Nachhaltige Unterstützung für die Ukraine

16.7.2026 - | Leibniz-Gemeinschaft

Ein neuer Policy Brief zeigt, wie Geodatenanalysen, Schulungen und digitale Berantungsdienste zum Wiederaufbau ländlicher Räume beitragen können.

Der IAMO Policy Brief 52 untersucht, wie digitale Innovationen den Wiederaufbau und die nachhaltige Entwicklung ländlicher Regionen in der Ukraine unterstützen können. Im Mittelpunkt steht der Polissia Digital Innovation Hub (POLIDIH), eine regionale Plattform, die Landwirt:innen, Agrarunternehmen, Forschenden und lokalen Behörden Geodatenanalysen, Schulungen sowie digitale Beratungsdienste anbietet.

Als zentrales Instrument wird der „Community Geo-Investment Passport“ vorgestellt, der offene Daten, Satelliteninformationen und lokal validierte Daten kombiniert, um Investitionspotenziale sichtbar zu machen und die Planung von Entwicklungsprojekten zu erleichtern. Die Ergebnisse zeigen, dass digitale Dienstleistungen einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung und zum Wiederaufbau ländlicher Räume leisten können, wenn sie in lokale Verwaltungsstrukturen eingebettet, durch gezielten Kompetenzaufbau begleitet und auf transparenten Datensystemen aufgebaut werden. Gleichzeitig verdeutlichen sie die Bedeutung von Wissenstransfer, institutioneller Zusammenarbeit und der aktiven Einbindung lokaler Akteure für eine erfolgreiche digitale Transformation.

Der Policy Brief entstand im Rahmen des vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderten Projektes „Digitale Transformation für nachhaltige Entwicklung: Deutsch-ukrainische Perspektiven für zukünftige Agrar- und Ernährungssysteme Europas“ (DigiAgrar_UA).

Wichtige Impulse lieferten vier internationale Expertengespräche sowie der DigiAgrar_UA-Workshop im November 2025 am IAMO in Halle (Saale). Die Diskussionen machten deutlich, dass die digitale Transformation der ukrainischen Agrar- und Ernährungswirtschaft maßgeblich von der engen Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Start-ups und politischen Akteuren getragen wird. Wertvolle Einblicke lieferten dabei die Erfahrungen führender ukrainischer Agrar- und IT-Unternehmen wie Astarta Holding, EOS Data Analytics, SmartFarming, TG Consulting, UNIT.City und des Ukrainian Startup Fund. Diese Akteure entwickeln und implementieren innovative digitale Lösungen in enger Kooperation mit Universitäten, Forschungseinrichtungen, Start-ups und internationalen Partnern. Dadurch fördern sie den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Praxis und tragen dazu bei, moderne Technologien wie Geodatenanalysen, Satellitenmonitoring, Künstliche Intelligenz, digitale Plattformen und datenbasierte Managementsysteme schneller in die landwirtschaftliche Produktion sowie in die gesamte Agrar- und Ernährungswirtschaft zu integrieren.

„Die Erfahrungen aus POLIDIH und die Beiträge führender ukrainischer Agrar- und IT-Unternehmen zeigen, dass digitale Technologien erheblich zur Produktivitätssteigerung, zur Verbesserung der Markttransparenz und zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit beitragen können“, sagt IAMO-Wissenschaftler Dr. Oleksandr Perekhozhuk. „Innovationen entfalten ihr Potenzial insbesondere dort, wo Wissenschaft, Wirtschaft und Politik eng zusammenarbeiten.“

Der IAMO Policy Brief 52 „Digitale Lösungen und Dienstleistungen für ländliche Gemeinden: Erkenntnisse aus dem Polissia Digital Innovation Hub (POLIDIH)“ ist in der deutschen, englischen und ukrainischen Sprache erschienen. Die Ausgaben können auf der folgenden Webseite kostenfrei heruntergeladen werden: http://www.iamo.de/iamo-policy-briefs.

Originalpublikation

IAMO Policy Brief 52 (PDF)

Weitere Informationen und Kontakt

Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO)

https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/nachhaltige-unterstuetzung