterstützen, die beschädigte Schutzhülle des Unfallreaktors zu reparieren. Im Vorfeld des Jahrestags führt das Bundesumweltministerium am 24. April eine international besetzte Veranstaltung durch, die live übertragen wird.

Bundesumweltminister Carsten Schneider: "Vier Jahrzehnte nach der Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl und ein dreiviertel Jahrhundert nach dem weltweiten Beginn der Atomkraftnutzung sind ihre Probleme immer noch die gleichen. Noch immer ist Atomkraft eine letztlich unbeherrschbare Hochrisikotechnologie und das Atommüllproblem weltweit weitestgehend ungelöst. Noch immer sind neue AKW nicht wettbewerbsfähig und kommen nicht ohne staatliche Beihilfe zustande. Zudem schafft Atomkraft massive Abhängigkeiten von einzelnen Staaten wie Russland. Zum Glück gibt es längst bessere und günstigere Alternativen wie Strom aus Wind und Sonne, die die Atomkraft weltweit deutlich abhängen. Aus Tschernobyl zu lernen heißt, auf erneuerbare Energien zu setzen."

Die morgige Gedenkveranstaltung zum 40. Tschernobyl-Jahrestags zeichnet ein umfassendes Bild der Katastrophe und anschließender Entwicklungen. Sie beleuchtet die aktuelle Situation und diskutiert, warum das Thema "Atomenergie" heute aktueller denn je ist und trotz des Atomausstiegs in Deutschland weiterhin der radiologische Notfallschutz notwendig bleiben muss.

Carsten Schneider: "Dass Atomkraftwerke durch Krieg beschädigt werden, ist leider ein Risiko unserer Zeit, auf das man auch in Deutschland im Notfallschutz vorbereitet sein muss und das man nicht ignorieren kann. Das gilt auch für den Unfallreaktor von Tschernobyl, dessen Schutzhülle von einer Drohne beschädigt wurde. Erneut wird eine internationale Kraftanstrengung nötig sein, um die Schutzhülle zu reparieren. Deutschland wird sich aktiv dafür einsetzen, eine Lösung zu finden. Das liegt auch in unserem Interesse.“

Einen havarierten Reaktor und die Kernschmelze sicher von der Umwelt abzuschirmen, ist ein großes Problem, wie auch Fukushima in Japan zeigt. In Tschernobyl dauerte es rund dreieinhalb Jahrzehnte und bedurfte internationaler Finanzierung, um mit einem Investment von über zwei Milliarden Euro für eine neue Schutzhülle, dem sogenannten "New Safe Confinement", für den sicheren Einschluss des zerstörten Blocks 4 zu sorgen. Doch das eigentliche Problem im Inneren der Schutzhülle – die Bergung und Entsorgung der Kernschmelze und anderer radioaktiver Abfälle – muss erst noch angegangen werden. Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands hat die Ukraine dabei zurückgeworfen. Der Krieg gefährdet die nukleare Sicherheit in der gesamten Ukraine an allen AKW-Standorten.

https://www.bundesumweltministerium.de/pressemitteilung/schneider-zum-40-jahrestag-des-super-gau-aus-tschernobyl-lernen-heisst-auf-erneuerbare-zu-setzen


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