Mehrkosten aufgrund von Bauverzögerungen auf Bonner Straße 8.6.2026 Robert Baumanns, Maximilian Daum | Stadtbibliothek Köln Stadt informiert zum aktuellen Stand der 3. Baustufe der Nord-Süd-Stadtbahn. Zum Stand der 3. Baustufe der Nord-Süd Stadtbahn (oberirdischer Ausbau Bonner Straße) legt die Verwaltung dem Mobilitätsausschuss in seiner Sitzung am Dienstag, 16. Juni 2026, eine Mitteilung über die Mehrkosten des Gesamtprojekts vor. Wie bereits 2023 angekündigt, haben sich die Baukosten aufgrund der Bauverzögerungen und die aufwendigen Kampfmitteluntersuchungen wesentlich erhöht. Allein die Kosten für die Kampfmitteluntersuchungen werden zusätzlich bis zur Fertigstellung voraussichtlich 31,7 Millionen Euro brutto betragen. Nach dem zweiten Fund von Kampfmitteln direkt unter der Oberfläche mussten die Bauarbeiten aus Sicherheitsgründen im Sommer 2022 sofort gestoppt werden. Der Baustopp dauerte sechs Monate. Gemeinsam mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst Rheinland der Bezirksregierung Düsseldorf und weiteren Fachstellen wurde das geplante Bauverfahren grundlegend überarbeitet. Ziel war es, die Arbeiten sicher fortzuführen und Gefahren für Anwohner*innen, Beschäftigte und Sachwerte zu vermeiden. Zusätzlich wurde festgelegt, dass die Aushubarbeiten dauerhaft von einem Feuerwerker nach §20 SprengG begleitet werden müssen. Die Erdarbeiten sowie die anschließenden Kabel- und Verfüllarbeiten verzögern sich dadurch erheblich. Darüber hinaus ergibt sich eine Kostendifferenz zwischen der Kostenberechnung und der Beauftragungssumme. Die geplanten Baukosten wurden auf Grundlage einer Kostenberechnung für den Baubeschluss im Jahr 2015 errechnet. Eine Beauftragung der Bauleistungen hat erst ab dem Jahr 2021 stattgefunden. Aufgrund der allgemeinen Erhöhung der Baukosten – durch Inflation, Energiekrise und andere Faktoren – ergeben sich Mehrkosten für das Gesamtprojekt. Zudem waren ein Teil der Ingenieurleistungen im Baubeschluss nicht vollumgänglich erfasst und zusätzliche Ausgaben aufgrund von Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss erforderlich (plus 18,4 Millionen Euro). Weitere zusätzliche Ausgaben entstanden durch einen umfangreichen Bodenaustausch, Maßnahmen zum Baum- und Wurzelschutz, außerplanmäßige Verkehrssicherungen sowie weitere Arbeitsschritte und technische Leistungen infolge bislang unbekannter Kabel- und Leitungsverläufe sowie sonstige Nachträge (plus 5,1 Millionen Euro). Die geplante Bauzeit endet nach aktueller Planung Ende 2028, die Inbetriebnahme der Stadtbahn ist für 2029 durch die KVB geplant. Infolge der Bauzeitverlängerung von rund fünf Jahren steigen auch die damit verbundenen Baunebenkosten an. Zu den Nebenkosten gehören unter anderem die Kosten für die längere Projektbindung von Ingenieurleistungen und extern vergebene Bauherrenaufgaben wie Projektsteuerung, Bauüberwachungsleistungen, Sachverständigen- und Rechtsberatung oder Erstellung von Gutachten (plus 20,8 Millionen Euro). Nach aktuellem Stand führen die daraus resultierenden Auswirkungen auf die geschätzten Gesamtkosten der Maßnahme zu einer Erhöhung des städtischen Anteils um rund 76 Millionen Euro brutto gegenüber der Baubeschlussfassung aus dem Jahr 2015. In diesem Betrag sind bereits Einsparungen in Höhe von 9,3 Millionen Euro berücksichtigt, die durch Nachverhandlungen zu den 115 Nachträgen erzielt werden konnten. Von den aktuell prognostizierten Gesamtkosten in Höhe von rund 160 Millionen Euro brutto entfallen etwa 140,7 Millionen Euro auf den städtischen Anteil. Bis einschließlich 2025 wurden hiervon bereits rund 85,5 Millionen Euro finanziert. Für die Maßnahme wurden bislang Fördermittel in Höhe von 48 Millionen Euro bewilligt. Weitere 45 Millionen Euro wurden zusätzlich beantragt. Die Kostenentwicklung basiert auf dem aktuellen Sachstand und gilt als realistische Einschätzung der Gesamtkosten. Eine abschließende Bewertung ist erst nach Prüfung aller Nachträge und Abschluss der laufenden Verhandlungen möglich. Ab 2026 werden weitere Gewerke schrittweise ausgeschrieben. Im Zuge der fortlaufenden Ausschreibungen und Bauarbeiten können sich Kostenänderungen ergeben, über die der Rat bei Bedarf unterrichtet wird. Hintergrund Die Nord-Süd Stadtbahn wird von der Haltestelle "Marktstraße" über die Bonner Straße bis zum Verteilerkreis Süd verlängert. Auf der etwa 2,1 Kilometer langen Strecke sind vier neue Haltestellen geplant. Der Bau der 3. Baustufe der Nord-Süd-Stadtbahn auf der Bonner Straße in Bayenthal und Marienburg wurde durch den Rat der Stadt Köln am 23. Juni 2015 (Vorlage 0685/2015) beschlossen. Aufgrund von zwei Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss vom 22. April 2016 mussten die vorlaufenden Baumfällarbeiten auf der Bonner Straße mehrfach verschoben werden und konnten erst im Oktober 2017 durchgeführt werden. Vorbereitende Bauarbeiten an Versorgungsleitungen wurden ab 2018 ausgeführt. Der Baubeginn für die Hauptbaumaßnahme auf der Bonner Straße ist ab Anfang 2022 erfolgt. In den vergangenen Jahren hat die Verwaltung in den politischen Gremien und begleitenden Presseinformationen kontinuierlich über die Kampfmittelfunde und die sich daraus ergebenden Zeitverzögerungen im Bauablauf informiert. Zuletzt wurde am 20. Januar 2026 eine Mitteilung (3185/2025) zum Baufortschritt veröffentlicht. In der Mitteilung an den Verkehrsausschuss (3421/2023) wurde bereits über die Bauzeitverzögerungen und absehbaren Mehrkosten informiert sowie die technischen Hintergründe erläutert. Unter SessionNet | Mitteilung über eine Kostenerhöhung gemäß § 25 Abs. 1 Nr. 2 KomHVO i.V.m. § 12 der Haushaltssatzung der Stadt Köln für das Haushaltsjahr 2025/2026 kann die Mitteilung im Ratsinformationssystem der Stadt Köln eingesehen werden. Weitere Informationen sind unter 3. Baustufe Nord-Süd Stadtbahn - Stadt Köln abrufbar. https://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/presseservice/mehrkosten-aufgrund-von-bauverzoegerungen-auf-bonner-strasse