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        Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im April 20261
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        13.4.2026
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    <autor>
          | Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz
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        Die Entwicklung der deutschen Wirtschaft hat sich im ersten Quartal deutlich abgeschwächt. Nach einer kurzen Stimmungsaufhellung zu Jahresbeginn haben sich Erwartungen von Unternehmen und auch von Verbraucherinnen und Verbrauchern wieder eingetrübt.
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 Die Industrie entwickelte sich zuletzt schwach und auch der Bau wies witterungsbedingt deutliche Einbußen auf. Zusätzlich belasten Lieferengpässe und steigende Energie- und Rohstoffpreise die Unternehmen. Konsumnahe Bereiche leiden unter steigenden Preisen, schwacher Nachfrage und Unsicherheiten. Die weitere wirtschaftliche Entwicklung hängt wesentlich von einer Lösung des Konflikts im Nahen Osten ab. Doch auch dann dürften hohe Energiepreise, Lieferprobleme und wirtschaftliche Belastungen noch länger anhalten.
Die Industriekonjunktur hat sich über die Wintermonate spürbar abgeschwächt. Die Auftragseingänge konnten ihren Aufwärtstrend nach einem deutlichen Dämpfer zu Jahresbeginn im Februar zwar fortsetzen. Die Industrieproduktion entwickelte sich zuletzt jedoch leicht rückläufig. Aufgrund der infolge des Konflikts im Nahen Osten sprunghaft gestiegenen Energiepreise und geopolitischen Unsicherheit deuten die Frühindikatoren auf eine Eintrübung der Industriekonjunktur im zweiten Quartal hin.
Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (saisonbereinigt, ohne Kfz) sind im Februar um 0,5% gegenüber dem Vormonat gesunken, nachdem der Januarwert leicht nach unten revidiert wurde. Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnete der Einzelhandel im Februar ein Plus von 0,7 %. Bei den PKW-Neuzulassungen durch Privatpersonen zeigt sich im März im Vormonatsvergleich ein Anstieg von 5,2 Prozent; in der Dreimonatsbetrachtung hingegen ein Rückgang von 9,3 Prozent. Das Stimmungsbild deutet am aktuellen Rand insgesamt auf eine deutliche Eintrübung der Konsumentwicklung im zweiten Quartal 2026 hin.
Im Zuge des Iran-Kriegs und des damit zusammenhängenden Energiepreisanstiegs ist die Inflation im März deutlich auf 2,7 Prozent gestiegen. Ausschlaggebend war die kräftige Steigerung bei den Energiepreisen, die erstmals seit Dezember 2023 wieder deutlich zulegten, während die Entwicklung bei den Nahrungsmittelpreisen entlastete.
Die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit stagnierte im März abermals. Gleichzeitig ging die Zahl der Erwerbstätigen im Februar weiter leicht zurück und auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verzeichnete im Januar einen spürbaren Rückgang. Angesichts der weiterhin gedämpften Frühindikatoren und der konjunkturellen Risiken durch den Krieg im Nahen Osten ist eine Belebung des Arbeitsmarktes derzeit nicht zu erkennen.
Der IWH-Insolvenztrend für Personen- und Kapitalgesellschaften weist für März einen Anstieg der Insolvenzen von 17 Prozent gegenüber dem Vormonat sowie einen Anstieg von 18 Prozent gegenüber März 2025 aus.








 



Wirtschaftliche Abschwächung im ersten Quartal
Die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland hat im ersten Quartal vor dem Hintergrund des Konflikts im Nahen Osten spürbar an Dynamik verloren. Während Stimmungsindikatoren im Unternehmenssektor und zum Teil auch bei Verbraucherinnen und Verbrauchern zu Jahresbeginn zunächst eine leichte Aufhellung zeigten, haben sich diese mit Beginn des Iran-Kriegs deutlich eingetrübt.

