Fällt länger kein Regen, kann der kleinste Funke schlimme Folgen haben. Offenes Feuer ist im Wald oft untersagt – teilweise sogar ganzjährig.
Wie hoch das Risiko für Waldbrände ist, hat nichts mit hohen Außentemperaturen zu tun, sondern mit fehlendem Niederschlag. „Bei 40 Grad im Regenwald fängt es ja auch nicht an zu brennen“, sagt Peter Harbauer, studierter Forstwirtschaftler und Sprecher der Berliner Forsten. „Das hat mit der hohen Luftfeuchtigkeit zu tun, die dort herrscht.“ Im Umkehrschluss heißt das: Je trockener Böden und Gehölze im Wald sind, desto leichter geraten sie in Brand. Der Deutsche Wetterdienst berechnet aus diesen und weiteren Faktoren wie etwa dem Waldtyp einen fünfstufigen Gefahrenindex und informiert darüber auf seiner Webseite. Die Waldbrandstufen orientieren sich daran. „Bei hoher Waldbrandgefahr können Wälder auch ganz gesperrt werden“, sagt Harbauer.
Gänzlich unabhängig von einer Waldbrandgefahr können Rauchen und offenes Feuer im Wald entweder von vornherein verboten sein – oder es ist nur an ausgewiesenen Orten beziehungsweise zu bestimmten Jahreszeiten erlaubt. Was im Einzelnen gilt, hängt vom Bundesland ab.
Lagerfeuer, Grillen und Co sind auch in der Nähe von Wäldern verboten. „Es besteht die Gefahr eines Funkenflugs“, sagt Forstwirtschaftler Harbauer. Auch diese Regel kann ganzjährig und unabhängig von einer Brandgefahr gelten. Je nach Bundesland muss eine Entfernung von bis zu 100 Metern zum Wald eingehalten werden. Für Eigentümer von Grundstücken in Waldnähe gelten unter Umständen niedrigere Mindestabstände. Bei Waldbrandgefahr kann es aber auch ihnen verboten sein, Feuer zu machen. „Mitarbeiter der Forstämter sind im Revier unterwegs und kontrollieren, ob die Verbote beachtet werden“, sagt Harbauer. „Sie fahren also durchaus Patrouille.“
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Auch heiße Auspuffrohre können einen Brand verursachen, wenn sie mit trockenem Untergrund in Berührung kommen. Deshalb ist es in der Regel verboten, Waldwege mit Kraftfahrzeugen zu befahren. Parken ist nur auf dafür vorgesehenen Flächen erlaubt.
Wer diese Regeln missachtet, begeht eine Ordnungswidrigkeit und riskiert ein Bußgeld – unabhängig davon, ob es zu einem Brand kommt. Die Höhe hängt einerseits vom Fehlverhalten ab, andererseits vom jeweiligen Bundesland. Die Bußgelder können in die Tausende gehen. In Berlin etwa werden fürs Rauchen im Wald 100 bis 300 Euro fällig – je nach Luftfeuchtigkeit. Liegt diese bei unter 28 Prozent, droht fürs Rauchen eine Strafanzeige.
Wer einen Waldbrand verursacht, macht sich unter Umständen sogar strafbar. Fahrlässige Brandstiftung wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe geahndet. „Auch Schadenersatzforderungen sind möglich“, sagt Harbauer. Wie hoch diese sind, hängt unter anderem von der betroffenen Fläche, der Art der Bäume und deren Alter ab.
„Bei uns in Deutschland gibt es keine natürlichen Waldbrandursachen“, sagt Harbauer. „Das heißt: Jedes Feuer, das im Wald entsteht, ist auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen.“ Insofern liegt es in der Hand jedes einzelnen, einen Waldbrand zu verhindern: indem er sich an die geltenden Verbote hält.