Das Programm „German and Comparative Literature“ der Universitäten Bonn und St Andrews führt Studierende im Rheinland und in Schottland zu einem internationalen Doppelabschluss. Seit 2013 bildet es ein Herzstück der strategischen Partnerschaft beider Universitäten. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat beschlossen, das Programm für weitere vier Jahre zu fördern. Damit kann ein Studienangebot fortgeführt werden, das seit 2013 literaturwissenschaftliche Ausbildung mit intensiver internationaler Erfahrung verbindet.
Die Studierenden verbringen das erste Studienjahr an der Universität Bonn und das zweite an der University of St Andrews. Dabei beschäftigen sie sich gleichermaßen mit Germanistik und Vergleichender Literaturwissenschaft und lernen zwei Wissenschaftskulturen, zwei Länder und zwei Sprachen aus nächster Nähe kennen. Nach vier Semestern erwerben sie zwei Abschlüsse: den Master of Arts der Universität Bonn und den Master of Letters der University of St Andrews. Der DAAD vergibt im Rahmen des Programms bis zu sechs Stipendien pro Jahr.
„Der gemeinsame Studiengang ermöglicht unseren Studierenden weit mehr als einen Auslandsaufenthalt: Sie werden für zwei Jahre Teil einer internationalen akademischen Gemeinschaft und entwickeln einen vergleichenden Blick auf unterschiedliche Forschungs- und Wissenschaftskulturen“, sagt Dr. Katharina Fuchs-Bodde, Dezernentin für Internationales an der Universität Bonn. „Die erneute Förderung durch den DAAD bestätigt die Qualität und Nachhaltigkeit des Programms.“
Grundstein einer engen Partnerschaft
Der gemeinsame Masterstudiengang war einer der Ausgangspunkte für den Ausbau der Beziehungen zwischen Bonn und St Andrews. Die beiden traditionsreichen Hochschulen sind bereits seit 1911 als „Sister Universities“ verbunden; seit 2018 arbeiten sie als strategische Partneruniversitäten zusammen.
Aus der Kooperation in Germanistik und Vergleichender Literaturwissenschaft gingen weitere gemeinsame Vorhaben hervor. Dazu gehören die Betreuung von Promovierenden im gemeinsamen Promotionsprogramm sowie die Berufung von Prof. Dr. Christian Moser und Prof. Seán Allan zu den ersten gemeinsamen Forschungsprofessoren der beiden Universitäten. Inzwischen leiten sie außerdem gemeinsam mit Forschenden der Universitäten Osnabrück und Birmingham ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem britischen Arts and Humanities Research Council gefördertes Forschungsprojekt zu den brieflichen und journalistischen Netzwerken Heinrich von Kleists.
„Der Masterstudiengang zeigt beispielhaft, wie aus einer engagierten Zusammenarbeit in der Lehre eine Partnerschaft entstehen kann, die immer weitere Kreise zieht“, sagt Prof. Dr. Birgit Ulrike Münch, Prorektorin für Internationales der Universität Bonn. „Heute verbindet Bonn und St Andrews ein dichtes Netzwerk in Studium, Lehre, Forschung und Verwaltung. Die erneute DAAD-Förderung stärkt ein Programm, das wesentlich zu dieser Entwicklung beigetragen hat.“
Zusammenarbeit auf allen Ebenen
Studierende zahlreicher Fächer können heute über das Global Exchange Program auf Bonner und über das Turing Scheme auf St Andrews Seite an der jeweiligen Partneruniversität studieren. Mehrere Fakultäten wirken an der gemeinsamen Doktorand*innen-Ausbildung mit. Die Universitäten fördern neue Forschungs- und Lehrprojekte unter anderem durch Collaborative Research Grants und den Education Seed Fund. Mit dem Joint Academic Appointment Scheme haben sie zudem ein in Deutschland besonderes Modell für gemeinsame Professuren geschaffen. Austauschprogramme für Beschäftigte in Technik und Verwaltung ergänzen die Zusammenarbeit.
So ist aus den langjährigen Kontakten eine breit aufgestellte strategische Partnerschaft entstanden, die Angehörige beider Universitäten auf nahezu allen Ebenen miteinander verbindet.
Weitere Informationen zum Studiengang:
https://www.iglk.uni-bonn.de/de/studium/masterstudiengaenge/german-and-comparative-literature-master-english