Aktuelle Indikatoren in der Industrie deuten darauf hin, dass sich die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal nur sehr verhalten entwickelt haben dürfte. Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe haben sich im Februar nach dem Einbruch im Vormonat zwar etwas erholt, allerdings war der Anstieg vor allem auf eine gestiegene Auslandsnachfrage zurückzuführen; die inländischen Aufträge waren dagegen erneut rückläufig, wofür vor allem ein weiterer Orderrückgang der stark durch Großaufträge im Verteidigungsbereich geprägten Investitionsgüterproduzenten ausschlaggebend war. Die Industrieproduktion stagnierte im Februar nach einem Rückgang im Vormonat nahezu und liegt im Durchschnitt der Monate Januar und Februar gut einen Prozentpunkt unter dem Niveau des vierten Quartals 2025. Etwas günstiger entwickelten sich zuletzt allein die energieintensiven Industrien, die nach dem Rückgang zum Jahresende 2025 im Januar und Februar spürbar zulegten.

Vorlaufende Indikatoren für die Industrieproduktion wie der Lkw-Maut-Fahrleistungsindex des Statistischen Bundesamtes und VDA-Daten zur Produktion von Kfz deuten auf eine insgesamt schwache Entwicklung der Industriekonjunktur im März hin. Hierfür dürften auch die Auswirkungen des Iran-Kriegs mit den daraus folgenden Energie- und Rohstoffpreissteigerungen sowie Lieferengpässen von Vorprodukten eine Rolle gespielt haben. Laut Umfragen des ifo Instituts geben rund 90 Prozent der Industrieunternehmen an, von dem Iran-Krieg in ihren Geschäften beeinträchtigt zu werden. Von Lieferverzögerungen bei Vorprodukten bzw. Rohstoffen sind mehr als ein Drittel Prozent der Unternehmen betroffen.

Auch bei den stärker binnenwirtschaftlich orientierten Bereichen zeigt sich am aktuellen Rand keine Belebung: Im Baugewerbe dürfte die Bruttowertschöpfung im ersten Quartal infolge der ungünstigen Witterung zu Jahresbeginn, die im Hoch- und Tiefbau zu Einschränkungen geführt hat, gesunken sein. In den ersten zwei Monaten des Jahres lag die Produktion im Baugewerbe um gut zwei Prozent unter dem Niveau des vierten Quartals 2025.

Die Stimmung in den (konsumnahen) Dienstleistungsbereichen zeigt angesichts der deutlichen Energiepreissteigerungen und den erhöhten geopolitischen Unsicherheiten ebenfalls eine deutliche Eintrübung: Der S&P-Dienstleistungsindex ist im März auf den tiefsten Stand seit September vergangenen Jahres gesunken und die Erwartungen im Handel waren laut ifo Geschäftsklima zuletzt rückläufig. Die Einzelhandelsumsätze, die knapp ein Drittel des privaten Konsums ausmachen, lagen in Durchschnitt der Monate Januar und Februar rund einen halben Prozentpunkt unter dem Niveau des Schlussquartals 2025. Auch die Kfz-Zulassungen privater Halter lagen im ersten Quartal deutlich unter dem Niveau des Vorquartals. Das Gastgewerbe hat im Januar 2026 rund vier Prozent weniger umgesetzt als im Dezember 2025. Die konsumnahen Dienstleistungen dürften sich auch in den kommenden Monaten angesichts der Schwäche auf dem Arbeitsmarkt, der energiepreisbedingten Kaufkraftverluste und der ungelösten geopolitischen Spannungen eher verhalten entwickeln. Stabilisierend dürfte sich dagegen weiterhin die Entwicklung der öffentlichen Dienstleistungen in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Verwaltung darstellen.

Ein konjunktureller Lichtblick zeigt sich bei der jüngsten Entwicklung des Außenhandels: Nach dem Rücksetzer zu Jahresbeginn sind die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen im Februar merklich gestiegen und lagen im Durchschnitt der Monate Januar und Februar insgesamt um 2,7 Prozent über dem Niveau des Vorquartals. Auch die nominalen Einfuhren von Waren und Dienstleistungen waren nach dem vorangegangenen Einbruch im Februar wieder aufwärtsgerichtet. Vor dem Hintergrund der weltwirtschaftlichen Belastungen infolge der gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise ist allerdings auch bei der Auslandsnachfrage in den kommenden Monaten von einer nachlassenden Dynamik auszugehen.

