Das Zentrum, das KI-Kompetenzen für 36 nordrhein-westfälische Hochschulen bündelt, wird vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen mit 15,4 Millionen Euro gefördert. Es soll den beteiligten Hochschulen den Zugang zur Schlüsseltechnologie erleichtern und Kompetenzen aufbauen.
Mit dem neuen KI:Expertisezentrum.nrw soll Studierenden sowie Mitarbeitenden in Forschung und Verwaltung in Nordrhein-Westfalen der zuverlässige, datenschutzkonforme Zugang zu generativen KI-Modellen erleichtert und KI-Kompetenz aufgebaut werden. Am 1. Juli 2026 hat das neue Zentrum seine Arbeit aufgenommen. Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen fördert das Projekt unter dem Dach der Digitalen Hochschule NRW mit rund 15,4 Millionen Euro bis Ende 2030. Die Ruhr-Universität Bochum übernimmt die Konsortialführung des neuen KI:Expertisezentrums.nrw. Neben der Universität zu Köln sind die RWTH Aachen, die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, die FernUniversität Hagen, die Technische Hochschule Köln und die Fachhochschule Dortmund beteiligt.
„Künstliche Intelligenz verändert die Art, wie wir forschen, lehren und arbeiten, nachhaltig. Umso wichtiger ist es, dass wir als Universität zu Köln gemeinsam mit den beteiligten Hochschulen diese Entwicklung aktiv gestalten und dabei wissenschaftliche Exzellenz und technologische Souveränität miteinander verbinden. Mit dem KI:Expertisezentrum.nrw schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass alle beteiligten Hochschulen in Nordrhein-Westfalen Künstliche Intelligenz verantwortungsvoll und auf höchstem Niveau einsetzen können“, sagt Professor Dr. Joybrato Mukherjee, Rektor der Universität zu Köln.
Ina Brandes MdL, Wissenschaftsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen: „Künstliche Intelligenz ist im Alltag der Menschen allgegenwärtig – über Chatbots, bei ärztlichen Untersuchungen und Diagnosen, selbst in der Kunst und Musik. Überall, wo wir uns von KI unterstützen lassen, müssen Nutzungskompetenz und Datensicherheit gewährleistet sein – unabhängig von einzelnen kommerziellen Anbietern. Das KI:Expertisezentrum.nrw ist ein Meilenstein, damit an allen nordrhein-westfälischen Hochschulen der Umgang mit der Schlüsseltechnologie selbstverständlicher und besser wird. Damit stärken wir Nordrhein-Westfalens Vorreiterrolle im Bereich KI in der Hochschulbildung.“
Die Universität zu Köln trägt besonders zu den Handlungsfeldern KI-Anwendungen und Inferenz bei, also dem eigentlichen „Denkprozess“ der KI in der Anwendungsphase. Sie stärkt das Konsortium mit ihrer langjährigen Erfahrung im skalierbaren Betrieb von Inferenzdiensten und bei der Realisierung von Umgebungen und Anwendungen für sensible Daten.
„Mit der Bündelung der Expertise und der Infrastruktur aus den verschiedenen Standorten schaffen wir die Basis, lokal betriebene Open-Weight-Modelle skalierbar und verlässlich anbieten zu können. Damit ermöglichen wir neue Anwendungsszenarien für KI an den Hochschulen in NRW mit vertraulichen Daten oder mit hohem Ressourcenbedarf,“ sagt Professor Dr.-Ing. Stefan Wesner, Chief Information Officer und Direktor des IT Center University of Cologne.
Es gibt drei konkrete Handlungsfelder im Projekt. Ein Fokus liegt darauf, Lehrende, Studierende und Mitarbeitende der Verwaltung gezielt durch Schulungen, Beratungen und Vernetzung zu unterstützen, um KI-Kompetenzen breit zu verankern. Rechtsfragen werden zentral für die nordrhein-westfälschen Hochschulen geklärt.
Zudem werden die Grundlagen dafür geschaffen, dass Hochschulen auf zentral gehostete Open-Source- beziehungsweise Open-Weight-KI-Modelle zugreifen können. Hierfür wird im Rahmen der Digitalen Hochschule NRW auch eine gemeinsame Hardware-Infrastruktur betrieben, damit die Kontrolle über die Technologie und Daten in Hochschulhand verbleibt und die Unabhängigkeit von kommerziellen Anbietern gewährleistet ist.
Ein drittes Handlungsfeld sind Apps, wobei ein zentraler Baustein eine landesweite Plattform ist, die Hochschulen den Zugang zu kommerziellen und nicht-kommerziellen KI-Modellen ermöglicht. Diesen im Projekt KI:connect.nrw entwickelten Dienst nutzen viele Hochschulen bereits. Das neue Projekt wird zudem einen Akzent auf faktentreue Antworten von KI-Modellen legen und in Verwaltung sowie Studium und Lehre die Programmierung von Spezialanwendungen koordinieren und umsetzen.
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