Anerkennung für die gelungene Sanierung und neue künstlerische Nutzung.
Am heutigen Donnerstag, 27. August 2026, um 18.30 Uhr erhält die Landeshauptstadt Dresden eine Auszeichnung im Rahmen der diesjährigen Verleihung des Sächsischen Staatspreises für Baukultur. Der Preis stand in diesem Jahr unter dem Motto „Bauen im Spannungsfeld von Hightech und Lowtech“ und ist mit 50.000 Euro dotiert. Die siebenköpfige Jury kürte aus insgesamt 34 eingereichten Projekten zwei Siegerentwürfe und verlieh darüber hinaus noch drei Anerkennungen. Das Projekt Ostflügel HELLERAU wurde mit einer Anerkennung in Höhe von 5.000 Euro prämiert. In Empfang nehmen werden diese Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch, Vertreterinnen und Vertreter des Amtes für Hochbau und Immobilienverwaltung als realisierendes Fachamt der Stadtverwaltung und die Vertreterinnen und Vertreter des entwurfsverfassenden Architekturbüros heinlewischer Partnerschaft freier Architekten mbB aus Dresden.
„Vor 13 Jahren haben wir am Ostflügel des Festspielhauses die ersten Sicherungsarbeiten vorgenommen und für das damals ruinöse Gebäude eine Machbarkeitsstudie mit dem Ziel der Wiedernutzung für die Öffentlichkeit erstellt. Die Auszeichnung ist eine große Würdigung für das jahrelange Engagement der Stadt für das Festspielhaus Hellerau. Sie zeigt: Nicht nur das Ziel der Wiederbelebung war richtig, wir haben auch den richtigen Weg gewählt und hier baukulturell etwas Besonderes geschaffen.“Baubürgermeister Stephan Kühn
„Mit der Sanierung und dem Umbau des Ostflügels im Festspielhaus hat sich ein langjähriger Traum erfüllt: die Fertigstellung und Perfektion als Produktionshaus für Tanz und Performative Kunst. Zugleich wurde damit ein historisch belastetes Gebäude aus der NS-Diktatur in eine künstlerische Nutzung mit dem Anspruch an Diversität überführt. Die Plakette würdigt die architektonischen Planungen und bauliche Umsetzung, dafür danke ich dem Hochbauamt und allen Beteiligten.“Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch
Die Stadt Dresden hatte den Umbau und die Modernisierung des Ostflügels 2020 beschlossen. Die Bauarbeiten begannen im Oktober 2021. Ziel war es, das Gebäude zu einem Residenz- und Probenzentrum für HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste zu entwickeln. Ein wesentlicher Meilenstein wurde am 3. Mai 2024 erreicht, als der sanierte Ostflügel als Teil des denkmalgeschützten Ensembles an HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste übergeben werden konnte. Im September 2025 wurde schließlich der Kleine Saal im Ostflügel im Rahmen des Tags des offenen Denkmals offiziell eröffnet.
Das Besondere: Die Geschichte des Gebäudes blieb sichtbar, gleichzeitig wurde es grundlegend für seine neue Nutzung verändert. Prägende historische Bauteile wurden erhalten, während Tragwerk, Haustechnik und Nutzungsbereiche modernisiert wurden. Durch das Herausnehmen von Wänden und Decken entstand ein großzügiges Foyer, das sich über mehrere Geschosse bis unter das Dach öffnet. Ein Probestudio und eine Studiobühne erstrecken sich jeweils über zwei Geschosse und bieten damit die nötige Raumhöhe für Proben und Bühnenbetrieb. Am Ostflügel erinnert ein Splitter an die Instrumentalisierung des Theaterbaus als SS-Polizeischule als Teil des Gedenkareals Dresdner Norden MNEMO.
Die Kosten für die Sanierung in Höhe von insgesamt rund 13 Millionen Euro wurden hauptsächlich durch Zuwendungen des Bundes sowie des Freistaates Sachsen und aus weiteren Fördermitteln finanziert. Ein weiterer Anteil stammt aus städtischen Eigenmitteln.
Der Sächsische Staatspreis für Baukultur wird vom Sächsischen Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung in Zusammenarbeit mit der Architektenkammer Sachsen und der Ingenieurkammer Sachsen ausgelobt und wurde in diesem Jahr zum 20. Mal ausgerichtet. Ausgezeichnet werden Bauprojekte, die einen herausragenden Beitrag zur Baukultur in Sachsen leisten.