Die weitere wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland wird wesentlich von den Perspektiven im Iran-Krieg bestimmt. Der angekündigte Waffenstillstand ist eine wichtige Voraussetzung für eine Normalisierung der Handels- und Produktionskapazitäten im Nahen Osten. Voraussichtlich wird dies angesichts der bisherigen Zerstörung der dortigen Produktionskapazitäten und des Rückstaus durch Lieferengpässe bei Energie- und anderen Rohstoffen noch eine längere Zeit dauern. Solange werden die Energie- und Rohstoffpreise auf erhöhtem Niveau bleiben. Die belastenden Effekte auf die deutsche Wirtschaft dürften damit auch im weiteren Jahresverlauf spürbar sein, im günstigsten Fall mit einer allmählichen Normalisierung der Energie- und Rohstoffpreise.

Weltwirtschaft erweist sich weiter als robust, Unsicherheiten bleiben hoch
Die weltweite Industrieproduktion ist im Januar mit +0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat weiter gestiegen. Während die Produktion im Euroraum, in Osteuropa und Lateinamerika zurückging, wurde sie in Japan, China und den USA ausgeweitet. Gegenüber Januar 2025 lag die globale Produktion damit um 3,8 Prozent im Plus. Die Frühindikatoren für die weitere Entwicklung trüben sich aktuell infolge des Iran-Kriegs allerdings zunehmend ein: Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global für die Weltwirtschaft ist im März deutlich von 53,3 auf 51,0 Punkte zurückgegangen, verbleibt aber weiter über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Während sich die Stimmung bei den Dienstleistern merklich von -2,6 auf 50,8 Punkte eintrübte, kam es in der Industrie zu einem geringeren Rückgang um -0,5 auf 51,3 Punkte. Laut Sentix blickten Finanzinvestoren im April nochmals pessimistischer auf die Weltkonjunktur: Der Index gab von 9,7 auf -2,9 Punkte nach.

Der weltweite Güterhandel hat zu Jahresbeginn mit +2,0 Prozent gegenüber dem Vormonat kräftig zugelegt, nachdem er im Dezember in etwa stagnierte. Besonders zwischen den asiatischen Volkswirtschaften wurde deutlich mehr gehandelt, wohingegen die Handelsaktivität im Euroraum rückläufig war. Insgesamt lag der Welthandel im Januar um 5,2 Prozent über dem Vorjahresmonat. Containerumschlagsdaten weisen auch für den Februar auf eine robuste Handelsentwicklung hin. So hat der RWI/ISL-Containerumschlagindex im Februar mit 144,8 Punkten auf vergleichswiese hohem Niveau stagniert. Während die Aktivität in den chinesischen Häfen aufgrund des dortigen Neujahrsfestes zurückging, nahm der Güterumschlag in den europäischen Häfen infolge vorgezogener Geschäfte mit China im Januar deutlich zu.

In ihren Frühjahrsprognosen haben Wirtschaftsforschungsinstitute und internationale Organisationen zuletzt ihre Erwartungen für den Welthandel in den kommenden Monaten abwärts revidiert. Trotz des vereinbarten Waffenstillstands zwischen den USA und Iran sind die weltwirtschaftlichen Perspektiven weiterhin mit hoher Unsicherheit behaftet.

Auslandsgeschäft vor Beginn des Iran-Kriegs aufwärtsgerichtet
Das Exportgeschäft hat nach der Schwächephase im Zuge der US-Zollpolitik 2025 zuletzt etwas Tritt gefasst. Die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen zogen im Februar im Vormonatsvergleich saison- und kalenderbereinigt um 2,2 Prozent an. Nach dem Rücksetzer zu Jahresbeginn wurde der Güterhandel mit den EU-Staaten mit saisonbereinigt +5,8 Prozent gegenüber dem Vormonat im Februar wieder spürbar ausgeweitet. In die übrigen Länder nahmen die Lieferungen dagegen nur um 0,8 Prozent zu; sowohl auf dem US-Markt (-7,5 Prozent) als auch in China (-2,5 Prozent) kam es zu Exporteinbußen. Insgesamt lagen die Exporte von Waren und Dienstleistungen damit im Durchschnitt des Januar und Februar im Vergleich zum Vorquartal nominal um 2,7 Prozent im Plus. Die nominalen Einfuhren von Waren und Dienstleistungen nahmen nach dem vorangegangenen Einbruch mit +2,6 Prozent gegenüber dem Vormonat ebenfalls zu. Seit Jahresbeginn liegen sie aber noch um 0,9 Prozent unter dem Durchschnitt des Vorquartals. Der monatliche Saldo im Handel mit Waren und Dienstleistungen nahm infolge des etwas stärkeren Anstiegs der Einfuhren im Vergleich zu den Ausfuhren um 0,3 Milliarden Euro auf 12,2 Milliarden Euro ab.

Die Einfuhrpreise haben im Februar nach dem vorangegangenen deutlichen Anstieg saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat stagniert. Gleichzeitig gingen die Ausfuhrpreise um 0,1 Prozent gegenüber Januar zurück. Die Terms of Trade, also die Export- relativ zu den Importpreisen, verschlechterten sich um 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat.

Die Frühindikatoren trüben sich aktuell infolge des Iran-Kriegs zunehmend ein. Die ifo Exporterwartungen haben sich im März nach den drei vorangegangenen Anstiegen deutlich verschlechtert, von 2,7 auf -0,9 Saldenpunkte. Andererseits erwartet der Automobilbau – entgegen dem allgemeinen Trend – weiterhin steigende Auslandsumsätze. Insgesamt rechnen aber viele Unternehmen, vor allem energieintensive, mit einer sinkenden Nachfrage auf wichtigen Absatzmärkten.

Die Auftragseingänge aus dem Ausland haben sich im Februar nach dem vorangegangenen Rückgang mit +4,7 Prozent gegenüber dem Vormonat wieder etwas erholt. Insbesondere die Order von Investitionsgütern trugen mit einem Zuwachs von +7,5 Prozent gegenüber dem Vormonat dazu bei. Sowohl aus dem Euroraum als auch aus den übrigen Handelspartnerländern wurden vor allem mehr Kfz bestellt. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich lagen die Auslandsbestellungen insgesamt um 1,0 Prozent im Plus.

Bis zum Beginn des Iran-Kriegs scheint sich das deutsche Exportgeschäft stabilisiert zu haben. Für das zweite Quartal deuten die Indikatoren allerdings auf einen erneuten Dämpfer infolge der spürbar gestiegenen Energiepreise und andauernden geopolitischen Unsicherheiten hin.

Industrieproduktion zu Jahresbeginn gedämpft
Die Produktion im Produzierenden Gewerbe nahm im Februar preis-, kalender- und saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent ab. In kalenderbereinigter Betrachtung lag sie auf Vorjahresniveau. Gemäß aufwärtsrevidierten Angaben hatte die Ausbringung im Januar stagniert. Im Dreimonatsvergleich war jedoch ein leichter Rückgang um 0,4 Prozent zu verzeichnen.

Die größten Einbußen waren im Februar im Baugewerbe zu beobachten (-1,2 Prozent). Dies dürfte auch auf die zu Monatsbeginn in Teilen Deutschlands noch anhaltende außergewöhnlich heftige Kälteperiode zurückzuführen sein. Während die Energieproduktion im Februar leicht ausgeweitet wurde (+0,3 Prozent), trat die Industrieproduktion auf der Stelle (-0,1 Prozent).

Innerhalb der Industrie meldeten Vorleistungs- (+0,4 Prozent) und Investitionsgüterproduzenten (+0,1 Prozent) ein leichtes Plus. Die Produktion von Konsumgütern erlebte jedoch zum zweiten Mal in Folge einen spürbaren Rücksetzer (-1,5 Prozent). Die rückläufige Bauproduktion war insbesondere auf die schwache Entwicklung des Ausbaugewerbes (-1,8 Prozent) zurückzuführen. Die Ausbringung im Hoch- (+0,3 Prozent) und Tiefbau (+0,1 Prozent) stabilisierte sich nach witterungsbedingten Einbrüchen im Vormonat.

Die Wirtschaftszweige innerhalb der Industrie entwickelten sich unterschiedlich. So wurde unter anderem die Produktion von elektrischen Ausrüstungen (+2,6 Prozent), Kfz- und Kfz-Teilen (+1,7 Prozent), Metallerzeugnissen (+1,6 Prozent) und chemischen Erzeugnissen (+0,9 Prozent) ausgeweitet. Auch die energieintensiven Industrien expandierten mit einem Plus von +1,9 Prozent abermals spürbar. Die Hersteller von pharmazeutischen Erzeugnissen (-4,4 Prozent), Geräten zur Datenverarbeitung sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen (-3,9 Prozent) und der Maschinenbau (-0,3 Prozent) meldeten hingegen Produktionsrückgänge.

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe stabilisierten sich zuletzt wieder: So stieg das Ordervolumen im Februar preis-, kalender- und saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent. Im Januar war es noch zu einem deutlichen Einbruch um 11,1 Prozent gekommen. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich expandierten die Bestellungen um 2,0 Prozent. Auch im Verhältnis zum Vorjahresmonat ergibt sich eine arbeitstäglich bereinigte Steigerung um 3,5 Prozent.

Ausschlaggebend für das Auftragsplus im Vormonatsvergleich war eine gestiegene Nachfrage aus dem Ausland (+4,7 Prozent). Die inländischen Ordereingänge waren dagegen erneut rückläufig (-4,4 Prozent). Die Entwicklung der inländischen Bestellungen war in den vergangenen Monaten aufgrund von umfangreichen Großaufträgen im zweiten Halbjahr 2025 im Zusammenhang mit öffentlichen Investitions- und Beschaffungsvorhaben starken Schwankungen unterworfen. Bereinigt um diesen Effekt sind die Auftragseingänge aus dem Inland im Februar um 2,5 Prozent gestiegen. Für die Auftragseingänge insgesamt fällt der um Großaufträge bereinigte Zuwachs mit +3,5 Prozent noch deutlicher aus.

Unter den Gütergruppen registrierten die Konsumgüter das stärkste Orderwachstum (+4,5 Prozent). Aber auch die Bestellungen von Vorleistungs- (+1,4 Prozent) und Investitionsgütern (+0,2 Prozent) nahmen leicht zu. Im Vorjahresvergleich entwickelten sich Konsum- (+10,2 Prozent) sowie Investitionsgüter (+4,9 Prozent) positiv. Die Auftragseingänge bei Vorleistungsgüterproduzenten blieben mit einem Minus von 0,2 Prozent gegenüber Februar 2025 nahezu unverändert.

Für die Mehrheit der industriellen Wirtschaftszweige verbesserte sich die Auftragslage im Februar im Vergleich zum Januar. Darunter waren gewichtige Bereiche wie Kfz und Kfz-Teile (+3,8 Prozent), Metallerzeugung (+3,7 Prozent) und Metallerzeugnisse (+2,0 Prozent). Eine rückläufige Nachfrage mussten dagegen vor allem die Hersteller Sonstiger Fahrzeuge verbuchen (-25,9 Prozent), zu denen auch Militärfahrzeuge zählen. Negativ fiel der Vergleich zum Vormonat auch für den Maschinenbau (-0,3 Prozent), für elektrische Ausrüstungen (-0,4 Prozent) und pharmazeutische Erzeugnisse (-2,4 Prozent) aus.

Nachdem die Industriekonjunktur im Herbst Fahrt aufgenommen hatte, kühlte sie sich im Laufe der Wintermonate etwas ab. Die Umsätze im Verarbeitenden Gewerbe sind – trotz eines leichten Rücksetzers im Februar – im Trend weiterhin aufwärtsgerichtet. Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe bleiben jedoch weiterhin volatil. Da die Realisation der öffentlichen Investitions- und Beschaffungsvorhaben einige Zeit in Anspruch nehmen dürfte, ist zu erwarten, dass die bereits erteilten Aufträge erst allmählich in Form steigender Wertschöpfung sichtbar werden. Gleichzeitig deuten jüngste Umfragen wie der ifo Geschäftsklimaindex angesichts der erhöhten geopolitischen Unsicherheit auf eine Eintrübung der Industriekonjunktur im zweiten Quartal hin.

Erlöse im Einzelhandel rückläufig; Frühindikatoren eingetrübt
Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (saisonbereinigt, ohne Kfz) sind im Februar um 0,5% gegenüber dem Vormonat gesunken, nachdem der Januarwert leicht nach unten revidiert wurde. Während der Handel mit Nicht-Lebensmitteln im Vergleich zum Vormonat um 0,8 % zulegte, gab der Umsatz mit Lebensmitteln um 1,4 % nach. Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnete der Einzelhandel im Februar ein Plus von 0,7 %, wobei der Handel mit Lebensmitteln stagnierte und der Umsatz mit Nicht-Lebensmitteln um 1,3 % zulegte. Im Dreimonatsvergleich zeigte sich der Gesamtumsatz im Einzelhandel ebenfalls leicht aufwärtsgerichtet (+0,6 %), wobei die Umsätze mit Nicht-Lebensmitteln um 0,3 % und die mit Lebensmitteln um 1,1 % zulegten. Der Umsatz im Gastgewerbe stagnierte im Januar nominal und sank preisbereinigt um 3,9 %. Gegenüber dem Vorjahresmonat ergab sich ein realer Rückgang von 5,0 % und ein nominaler Anstieg von 2,0 %.

Die Neuzulassungen von Pkw insgesamt sind im März im Vormonatsvergleich um 0,9 % gestiegen; im Dreimonatsdurchschnitt nahmen sie jedoch um 6,1 % ab. Gegenüber dem Vorjahr ergab sich ein deutliches Plus von 16,0 %. Bei den PKW-Neuzulassungen durch Privatpersonen zeigt sich im Vormonatsvergleich ein Plus von 5,2 % und in der Dreimonatsbetrachtung eine Abnahme um 9,3 %. Gegenüber März 2025 lagen die Neuzulassungen durch Privatpersonen um kräftige 22,1 % höher. Pkw-Neuzulassungen von Unternehmen und Selbstständigen reduzierten sich gegenüber Februar um 1,2 % und sanken im Dreimonatsvergleich um 4,4 %. Im Vorjahresvergleich zeigt sich ein deutliches Plus von 13,0 %.

Nach der Eskalation des Konflikts im Nahen Osten zeigen die Frühindikatoren für die Entwicklung im zweiten Quartal erwartungsgemäß ein pessimistisches Bild. Laut Prognose der GfK wird sich das Konsumklima im April mit einer Abnahme von 3,2 Zählern auf -28,0 Punkte eintrüben, nachdem es im März um 0,6 Punkte auf -24,8. gesunken ist. Negativ wirkte sich vor allem die deutliche Abnahme der Einkommenserwartungen aus, die sich im Februar noch im positiven Bereich bewegt hatten. Die gesunkenen Einkommenserwartungen dürften durch Ängste um anziehende Verbraucherpreise und deutlich geringere Konjunkturerwartungen bedingt sein. Anschaffungs- und Sparneigung zeigen noch keine sprunghaften Veränderungen, letztere bewegt sich allerdings bereits auf einem sehr hohen Niveau.

Auch das zu Monatsbeginn erschienene HDE-Konsumbarometer trübte sich im April zum zweiten Mal in Folge ein. Das ifo Geschäftsklima im Einzelhandel (inkl. Kfz) sank im März erneut auf jetzt -29,8 Punkte Während die Geschäftserwartungen deutlich skeptischer beurteilt wurden als noch im Februar, hellte sich die Beurteilung der Geschäftslage sogar auf. Die Verkaufspreiserwartungen stiegen gegenüber dem Vormonat vergleichsweise moderat und erreichten den höchsten Stand seit November 2025. Das Stimmungsbild deutet am aktuellen Rand insgesamt auf eine deutliche Eintrübung der Konsumentwicklung im zweiten Quartal 2026 hin. Hoffnungen auf gesamtwirtschaftliches Wachstum und persönliche Einkommenszuwächse sind infolge des Krieges im Nahen Osten insbesondere Sorgen um Preissteigerungen und um höhere geopolitische Unsicherheit gewichen.

Inflation zieht im März deutlich an
Die Inflationsrate lag im März bei 2,7 Prozent ggü. Vorjahr und stieg damit spürbar: Gegenüber Februar erhöhten sich die Verbraucherpreise deutlich um deutliche 1,1 Prozent. Die Kerninflation lag im März mit 2,5 Prozent etwas unter der Gesamtinflation und blieb im Vergleich zu den Vormonaten unverändert. Dienstleistungspreise stiegen unverändert um 3,2 Prozent, während sich die Inflation von Waren merklich auf 2,3 Prozent beschleunigte. Ausschlaggebend war insbesondere die kräftige Steigerung bei den Energiepreisen, die erstmals seit Dezember 2023 wieder deutlich um +7,2 Prozent zulegten, während die Nahrungsmittelinflation mit 0,9 Prozent moderat blieb. Der Anstieg der Energiepreise im März steht im direkten Zusammenhang mit den geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und den daraus resultierenden Verwerfungen auf den Energiemärkten. Rohölpreise lagen im Monatsverlauf wiederholt über der Marke von 100 US-Dollar pro Fass, deutlich über dem Niveau der Vormonate (4-Wochen-Durchschnitt: 98 US-Dollar/b; 3-Monats-Durchschnitt: 76 US-Dollar/b). Auch Gaspreise zogen spürbar an, während Strompreise auf erhöhtem Niveau verharrten.

Beschäftigungsaussichten weiterhin gedämpft
Der Rückgang der Beschäftigung setzt sich zu Jahresbeginn weiter fort. So nahm die Zahl der Erwerbstätigen im Februar saisonbereinigt abermals um 12 Tausend Personen ab. Gleichzeitig sank die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Januar um 30 Tausend Personen. Die Arbeitslosigkeit hat im März insgesamt zwar stagniert, einem Rückgang im Rechtskreis des SGB II um 10 Tsd. Personen stand jedoch ein Anstieg im SGB III in gleicher Höhe gegenüber. Die Unterbeschäftigung blieb ebenfalls unverändert. Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit ging im Januar mit -6 Tausend Personen voraussichtlich erneut etwas zurück. Die angezeigte Kurzarbeit dürfte im März in etwa auf Vormonatsniveau liegen. Da sich der Beschäftigungsrückgang in den letzten Monaten nur zum Teil in einer höheren Arbeitslosigkeit widerspiegelt, dürfte neben der konjunkturellen Schwäche auch der demografische Wandel die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt zunehmend prägen.

Die Frühindikatoren lassen weiter keine Belebung des Arbeitsmarktes erkennen. Sowohl das IAB-Beschäftigungsbarometer als auch das ifo Beschäftigungsbarometer haben sich im März zwar auf niedrigem Niveau stabilisiert, die Restrukturierungsprozesse in den Unternehmen halten jedoch weiter an. Die Beschäftigung könnte sich in den Wintermonaten zwar zum Teil auch witterungsbedingt schwach entwickelt haben, in weitgehend wetterunabhängigen Branchen haben sich die Aussichten zuletzt allerdings ebenfalls nicht verbessert. Eine Erholung des Arbeitsmarktes in der ersten Jahreshälfte ist damit nicht zu erwarten.

Unternehmensinsolvenzen weiterhin auf hohem Niveau
Der IWH-Insolvenztrend für Personen- und Kapitalgesellschaften weist im März mit 1.716 Insolvenzen einen Anstieg von 17 Prozent gegenüber dem Vormonat sowie einen Anstieg von 18 Prozent gegenüber März 2025 aus. Die Zahl der betroffenen Beschäftigten (ca. 14.000) in den größten 10 Prozent der insolventen Unternehmen ist im Vergleich zum Vormonat um 40 Prozent gesunken und lag damit 15 Prozent unter dem Wert von März 2025. Der starke Zuwachs bei der Anzahl der Insolvenzen ist demnach auf kleinere Unternehmen zurückzuführen.

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1In diesem Bericht werden Daten genutzt, die bis zum 10. April 2026 vorlagen. Soweit nicht anders vermerkt, handelt es sich um Veränderungsraten gegenüber der jeweiligen Vorperiode auf Basis preis-, kalender- und saisonbereinigter Daten.


https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/Wirtschaftliche-Lage/2026/20260413-die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-april-2026.html


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